Ich glaube, für Döbereiner muss man reif sein. Sich etwas bereits mit der Astrologie beschäftigt haben.
Dann wird man wahrscheinlich finden, dass Döbereiner gar nicht so schwer zu verstehen ist. Allerdings muss man sich vor Augen halten, dass er eine ganz gewisse Perspektive auf das Verständnis des Lebens anbietet. Und die erklärt er in erster Linie mit den Quadranten.
Die Häuser werden in ihrem prinzipiellen Gehalt näher gebracht und es erscheint einfach alles logisch. Die Häuserherrscher stellen bei Döbereiner allgemein einen besonderen Stellenwert dar.
Was Döbereiner über die Quadranten schreibt, damit wird auch erst ersichtlich, wieso das Leben an sich eine Entwicklungsaufgabe ist. Nur muss man in diese Gedankenwelt Döbereiners hineintauchen.
Der Anfänger wird einiges lernen, aber vielleicht sich mehr oder weniger verrennen, und von dem Standpunkthaften der Perspektive Döbereiners eingenommen werden. Deshalb kann man sicher mehr gewinnen, wenn man schon gewisse Anknüpfpunkte über das Astrologische für sich gewinnen konnte. Ich finde es wichtig, das, was Döbereiner geschrieben hat, nachzuvollziehen in der eigenen Anschauung, und nicht nur im Begrifflichen.
Das heisst, die Quadranten sollten in Wechselbeziehung und Funktion aus ihrem Ganzen heraus verstanden werden, nicht jeder Quadrant isoliert und losgelöst von den anderen.
Wenn man Döbereiner liest, fällt - auch ohne dass Döbereiner darauf hinweisen würde - bald auf, dass der 2. Quadrant als seelischer Quadrant eine enorme Bedeutung aufweist und nicht umsonst die Häuser der beiden Lichter in sich beinhaltet (Haus des Mondes: 4 und Haus der Sonne: 5).
Es schimmert immer wieder durch, dass Döbereiners Gedankenwelt eigentlich von einem zutiefst esoterischen Ansatz durchzogen ist.
Indem die Entwicklungsleistung des Menschen begriffen wird als ein Hineingestelltsein in die Konstellationen, erwartet diese Konstellation früher oder später eine Bewusstmachung. Die Konstellation verlangt nach Bewusstwerdung oder "Begegnung mit einer entsprechenden Erfahrung" - und eben dies ist das esoterische daran: dass es kein Schicksal ist, sondern im Auftrag der Entwicklungsrichtung des Menschen geschieht und der Bedeutung des Menschseins zusammen mit dem 2. Quadranten eine wichtige Qualität zuschreibt.
Es sind Anlagen in Form von Konstellationen und hierarchischen Strukturen des Radix, die sich zu gegebener Zeit - anschaulich gemacht in Döbereiners Methode der MRL - rythmisch auslösen und zur Wirklichkeitserfahrung drängen.
Dieses Konzept ist naheliegend und funktioniert. Die Rythmenlehre (Auslösungen) wird allerdings in anderen Büchern vertieft (zB Seminar-Lehrbücher I-VI).
Homöopathische Mittel werden genannt, um diese Konstellationen auszugleichen bzw. zu erlösen. Zum Thema Homöopathie und Astrologie bietet dieses Buch einen wahren Fundus, aber es nimmt nicht den grössten Stellenwert ein.
Es lohnt sich vor allem Band 1, in dem die Anlagen und Verwirklichungsart des Menschen in konsequenter wie auch klarer Art und Weise dargelegt wird (im ersten Teil des 1. Bandes)
Dem ersten Teil folgt ein zweiter Teil ab Seite 65 des 1. Bandes, in dem Erfahrungsbilder zu den Planeten Saturn, Uranus, Neptun und Pluto beschrieben werden, was alles sehr viel Aufschluß bringt auch über die Natur dieser Planeten und ihrer Rolle im Horoskop.