Diese Rezension bezieht sich auf den Asus EeePC X101H mit Intel Atom N570, 1GB RAM, 320GB HDD
Ich habe selten im Vornherein so viel recherchiert wie zu diesem Teil. Nachdem ich erst mit einem AMD-Sub-Notebook (Thinkpad Edge 11) geliebäugelt hatte, wurde mir klar, dass ein Netbook für meine Zwecke doch völlig ausreicht; was kann es nämlich, das X101H?
1. Windows 7 Starter: das Windows Leichtgewicht!
Die SSD Version X101 hat das Linux basierte Intel MeeGo installiert, welches entweder verhasst oder hingenommen wird; das X101H bietet mit Win7 Starter alles, was man braucht und das, was man von seiner "richtigen" Arbeitskiste gewohnt ist. Meines Erachtens macht es auch keinen Sinn, eine vollständige Win7-Version aufzuspielen, denn erstens kann der N570 nur mit 2GB RAM umgehen, zweitens reicht die Grafikleistung nur knapp für Aero und drittens braucht man die Funktionen von Home, Professional etc. auf keinem Netbook.
2. Intel Atom N570: Duale Atomkraft bei 1,66GHz
Der Prozessor ist bei den meisten Netbooks der Flaschenhals, weswegen man diesen gern übertaktet. Der N570 ist aber auch so einer der schnellsten Atom-Netbook-Prozessoren. Er unterstützt leider nur 2GB RAM, die man auf jeden Fall nachrüsten sollte, 1GB machen bei Multitasking keinen Spaß. Wer gerne mehr als 10 Tabs in Firefox offen hat und nebenher noch weitere Programme laufen lässt, wird mit 1GB schnell an seine Grenzen stoßen. Der Einbau von RAM ist übrigens ein Kinderspiel.
!Achtung, wer warten kann: der Nachfolger N2600 (gibts seit Q3/11) unterstützt 4GB und ein 64bit-System und wird wohl in kommenden Netbook-Generationen verbaut.
3. Massig Speicher: 320GB HDD
Für ein Netbook fast schon überdimensioniert: Filme, Musik, Fotos habe ich auf meiner Workstation und werden via WLAN und Austauschordner nach Bedarf rübergestreamed oder für kleinere Trips und Reisen auf eine Externe 2,5" gespielt und somit auch mit anderen PCs verbunden werden. Aber das ist meine Art der Nutzung; für den Fall 320GB zu haben ist nice! Die 320GB fassende Seagate Platte kam bei mir 100GB/180GB partitioniert. Der Rest ist für Systemkram reserviert bzw fällt dem Umrechnen von GiB in GB zum Opfer.
4. Mobilität: Halleluja!!
Das X101 ist zwar flacher und leichter, aber der "große Bruder" X101H bringt trotzdem nur 1 kg auf die Waage und ist unfassbar flach dafür, dass er so viele Anschlüsse besitzt und so viel drinsteckt. Absolut ergonomisches Design. Die WLAN-Karte ist super: Atheros (AR9285) genießt nicht umsonst einen guten Ruf. Wo mein Smartphone schwächelt, hält mein Netbook tapfer durch: Der Router steht ein Stockwerk höher und bekanntlich ist sowas ein ziemlicher WLAN-Störer. Auch immer wichtig; ein mattes 10,1"-Display ist zwar nicht für den Einsatz in praller Sonne optimiert, kommt aber wohl allgemein besser weg als ein spiegelndes; ich bin nicht hässlich, aber ich möchte beim Arbeiten auch nicht dauernd von meiner eigenen Visage irritiert werden ;)
Fetter Minuspunkt ist die Akkuleistung. Virenscans, Videokonvertierungen, Photobearbeitung und andere CPU-Fresser sollte man lieber erledigen, wenn man eine Steckdose in der Nähe hat. Der Kleine hält bei mir im Schnitt nämlich gerademal 90-100 Minuten durch, ehe er sich still und leise in den digitalen Winterschlaf versetzt. Das mag an meinen Multitasking-Gewohnheiten oder meinem Nutzungbereich liegen, aber ich denke, da war für den Preis und für das Gewicht einfach nicht mehr drin. Ein Upgrade gibt es noch nicht, und ich bezweifle, dass je eins kommen wird. Habe aber schon von portablen Akkus mit Ladestecker gehört, mit denen man quasi jedes Gerät mobil aufladen kann. Wer sowas braucht, sollte sich aber vielleicht doch überlegen, sich ein Ultrabook zuzulegen.
