Die Überschrift sagt eigentlich schon alles: ne neue Disturbed? Aha, abgenickt und abgehakt. Während die erste Scheibe noch stilprägend für eine ganze Generation war und 10,000 Fists m.E. der kompositorische Höhepunkt der Band war, stellte sich bereits auf Indestructible gediegende Langeweile ein, der man auf Asylum wahlweise schulterzuckend oder angenervt begegnet.
Ja, Disturbed schreiben natürlich nach wie vor gute Songs, ihre Alben haben stets eine Top-Produktion, die Mischung aus Stakkato-Riffs, dem variablen Gesang, die Kontraste aus "harter Strophe" und melodiösem Refrain ziehen immer noch einen Großteil der Konkurrenz ab. ABER: es könnte noch besser gehen. Der Titelsong, The Infection oder Never Again gehen gnadenlos ins Ohr und erinnern an Großtaten wie Stricken oder I'm Alive. Erinnern - aber nicht toppen.
Der Rest bietet viel Standard-Kost auf Indestructible-Niveau und ist bestenfalls befriedigend. Etwas schwach für Disturbed-Verhältnisse, die grundsätzlich als führende Band gehandelt werden. Diesen Status sind sie aber mit Aylum leider endgültig los - vor allem wenn man sich mal reinzieht, was für ein Kreativitätsfeuerwerk etwa die alten Säcke von The Haunted auf ihrem aktuellen Output abfahren. Nee, nee, die Herren Draiman und Donegan möchten sich mal mit "Unseen" in die Ecke setzen und dann nochmal wieder kommen.