Nach den ganzen 1-Sterne-("Der 900er mit Windows XP ist doof. Er hat kein Linux.") und 5-Sterne-Rezensionen ("Die 1-Sterne-Rezensenten sind doof. Deshalb gebe ich fünf Sterne.") mal eine Bewertung nach vier Tagen Erfahrung mit dem EEE PC 900. Und die liegt genau in der Mitte.
Ich habe mir den EEE PC genau aus dem Grund gekauft, den ASUS in der Zielgruppen-Beschreibung angibt: Ein Dritt-PC für den mobilen Einsatz. Wenn ich unterwegs bin, will ich mal Daten von der Digicam sichten, E-Mails abrufen, per WLAN oder UMTS-Stick im Internet surfen, E-Mails abrufen, vielleicht ein paar Texte schreiben. Bisher habe ich dafür mein Medion 12,1-Zoll-Notebook genutzt. Aber wenn man sonst noch ein paar Sachen im Rucksack hat, sind 2,3 Kilo doch eine Menge - und das Display könnte ruhig kleiner sei. Der EEE PC kam mir da schon als 700er sehr gelegen - aber mein Web´n´Walk-Stick läuft nicht mit Linux - und 2 GB Speicherplatz waren selbst mir zu wenig. Also habe ich sehnsüchtigst auf den "großen" gewartet. Kurz bevor er herauskam, brachte ALDI das Medion Netbook auf den Markt. Allerdings ein pa Zentimeter größer und mit Festplatte. Ich habe mich dann doch für den EEE entschieden, weil mir die SSD-Festplatten ohne bewegliche (= empfindliche) Teile robuster erscheinen. Der Speicherplatz des EEE reicht mir völlig aus, die Leistung eh. Ich will nicht spielen, Fotos bearbeiten oder ähnliches. Mein bisheriges Medion hat halb so viel Arbeitsspeicher - und auch damit komme ich zurecht.
Der gelieferte EEE in schwarz ist optisch gelungen. Aufgrund des dicken Akkus im hinteren Bereich liegt er schlecht auf den Knien (wobei ASUS davon abrät, ihn dort abzulegen, weil die Unterseite sehr heiß werden soll). Die Tastatur ist gewöhnungsbedürftig klein. Wer allerdings einige Zeit mit der Micro-Tastatur eines Smart-Phones gearbeitet hat, wird die EEE-Tastatur als völlig brauchbar empfinden. Alle anderen können sich an das Format bestimmt gewöhnen: Nichts für den fünfbändigen Roman, aber aureichend für alle normalen Texte, E-Mails, Texteingaben usw.
Das Display empfinde ich als gut und ausreichend groß für die oben beschriebenen Anwendungen. Bis hierher also ein Lob für den Winzling.
Es könnte also rundum gelungen sein, was ASUS da anbietet. Aber leider wird der EEE dem eigenen Anspruch nicht gerecht: "Die EeePC Attribute Easy (Easy to Learn, Play and Work), Excellent (Exzellentes mobiles Internet) und Exciting (aufregende Multimedia Erfahrung) unterstreichen den modernen Lifestyle der Internet Generation."
Beim ersten Einschalten wird Windows XP konfiguriert. Dauert etwas, aber dann läuft alles problemlos. Nach der problemlosen Verbindung mit dem Internet ruft Windows natürlich nach Updates. Ich habe zunächst einen Virenschutz installiert und dann die Updates gemacht. Anschließend wollte Java noch installiert werden. Am nächsten Tag ein weiteres Windows-Update - und die Probleme beginnen. Es wird angezeigt, dass zu wenig "Virtueller Speicher" zur Verfügung steht. Die PC-Cracks werden sagen "Na und? Kann man doch problemlos lösen!". Klar. Aber ASUS schreibt, der EEE PC sei "Easy to learn". Sorry, PC-Einsteiger sind mit solchen System-Meldungen schon überfordert! Kein einziges meiner anderen Notebooks hat jemals solche Meldungen gebracht.
Die Meldung von Windows empfiehlt, in der Hilfe nachzuschauen. Tue ich das, gebe also "virtuell" als Suchbegriff ein, hängt sich das Hilfe-Programm auf. Ohne "Strg+Alt+Entf" tut sich nichts mehr. Alles andere als "easy". Ich finde über die Suche den Eintrag in der Hilfe, richte den virtuellen Speicher ein - und der EEE läuft wieder. Bis zum nächsten Update. Da meldet er dann, dass auf der C-Festplatte zu wenig Speicherplatz zur Ausführung von Programmen zur Verfügung steht.
Klar, wird jetzt der erfahrene Anwender sagen, wenn schon virtuellen Speicher einrichten, dann auf die größere D-Festplatte. Aber, wie gesagt: Das ist das Gegenteil von "Easy"!
Jetzt werde ich mich also durch die um Glück zahlreich vorhandenen Foren quälen müssen, um das Problem selbst zu beseitigen. Genau das sprach übrigens für den EEE: Es gibt Foren, in denen man Hilfe bekommt. Beim Medion wäre das etwas schwerer.
Also: Die Hardware scheint okay zu sein, die Konfiguration verbesserungsbedürftig (Warum packt man ein riesiges Office-Paket auf C, wenn dann praktisch kein Platz mehr für Virenscanner und Updates bleibt?). Deshalb insgesamt nur drei Sterne für den EEE PC.