Ach ja, das Leben ist manchmal ganz schön "dull". Da sahnen Bands wie Green Day, Good Charlotte, Blink 182 oder Yellowcard fleißig ab, laufen in Deutschland ständig auf MTV, während das großartige Samiam Album "Astray" sich hier mit 4 Kundenrezensionen begnügen muss. Dabei steckt letzteres wieder locker alle Alben der vorher Genannten in den Schatten und bietet Emopunk in (fast) perfekter Form. Das ist schon seit dem Erscheinen so, muss jetzt und an dieser Stelle aber nochmal ausdrücklich festgehalten werden.
Irgendwie mutet es dann schon komisch an, wenn man mit Samiam den Pop in Verbindung bringt und eine Genrelokalisation in Begriffe wie Poppunk oder derartiges kleidet. Samiam ist nun wirklich weit davon entfernt populäre Musik zu machen und wird vermutlich nie das Privileg haben große Arenen füllen zu dürfen.
Das ist eigentlich schade, da die Band mit Titeln wie "Mud Hill", "Sunshine", "Dull" und "Super Brava" ihr ohnehin beachtliches Repertoire an Emo-Core Hits erweitert. Toll anzuhören sind alle Lieder der Platte und ein Favorit lässt sich unter den Tracks nur schwehr ausmachen. Vor allem kann Jasons Stimme den Hörer noch wirklich bewegen im Vergleich zu anderen Acts heutzutage: Da muss ich mir zuerst die Lyrics genau durchlesen, bevor ich weiß welche Gefühle man eigentlich ausdrücken wollte, wenn überhaupt noch eine Botschaft da ist. (aber zur Not hat man ja immer noch Love&Peace)
Na ja, der Fan weiß, was er an Samiam hat (hoffentlich noch lange!?) und die Tatsache, dass die Gruppe längst nicht so bekannt ist wie sie verdient und sich "nur" auf Clubgröße bewegt, stilisiert sie doch irgendwie auch zu Helden.
Dem, der den weg hierher findet, kann das Album in jedem Fall nur empfohlen werden, sofern er für jegliche Form von Punk etwas übrig hat. Genauso wie die Vorgänger "You Are Freaking Me Out" und "Clumsy". Go Sam Go!