Produktinformation
|
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
|
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
|
||||||||||||||||||||||
|
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ergänzende Information,
Von
Rezension bezieht sich auf: "Astrologie - Königin der Wissenschaften oder Schmuddelkind der Gesellschaft - oder: Astrologie, Opfer der Wissenschaftlichen Inquisition - eine ... Betrachtung": Astrologie und Freier Wille (Gebundene Ausgabe)
'Inhalt Einführung 7 Astrologie - Königin der Wissenschaften oder Schmuddelkind der Gesellschaft - oder: Astrologie, Opfer der Wissenschaftlichen Inquisition - eine wissenschaftstheoretische Betrachtung" 55 Anhang I. Was ist Wissenschaft 83 Anhang II - Literatur 111 Anhang III - Zitat zu "Astrologie und Freier Wille im Kontext". 133 Leseprobe: "...3. Der kritische Rationalismus nach Popper Der kritische Rationalismus nach Popper wird dem Deduktivismus zugerechnet. Deduktivismus ist ein Versuch, eine Position zu erreichen, die die Schwierigkeiten des Induktivismus` vermeidet. Im Deduktivismus nach Popper ist akzeptiert, dass theoretische Elemente in der Wissenschaft schon bei der Tatsachenfeststellung auf allen Stufen eine Rolle spielen dürfen, und dass induktive Generalisierungen der vernünftigen Rechtfertigung mangeln. Die grundsätzliche Idee des Deduktivismus` ist, dass Theorien nicht von theoriefreien Daten von unten nach oben gebildet werden, sondern, dass sie gewissermaßen von oben nach unten gegen konkrete Daten getestet werden . Die Abgrenzung zwischen den beiden Theorien ist die Falsifikations-Theorie. Um sicher zu stellen, dass man nach der Wissenschaftstheorie des Deduktivismus` vorgehen kann, ist es zwingend erforderlich, dass wissenschaftliche Hypothesen bzw. Theorien so formuliert werden, dass sie falsifizierbar sind . Diese Bedingung führt auch zu einer klaren Abgrenzung von metaphysischen oder pseudowissenschaftlichen Ansätzen wie sie aus Sicht dieser Theorie beispielsweise die Astrologie darstellen würde . Um das Merkmal einer wissenschaftlichen Hypothese zu erfüllen, wird nicht vorausgesetzt, dass die Hypothese bereits durch Wissenschaftler oder die Wissenschaft akzeptiert oder bestätigt wurde; es bedeutet ausschließlich, dass sie wissenschaftlichen Testprozeduren unterworfen werden kann . Eine Hypothese ist also wissenschaftlich, wenn, und nur wenn sie empirisch falsifizierbar ist . Die Probleme des Deduktivismus` bestehen aus Folgendem: 1. Die Verifizierung einer generellen empirischen Hypothese, also der definitive Beweis der Wahrheit, ist nach diesem Theoriegebäude unmöglich, denn generelle Aussagen würden unendlich viele Tests voraussetzen, die in der Praxis nicht durchführbar sind . Nach dem Theoriegebäude des Deduktivismus` ist die endgültige Falsifizierung einer generellen empirischen Hypothese durch einen einzigen Faktor möglich, der beobachtet wurde und der der Hypothese ausreichend widerspricht . Bei genauerer Beobachtung in wissenschaftlichen Laboren stellt sich aber heraus, dass die Untersuchungsmethoden und Verhältnisse sehr viel komplizierter sind. Die Falsifizierung einer Hypothese z.B. durch Messungen unterstellt, dass die Messungen reproduzierbar sind. Aber diese Unterstellung macht Gebrauch von einer induktiven Generalisierung, nämlich, dass dieselbe Messaparatur morgen angewendet genau dasselbe Resultat ergibt. Auf diese Weise ist eine definitive Falsifizierung nicht möglich . 2. Die Regel, dass Wissenschaft niemals aufhören sollte, ihre Hypothesen kritisch zu testen und sie eventuell zu falsifizieren, führt zu unerwünschten und unerfreulichen Resultaten. Danach muss nämlich die Entwicklung von Wissenschaft die folgenden drei Elemente beinhalten: a) ein Prinzip für die Erzeugung von Hypothesen b) ein Prinzip für die Ausscheidung von Hypothesen c) ein Prinzip für die möglicherweise nur vorrübergehende Akzeptanz von Hypothesen, die es erlauben vorrübergehend jedenfalls Tests abzuhalten . Der Deduktivismus führt also dazu, dass man nie aufhören kann, Hypothesen zu untersuchen, was die Konsequenz hat, dass es niemals möglich ist, zur Anwendung voranzuschreiten . 4. Thomas S. Kuhn Man kann die Theorie nach Thomas S. Kuhn wissenschaftstheoretisch auch den Paradigmatischen Theorieansatz nennen . Nach dieser Theorie beginnt es zunächst damit, dass man die normativen Positionen des Induktivismus` und des Deduktivismus` mit der Wissenschaftsgeschichte und deren Resultaten vergleicht . Die Forschungsarbeiten von Kuhn haben nachgewiesen, dass sich Wissenschaftler in vielen Fällen nicht derartig verhalten, wie die zugrundeliegende normative Position erwarten ließe . Wir haben also eine Diskrepanz zwischen Vorschriften, Normen, Regeln des Wissenschaftsbetriebes, wie Wissenschaft getan werden sollte und den wissenschaftsgeschichtlichen Tatsachen, wie Wissenschaft tatsächlich erfolgreich durchgeführt