Thomas Petritsch alias Effi ist die erste große Entdeckung im österreichischen Pop anno 2011. Einzelne Songs von ihm könnte man schon im Radio gehört haben. Jetzt lässt der Multiinstrumentalist ein Debütalbum folgen, das sich als höchst kurzweilig und charmant entpuppt. Erfrischend, wie der junge Mann unterschiedlichste Genres in einen Topf wirft und nur mit ein, zwei Mal Umrühren zu tollen Resultaten gelangt. Effi ist ein Popsänger, ein Folk-Geschichtenerzähler und irgendwie auch eine Art Rapper. Der leidenschaftliche Autodidakt, der sich von der Gitarre über Tasteninstrumente bis zur Harfe alles selbst beigebracht hat, steht mit seiner undogmatischen "Alles, was gefällt, geht"-Haltung für eine neue Generation von Musikern, denen Schubladendenken fremd ist. Um typischer Indie-Pop zu sein, sind seine Refrains einen Tick zu groß. Sie klingen aber auch persönlich genug, um angenehm aus dem Formatradio-Einheitsbrei rauszustechen. Außerdem mangelt es Effi nie an Ideen. Hier wird mal beherzt gepfiffen, dort übernimmt ein Keyboard die Melodielinie, dann wieder sorgen Bläser für Volumen. "Sinnerman", ein entfernter Verwandter von "A Message To You, Rudy", erfreut mit Ska-Feeling. "Bye Baby" und "Dance" bieten Eigenbau-House mit kräftigen Sub-Bässen. Gastauftritte von Mika Vember und Toph "Trouble Over Tokyo" Taylor bereichern das Bild, wären aber nicht nötig gewesen. Effi allein ist eine abendfüllende Unterhaltung.
Von: Renzo Staub