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Astrid Lindgren - Ein Lebensbild
 
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Astrid Lindgren - Ein Lebensbild [Broschiert]

Margareta Strömstedt , Brigitta Kicherer
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Produktinformation

  • Broschiert: 384 Seiten
  • Verlag: Oetinger Taschenbuch; Auflage: 1 (1. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 384150146X
  • ISBN-13: 978-3841501462
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 12.000 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Margareta Strömstedt
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Den Namen Pippi Langstrumpfs verdanken wir einer Lungenentzündung. Und auch Astrid Lindgren hat ihn nicht erfunden, sondern ihre Tochter, die jüngere von zweien, Karin. Als die im Winter 1941 krank im Bett lag, bat sie die Mutter, ihr von Pippi Langstrumpf zu erzählen. Die Geburt ihrer Geschichten aus dem Geist mündlichen Erzählens merkt man vielen der Texte Lindgrens an, und so manche Passage wird erst beim Vorlesen so richtig gut.

Inzwischen sind über hunderttausend Artikel, Notizen und Rezensionen über die beliebteste Kinderbuchautorin weltweit geschrieben worden. Da scheint es schwierig, den Überblick zu behalten. Der schwedischen Journalistin und Kinderbuchautorin Margareta Strömstedt ist dieses Kunststück gelungen. Ihr "Lebensbild" ist das faszinierende Porträt einer faszinierenden Frau. Vielleicht liegt es daran, dass Strömstedt in Småland geboren wurde, wo auch Lindgren eine glückliche Kindheit verlebte. Offenbar kann man dort nicht nur das Erzählen, sondern auch das Schreiben lernen. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Neue Zürcher Zeitung

Phänomene und Vorbilder

Frauenbiographien (auch) als Jugendlektüre

«Journalistin – ein Traumberuf?» Das fragt Maren Gottschalk im Prolog zu ihrem Buch «Der geschärfte Blick», in dem sie die Lebensgeschichten von sieben Journalistinnen nachzeichnet. Weiter will sie wissen: «Wo sind die ‹Grossen› des Fachs, an deren Lebens- und Berufsweg man sich messen . . . kann?» Was dann erzählt wird, sind aber keine Glorifizierungen von tadellosen Biographien, sondern sachliche Lebensberichte, zwar mit spürbarer Bewunderung und mit Anteilnahme geschrieben, aber auch voller Fragezeichen und eingeräumter Lücken. «Die Frauen in diesem Buch sind keine makellosen Vorbilder, keine unangreifbaren, fehlerlosen Wesen. Und dennoch sind sie ‹Heldinnen›, denn sie haben es trotz grossen Widerständen geschafft, ihren eigenen Weg zu gehen», erklärt Gottschalk denn auch die Auswahl ihrer Protagonistinnen von Janet Flanner bis zu Alice Schwarzer. Das Buch steht in einer Reihe von biographischen Publikationen über Frauen, die in letzter Zeit unter anderem im Verlag Beltz & Gelberg erschienen sind und Künstlerinnen, Politikerinnen, Philosophinnen oder Wissenschafterinnen verschiedener Zeiträume porträtieren.