wurde. Es gibt nun nach Kuhn zwei Haupterklärungsmöglichkeiten, um diese Diskrepanz aufzufangen: Entweder waren die Vorschriften für die Wissenschaftler falsch z.B. unrealistisch oder die aktuelle Praxis der Wissenschaft ist schlecht z.B. dogmatisch. Aus der Tatsache, dass es diese Unterschiede zwischen Vorschriften, Vorgaben und Wissenschaftsarbeitsalltag gibt, kann man nicht entscheiden, ob die Vorschriften aufgegeben werden sollten oder ob die Praxis geändert werden sollte . Bevor man diese Frage entscheidet, muss man also nach Kuhn eine Beschreibung der generellen Charakteristika von Wissenschaften herausarbeiten, insbesondere ihre Entwicklung in der Zeit . Das Grundmodell differenziert sich aus in drei Stufen, nämlich die vorwissenschaftliche Phase, die sogenannte normalwissenschaftliche Phase und die Phase, in der innerhalb einer Wissenschaft Revolutionen stattfinden . Vorwissenschaftliche Phase ist eine wissenschaftliche Praxis, die noch nicht sehr strukturiert ist und in der verschiedene Schulmeinungen, Schultheorien und Schulbildungen miteinander konkurrieren . Bösartige Kritiker der Sozialwissenschaften, insbesondere der Soziologie, vertreten insoweit den Standpunkt, dass die Sozialwissenschaften über diese vorwissenschaftliche Phase zu keinem Zeitpunkt hinausgelangt seien . Der Übergang zur Normalwissenschaft ist das Erwachsenwerden des wissenschaftlichen Feldes . Es stellt sich dann eine gewisse allgemeine Überzeugung ein, dass eine bestimmte Art Wissenschaft zu betreiben erfolgversprechend ist, um die dort anliegenden Rätsel zu lösen . Normalwissenschaft ist eine wissenschaftliche Praxis, die wie folgt beschrieben werden kann: 1. Der Konsens über fundamentale Prinzipien des jeweiligen Wissenschaftsfeldes stattet die beteiligten Wissenschaftler mit einem Rahmenregelwerk aus, das diese betroffenen Wissenschaftler alle akzeptiert haben und akzeptieren . 2. Die Basis des Konsenses ist paradigmatisch . Das benutzte Paradigma wird genutzt, um konkrete wissenschaftliche Probleme zu benennen . 3. Die wissenschaftliche Forschung ist ausdrücklich durch die zugrundeliegenden Paradigmen regiert . 4. Die wissenschaftliche Alltagsarbeit weist eine gewisse Analogie zum Rätsellösen bei Schach, Kreuzworträtseln oder Sudoku auf . 5. Es gibt ein gewissermaßen quasidogmatisches Element in dieser paradigmatischen Theorie von Kuhn nämlich, dass die Rahmenbedingungen nicht in Frage gestellt werden dürfen . Der Übergang zur revolutionären Phase beginnt, wenn signifikante Anomalien auftreten, die den Alltagsablauf der normalen Wissenschaften behindern . Signifikante Anomalien sind Anomalien, die Zweifel aufwerfen, ob das vorhandene Regelwerk für die Wissenschaft noch taugt . Herausragendes Beispiel für diese Art Wandel von einem Paradigma zum anderen ist, wie Einstein die physikalischen wissenschaftstheoretischen Vorstellungen revolutionierte . Der Übergang von der Normalwissenschaft in diese revolutionäre Phase wird wissenschaftliche Revolution" genannt . Nach Kuhn ist typischerweise die vorhergehende Phase der Normalwissenschaften inkommensurabel mit der neuen Phase und der sich daran anschließenden neuen Normalwissenschaft . Auch die paradigmatische Theorie nach Kuhn hat ihre Probleme, wissenschaftstheoretisch alle Fragen zu beantworten. Das Phasenmodell hat eine gewisse statistische Qualität dergestalt, dass ausgesagt wird, in den meisten Fällen entwickele sich Wissenschaft auf die und die Weise. In den systematischen Sozialwissenschaften wie Psychologie oder Soziologie sind solche statistischen Aussagen durch statistische Methoden validierungsbedürftig, die auf historische Beweise angewendet werden . Genau dieses haben aber weder Kuhn selbst noch seine Nachfolger bisher geleistet. Auf diese Weise ist die Validität der Kuhnschen Theorie hinsichtlich der generellen Aussage, wie sich Wissenschaft entwickelt, letztlich bis heute unbewiesen. Es gibt ernsthafte Zweifel dass das Phasenmodell nach Kuhn wirklich auf den Wissenschaftsbetrieb und die Wissenschaftstheorie anwendbar ist . 5. Lakatos Der Vollständigkeit halber sei auch kurz auf den vermittelnden Ansatz von Imre Lakatos eingegangen. Seine Theorie könnte man möglicherweise mit Forschungsprogramm-Wissenschaftstheorie" überschreiben . Lakatos wandte sich gegen den strikten Falsifikationismus von Popper, wonach Theorien ganz aufzugeben wären, wenn sie falsifiziert wurden. Lakatos vertrat die Auffassung, dass es naiv wäre, immer sofort Theorien zu verwerfen, wenn sie von experimentellen oder empirischen Resultaten widerlegt würden . Zentrale Punkte seiner vermittelnden Position sind: 1. Es gibt keine reinen Daten, die nur aus Beobachtungen bestehen. Jede Aussage enthält einen Theorieanteil und jede Beobachtung ist nur möglich, weil es eine zugrundeliegende Theorie gibt... Lesen Sie weiter... › Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
|
|
|