Beady Belles neues Album "At Welding Bridge", das in Norwegen schon Anfang September erschienen ist, beschreibt für mich keine neuen Wege, was ich in diesem Fall auch sehr gut finde:
Ihr letztes Album "Belvedere" war ein Dauerbrenner in meinem CD-Player, warmer, soulig-jazziger und countryangehauchter Sound für die ruhigen Stunden im Herbst oder Frühjahr.
"At Welding Bridge" veredelt den Sound des Vorgängers mit noch mehr warmen Melodien und neben den schon gehörten Country- und Soulelementen kommen nun auch wieder viele schöne Bläser wie Oboen und Klarinetten und Hörner hinzu, die dem Sound wieder die nötige Besonderheit und das soulige Feeling gibt. So entstand auf "At Welding Bridge" wieder ein schöner, herbstlich angetouchter Sound, der sehr warm wirkt, eine Mischung aus Pop, Jazz, Soul, Songwriterpop und vielen Countryelementen. Die Texte sind stets sehr durchdacht und auf hohem Niveau.
Besonders herausragend ist wie immer Beate S. Lechs wunderschöne Stimme, die tolle Instrumentierung und die zeitlosen Melodien.
Auf zehn Songs und zwei Interludes verbreiten Beady Belle eine durchgängig wohlige und einheitlich wirkende Stimmung, die keinen Abbruch findet, auch wenn es wieder noch mehr Songs hätten sein können, aber das ist man ja von ihren letzten Alben gewöhnt.
Hervorragend sind für mich die Songs "The storm" und "Ambush" mit wundervollen Strophen und Refrains, Beate Lechs Vocals und auch die Instrumentierung erinnern mich stellenweise sogar an die wundervollen Carpenters, was einem wahrlich Gänsehaut bereitet. Diese Songs sind "einfach" Meisterwerke.
Auch "Runaway mind" und "Turn back time" bringen einen mit ihren wundervollen Refrains zu diesem Feeling.
"Press of canvas" und "Leeway" sind dagegen etwas souliger und bringen ein wenig Funk aufs Album.
Eine schöne, wirklich durchgängig gelungene Fortsetzung zu "Belvedere", eine Art "Countrysouljazz" mit einer Stimme auf Höchstleistung.