Paradigmenwechsel

Die Frauen haben sich also auch in der Gattung Biographie ihren Platz erobert, nachdem bis in die 1970er Jahre vor allem die Männerleben als erzählerisch interessant und lukrativ gegolten hatten. Die Vorbildfunktion ist jedoch weitgehend geblieben, sie haftet der Frauen- wie der Männerbiographieschreibung bis in die heutige Zeit an, besonders wenn sie sich auch oder vor allem an ein jugendliches Publikum richtet. Dass sich allerdings die Vorstellung davon stark gewandelt hat, was und wer ein Vorbild sei und wie ein solches im Zeichen der Identitätsentwicklung junger Leserinnen und Leser instrumentalisiert werden kann, weist fundiert und plausibel Dorothee Hesse-Hoerstrup nach in ihrer Dissertation mit dem Titel «Lebensbeschreibungen für junge Leser. Die Biographie als Gattung der Jugendliteratur – am Beispiel von Frauenbiographien». Sie konstatiert einen Paradigmenwechsel in den letzten Jahren, wobei sich die zeitgenössische biographische Jugendliteratur davon entfernt habe, Helden und ihre Taten in fiktionalen und spekulativen Erzählungen und Romanen zu verherrlichen. Stattdessen überwiegen informierende und analysierende Darstellungen. Diese beruhen oft auf einer eingehenden Quellenarbeit. Die Biographie wird nicht mehr als ein geschlossenes Lebensbild, sondern als eine Mischung zwischen Rekonstruktion und Konstruktion präsentiert. Hesse-Hoerstrup weist ausserdem darauf hin, dass zeitgenössische biographische Jugendliteratur sowohl inhaltlich wie darstellungstechnisch kaum mehr von vergleichbaren, an erwachsene Leser gerichteten Biographien unterschieden werden kann.

Dass in neuerer biographischer Literatur so viele Frauenfiguren auftauchen, hat mindestens zwei Gründe: Einerseits werden heute emanzipatorische Leistungen normativ höher bewertet, als dies noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Anderseits hat die Wahl vorbildhafter Protagonist innen wohl auch einen pragmatischen Grund. Statistisch ist nachgewiesen, dass Biographien vor allem eine weibliche Leserschaft haben, wobei diese, wen wundert's, Frauen als Identifikationsfiguren vorzieht. Die sieben biographischen Journalistinnenporträts von Gottschalk bieten solche Möglichkeiten spezifisch weiblicher Identifizierung, indem sie Wege zeigen, wie Frauen sich in einem männlich dominierten Gebiet auf je eigene Weise durchgesetzt haben. Zur direkten Nachahmung sind sie allerdings nicht geschrieben, kostet doch Gottschalk das Leid beispielsweise im Lebensbild von Milena Jesenská ziemlich literarisch aus.

Phänomen Lindgren

Der Biographie einer weiteren schreibenden Frau widmet sich die schwedische Journalistin Margareta Strömstedt. Mit Astrid Lindgren stellt sie Leben und Werdegang der wohl berühmtesten noch lebenden Kinderbuchautorin dar. Sie nähert sich dem Phänomen Lindgren behutsam und sehr diskret an. Mehr als Gottschalk stellt Strömstedt die Schattenseiten des Daseins ihrer Protagonistin in den Hintergrund des Berichts, ohne sie zu verschweigen. Die nahezu idyllische Kindheit der Autorin in Småland nimmt aber im Buch den grössten Raum ein und wird immer wieder mit der Welt in den Büchern verglichen. Strömstedt hat sich offenbar vorgenommen, weniger das Verborgene eines Lebens als vielmehr das Geheimnis der Qualität von Lindgrens Geschichten aufzudecken. So schwelgt sie förmlich in den Zitaten, und jede Leserin, die mit Pippi, Rasmus, Michel oder den Bullerbü-Kindern aufgewachsen ist, tut es mit ihr. Sie verzeiht ihr dabei sogar einige nostalgische Idealisierungen, die Strömstedt, ganz zeitgenössische Biographin, selbst nicht unreflektiert lässt.

Christina Thurner -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Beatrice Berger TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Margareta Strömstedt beschreibt Astrid Lindgrens Leben und hat damit im Verlgeich zu Vivi Edström nicht den leichteren Part gewählt. Normalerweise, so heißt es, sollte ein Biograph seinem Gegenstand mit kritischer Distanz gegenüberstehen. Wie soll so etwas bei Astrid Lindgren möglich sein? Allzuviel autobiographisches Material gibt es auch nicht, also liefert die Autorin zahllose Kleinkapitel, die an verschiedene Lebensaspekte anknüpfen, die Beziehung der Eltern zueinander, z.B., aber auch "Knechte und Mägde" oder die smaländische Wirtschaftsstruktur in der Landwirtschaft. Dazu steuert Frau Strömstedt bei:
- Zitate aus Astrid Lindgrens Büchern zu dem jeweiligen Thema
- Zitate aus Interviews, autobiographischen Texten, Erzählungen von Verwandten, Briefen
- Quellen aus dem damaligen Kontext (ohne direkten Bezug zu Astrid Lindgren): Zeitungsartikel andere Autoren, nichtliterarische und literarische Quellen, aber auch Statistiken.
Dann folgen die Reflektionen: war es bei Lindgrens (Ericssons) ebenso oder war es anders, und wenn ja warum.

