Van Morrisons erste Solo-LP von anno 1968 -- kaum zu glauben, dass das ein Erstlingswerk war! Dieses Album ist ein Meilenstein der Musikgeschichte, es klingt wie aus einem Guss (hocherfreulich, dass nicht einige gutgemeinte "Bonustracks" auf der CD diesen Eindruck konterkarieren!), schlicht und einfach perfekt (Kann man das Wort "perfekt" steigern?), ohne glatt oder gar routiniert zu wirken. Noch nicht einmal Van Morrison selber konnte das jemals überbieten!
"Astral Weeks" lässt sich einfach nicht verschubladen; Morrisons kombiniert hier Soul, Blues, Jazz, Fandango und Folk (hab ich was vergessen?) zu seinem ganz eigenen Stil, der ihn seitdem unverkennbar macht: Jeder Song klingt wie gerade eben improvisiert; erst mit der Zeit merkt man, wie ausgefuchst die Kompositionen sind, wie virtuos hier Blues mit ganz neuer Instrumentierung (Gitarre, Flöte, Vibraphon, dezente Streicher, Saxophon vor allem) und unnachahmlichen Rhythmen und Rhythmuswechseln kombiniert wird -- hochkompliziert eigentlich, aber alles klingt unangestrengt und locker. Morrisons Songs präsentieren sich in epischer Breite, beginnen oft verhalten, um sich dann geradezu orgiastisch ihrem Ende entgegen zu -- ja was? zu morrisonisieren? Da versagt die Sprache wieder mal. Empfehlung zum Reinhören: Die gesamte CD.