5. Design und Useability: Geschmackssache?
Wie schon erwähnt ist das X101H flach und leicht (1kg) und hat eine geriffelte matte Oberfläche. Das Gehäuse ist komplett aus Kunststoff und dementsprechend anfällig. Habe aber nicht vor, das Teil als Frisbee zu benutzen oder Kleinkinder und Haustiere fahrlässig dranzulassen. Aber die würden sicher auch nen MacBookAir übel zurichten können. Von daher; wer einfach nur gern was hochwertiges in der Hand hat, der ist unverschämt, wenn er sich in dieser Preisklasse umsieht.
Der von vielen (und auch von mir persönlich) gehasste "Klavierlack"-Trend findet hier ausgerechnet um den Bildschirm und im Tastaturbett seine Anwendung. Mit etwas geistiger Stärke schaffe ich es jedoch meistens, darüber hinwegzusehen ;)
Das Ladekabel ist dünn und das Netzteil ist im Stecker integriert. Leider etwas kurz; aber dahin scheint der Trend der Hersteller zu gehen, was ich persönlich allerdings nicht gutheißen kann. Bis jetzt hatte ich allerdings noch keine Probleme, in die Reichweite einer Steckdose zu kommen; zur Not bleibt einem ja immer noch der zeitlich beschränkte Akkubetrieb.
Zur Tastatur: logisch sinnvoll angelegte FN-Tasten, eigenständige F-Tasten-Leiste. Nach kurzer Eingewöhnung superangenehm für normalgroße Hände (Wer große Hände hat, kauft sich wohl aber eh kein Netbook). Druckpunkt ist oft kaum wahrnehmbar, aber den Dreh kriegt man raus. Für mich ist das tippen angenehm, kann aber verstehen, wenn man sagt, es würde keinen Spaß machen, wenn man mal viel zu Tippen hat. Wer viel schreibt wird wohl eh eine externe Lieblingstastatur benutzen.
Viel Platz für das Touchpad lässt die Tastatur nicht mehr. Ist zwar logisch, aber schade. Werde mir wohl bald ohnehin eine Funkmaus zulegen.
6. Fazit: Eine Kurzübersicht für die "Rezensions-Scanner" unter euch:
+++ Der Preis! 229¤ für all das, was jetzt kommt, ist ein Knaller:
++ Win7 Starter: leicht&schnell, also optimal für ein Netbook
++ Intel Atom N570: 1,66GHz geballte 2CPU/4Thread-Atomkraft
++ 320GB HDD: partitionierter Speicher für massig Media oder ein zweit-OS
++ Design: flach und leicht und angenehm geriffelte matte Oberfläche (außer Bildschirmrand und Tastaturbett: "klavierlack")
+ WLAN: schnell und zuverlässig
+ Tastatur: logisch sinnvoll angelegte FN-Tasten, eigenständige F-Tasten-Leiste. Den Dreh kriegt man raus.
+ Bildschirm: 1024x600px auf matten 10,1"; hell genug, aber leider leicht entsättigte Farben.
- schlechter Treiber-Support. Bin gewohnt, von der Herstellerseite das Wichtigste laden zu können.
- 1GB RAM: nicht mehr zeitgemäß. ABER: Upgrade auf 2GB ist einfach und günstig (bei mir 15 Euro für
Kingston KVR1066D3S7/2G PC3-8500 Arbeitspeicher 2 GB (1066 MHz NON-ECC) DDR3-So-Dimm)
-- Akkuleistung ist schwach: bei meinen persönlichen Gewohnheiten sind nur 90-100min drin.