Auf diese Weise entsteht ein detailliertes und kleinteiliges Bild einer Kindheit und Jugend in Smaland, die an manchen Stellen anders war als die durchschnittliche (prägendes Element war die ungeheuer liebevolle Beziehung der Eltern zueinander), eines Ausbruchs nach Stockholm, dem Leben dort und schließlich dem Leben im Scheinwerferlicht. Durch die wirklich mannigfaltigen Quellen ist das ein wirklich glaubwürdiges und liebevolles Bild auf eine sehr liebenswürdige Frau.

Was mich stört, und zwar ziemlich: der permanent wiederkehrende Hinweis: "Klassenkampf und gewerkschaftliche Organisation waren ... noch nicht bis Smaland/Vimmerby vorgedrungen." Das Gegenteil hätte mich eher gewundert und so verstehe ich die Notwendigkeit dieser Hinweise nicht, wobei ich nicht beurteilen kann, ob das nun auf einem Stück spezifisch schwedischer Befindlichkeit beruht, die mir fremd ist, oder eine Eigenheit der Autorin ist. Aber als das vierte Unterkapitel diesen Punkt erwähnte, war ich doch leicht verwundert.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
DIE Lindgren-Biographie 11. September 2008
Von Pims
Format:Gebundene Ausgabe
Lang hat es gedauert, bis diese Biographie nun endlich 2001 auf den Markt kam. Und ich dachte mir schon, ich müsste es mir in Schwedisch kaufen. ;-)

Stömstedts Biographie gilt als die Lindgren-Biographie schlechthin. Wenn man sich nicht alle Biographien über Astrid Lindgren zulegen möchte, dann auf alle Fälle diese hier.
Margareta Strömstedt war über 30 Jahre lang ihre Begleiterin und Freundin - was man dem Buch zweifelsohne anmerkt. Das ist in diesem Fall allerdings kein Nachteil. Sehr ausführlich und vielschichtig beschreibt sie Hintergründe zu Astrids Leben und Werk.
Da wird einem klar, wie selbst in scheinbar winzigen Kleinigkeiten Astrids eigene Lebenserfahrungen sich in ihrem Werk widerspiegeln. Und davon gibt es eine ganze Menge. Mit am Intensivsten ist die Biographie da, wo sie von den Menschen in Astrids Leben erzählt, und von den sozialen Beziehungen untereinander.
Natürlich spielt die Kindheit eine wichtige Rolle, ebenso wie die wichtigste Person in Astrids Leben - Samuel August, der geliebte Vater, dem Margareta Strömstedt innerhalb dieser Biographie einen ganz besonderen Platz zuweist als Urbild der liebevollen Beziehung eines Erwachsenen zu einem Kind.

Bei aller Emotionalität wirkt die Lebensbeschreibung Astrid Lindgrens trotzdem nie trivial... das ganze Werk liest sich flüssig und spannend wie ein Roman, ist warmherzig geschrieben, und man erfährt wirklich alles, was wichtig ist und was man über Astrid Lindgren wissen sollte - zumindest das, was Astrid an die Öffentlichkeit lassen wollte. Denn ganz sicherlich gibt es ein großes Tabuthema, dem auch Strömstedt sich nur in gewissem Maße nähert: dem abrupten Ende der Kindheit, als Astrid schwanger wird und in Stockholm schwierigen Zeiten entgegensieht.

