Ob das auf Geheiß des Verlags geschah oder einer übermäßigen Pingeligkeit der Autorin zuzuschreiben ist, weiß ich nicht. Aber ich weiß, dass man nicht ins Gefängnis wandert, wenn man als Autor nicht gleich jedes Wort als Zitat kennzeichnet. Mir vergällt es den Lesegenuss, wenn selbst "schön, dort Kind zu sein" kursiv hervorgehoben wird. Copyright in Ehren, aber wenn ich das Gefühl bekomme, alles Bedeutende sei der Autobiographie von Astrid Lindgren entnommen, lese ich lieber gleich das Original. Wären nicht die vielen Bilder und farbigen Wiedergaben von Buchumschlägen wären selbst drei Sterne zu viel. Denn auch sprachlich überzeugte mich diese Monographie nicht.
Die Autorin, eine geborene Gräfin, wurde 1927 geboren, machte sich einen Namen als Übersetzerin und verfasste 1987 die erste Auflage dieses Buches. Aber Bücher zu übersetzen und selber eines zu schreiben ist nicht ganz dasselbe. Interessanterweise wissen das genau die Übersetzer, deren Leistung ich bewundere. Es kommt mir vor, als ob es Sybil Schönfeldt, selber Verfasserin von Kinderbüchern, nicht schaffte, sich ein Erwachsenenpublikum vorzustellen. Jedenfalls wirken ihre Formulierungen seltsam hölzern und unsicher. Kombiniert mit den vielen Zitaten entstehen so Texte, die oft ziemlich holperig daherkommen oder eher an einen Bericht als an eine spannende Biographie erinnern.
Mein Fazit: Was bei der Neuausgabe von 2007 überarbeitet wurde, weiß ich nicht. Die sprachlichen Formulierungen werden es kaum gewesen sein. Das gute Bildmaterial kann leider nicht alles retten, was mich beim Lesen störte. Vielleicht sollte der Verlag auch einmal überprüfen, ob das angewandte Konzept des Zitierens noch zeitgemäß ist.