...häufig eingeleitet durch die von Klaus Gesing virtuos gespielte Bassklarinette, in die Anouar Brahem sein unheimlich räumlich sehr präsentes Oud-Spiel einfließen lässt ohne aufdringlich zu wirken, angetrieben vom dezenten Bassspiel Björn Meyers, in die der noch sehr junge Libanese Khaled Yassine mit Darbouka und /oder Bendir eine dezente musikalische Spur des Okzident bringt. Die in ihrer Grundstimmung dunkel wirkende, von Anouar komponierte Musik ist dem in 2008 verstorbenem palästinensischem Philosophen Mahmoud Darwisch gewidmet, auf dessen Gedicht "Rita and the Rifle" sich Brahem mit dem Titel der CD bezieht.
Rita, so sie denn existierte, würde wirklich mit offenem Mund und staunenden Augen der Musik dieses meisterhaft zusammenspielenden Quartetts lauschen und im Titelstück das Gefühl haben, dass die sich auf sie beziehende Titelzeile mit den vier Instrumenten "gesungen" wird.
Treffen alle Instrumente, in gespürter Leichtigkeit des Seins, mit dem zurückhaltenden Sing-Sang Brahems aufeinander, würde Rita sicherlich in Schamesröte eine auf die andere, sie überwältigende Glücksschauer mit Gänsehaut und feuchten Augen auf das wirklich wichtige im Leben zurück geworfen: tiefe, bedingungslose, unendliche Liebe.
Ein kompositorisches Meisterwerk, mit dem der Komponist den Weg zur Unsterblichkeit der Seele weißt.Ich würde die staunenden Augen Ritas gerne sehen.
Wen diese Musik nicht berührt, kann nie erfahren, was tief empfunde Liebe ist.
...noch unter dem Eindruck des überwältigenden Konzerts am 25.10. in Mannheim, möchte ich dieses Geschenk an die Menschheit allen empfehlen. Sie setzt ein Zeichen für Frieden und Liebe!
In tiefer Dankbarkeit...
Lothar Rodekurth