Manko: Wenn ich was ganz Bestimmtes suchen möchte, muss ich doch sehr herumwühlen - kein Wunder bei drei superlangen Kapiteln; viele Inhalte tauchen da wie dort auf.
Fazit: Sehr lesenswert! Selbst wer durch andere Biographien viel von Astrid Lindgren weiß, kann hier noch einige Facetten entdecken, es ist mit die umfassendste Bio, die über Astrid Lindgren geschrieben wurde.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Nadine1978 TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Nur eine gewöhnliche Hausfrau!" Das soll der Verleger Rabén enttäuscht ausgerufen haben, als er erfuhr, daß die Autorin eines Kinderbuches, das den zweiten Preis eines Wettbewerbs von Rabén & Sjögren gewonnen hatte, eben "nur" eine ganz normale Ehefrau und Mutter von zwei Kindern war und (noch) keine bekannte Persönlichkeit.

Margareta Strömstedt, geboren 1931, ist Lehrerin und Journalistin und war eine gute Freundin von Astrid Lindgren. Sie ist außerdem, ebenso wie ihre Freundin, Smaländerin. Ihre Biographie "Astrid Lindgren - Ein Lebensbild" ist noch zu
Lebzeiten der berühmten Kinderbuchautorin erschienen - 1999 in Schweden, 2001 in Deutschland - und hat 383 Seiten.

Margareta Strömstedts "Lebensbild" basiert zum Großteil auf Astrid Lindgrens Kindheit - und der Zeit davor. Die Autorin widmet sich ausführlich den Eltern ihrer Heldin - man darf getrost "Heldin" sagen, denn es wird überdeutlich, daß Margareta Strömstedt Astrid Lindgren glühend verehrt und nichts auf sie kommen ist. Sie liebe sie, gibt sie im Vorwort zu und fügt hinzu: "Möge der grollende Gott der Biografen mir verzeihen!"

Samuel August Ericsson und Hanna Jonsson hießen die Eltern, dessen Liebesgeschichte
Astrid Lindgren später aufgeschrieben hat, und waren smaländische Bauern. Glücklicherweise enthalten die ersten Seiten des Buches einen Stammbaum, denn sonst wäre es schwer, all die Hannas, Idas, Stinas und Albins in dieser Familie auseinanderzuhalten! Einen bekannten Schriftsteller (zumindest in Schweden bekannt) gab es in der Verwandtschaft, nämlich den Dichter Albert Engström.

Als Astrid Anna Emilia Ericsson 1907 geboren wurde, konnte keiner ahnen, daß sie die größte Kinderbuchautorin aller Zeiten werden würde - aber der Hang zum
Geschichtenerzählen lag eindeutig in der Familie. Astrids Vater Samuel August (Vorbild für den netten Großvater der Bullerbü-Kinder) soll ein beliebter Märchenonkel gewesen sein, und ihre drei Geschwister haben ebenfalls alle geschrieben - die Schwester Stina war als Übersetzerin tätig und hat mit 90 ihr erstes Buch veröffentlicht. Auf die Frage, warum sie so lange gewartet habe,
sagte sie: "Ich mußte eben so lange üben." Auch der Humor scheint ein Familienzug gewesen zu sein. Astrid Lindgren hatte ein besonders enges Verhältnis zu ihrem Bruder Gunnar, dessen Tod sie schwer getroffen hat: "Lasse aus Bullerbü, der erste Sachensucher, ist tot", hat sie geschrieben.

Ich wußte zwar schon lange vor der Lektüre dieses Buches, das Astrid Lindgrens Werk viele autobiographische Züge hat - aber WIEVIEL, ist mir erst durch dieses Buch klargeworden. Nicht nur Madita (im Original: Madicken), Michel (Emil) und die Bullerbü-Kinder, sondern auch viele Einzelheiten gehen auf eigene Erfahrungen der Autorin zurück - z. B. Melcher Melchersons Motto "Dieser Tag ein Leben", ein Zitat, das Astrid Lindgren als 17jährige im Jahre 1925 aufgeschnappt und fast 40 Jahre später - 1964 in "Ferien auf Saltkrokan" - verarbeitet hat. Oder der Schornsteinfeger ("Madita"), der verheiratet ist und einen Haufen Kinder hat, was ihn aber nicht vom Flirten abhält - auch den gab es tatsächlich. Es würde den Rahmen
der Rezension sprengen, alles aufzuzählen, wahrscheinlich würde man schneller fertigwerden, wenn man sich heraussucht, was KEINEN autobiographischen Ursprung hat.

Daß Margareta Strömstedt sich so sehr auf Astrid Lindgrens Kindheit konzentriert, liegt wahrscheinlich daran, daß man über besagte Kindheit gut Bescheid weiß, weil die Autorin immer bereitwillig davon erzählt hat und die Kindheitserlebnisse die Quelle für ihre Werke sind. Über die erwachsene Astrid Lindgren, etwa über ihr
Privat- und Familienleben, weiß man dagegen nur sehr wenig.

Alle Werke werden einsilbig, wenn man bei Astrid Lindgrens 18. Lebensjahr
angelangt ist und sie - unverheiratet - schwanger wird. Über den Vater des Kindes hat sie nie gesprochen, außer zu erwähnen, daß sie nichts mit ihm zu tun haben wollte. Auch Margareta Strömstedt nennt den Namen dieses Mannes nicht. Angeblich war es der Chefredakteur der Vimmerbyer Zeitung. Die schweren Jahre als hart arbeitende und schlechtbezahlte Sekretärin in Stockholm, während ihr Sohn Lars bei einer Kopenhagener Pflegefamilie untergebracht war, spielen noch eine Rolle, aber ab der Heirat mit Sture Lindgren "gibt" es in allen biographischen Arbeit fast nur noch die Schriftstellerin und die öffentliche Person.

Für was sich die Autorin alles eingesetzt hat, ist bekannt - vor allem für die Rechte der Kinder und den Tierschutz, aber auch - obwohl keine glühende Emanze - für die Gleichberechtigung der Frau. Und das fast immer mit Humor, wie ein Brief zeigt, den sie an die Gemeinde Linköping geschrieben hat, für deren Gemeindeblatt sie (in den 1960er Jahren) einen Artikel schreiben sollte und wollte. Sie hat von der Mitwirkung abgesehen, nachdem sich herausstellte, daß der Großteil der Gemeinde gegen die Frauenordination war. Begründet hat sie ihren Rückzug wie folgt:

"Das Weib schweige in der Gemeinde, diese Ansicht des Apostels Paulus teilt die Geistlichkeit der Diözese von Linköping. Wenn es vor 2000 Jahren Zeitungen gegeben hätte, dann hätte Paulus bestimmt hinzugefügt: Das Weib schweige auch im Gemeindeblatt. Ich habe beschlossen, dies zu tun. Ich bin sicher, daß Paulus in seinem Himmel dies gutheißt. Die Tatsache, daß es zu seiner Zeit noch kein
Jahrbuch der Diözese Linköping gab und ganz andere gesellschaftliche Verhältnisse herrschten, sollte uns nicht daran hindern, in seinem Geiste weiterzuleben."

Erreicht hat sie auch eine Menge, z. B. ein neues Tierschutzgesetz in ihrer Heimat... das ihr allerdings nicht weit genug ging. Das Verprügeln von Kindern wurde in Schweden übrigens schon 1979 verboten, in Deutschland meines Wissens erst im Jahre 2000 ... und Astrid Lindgrens strikte Ablehnung der Prügelstrafe hat ihr in Deutschland auch Kritik eingebracht. Ihre Dankesrede, als sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekam, durfte sie erst halten, nachdem sie gedroht hatte, der Verleihung andernfalls fernzubleiben...

Ich glaube, der Gott der Biographen hat Margareta Strömstedt ihre gänzlich unkritische Darstellung von Astrid Lindgren verziehen.
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