... denn darum geht es hauptsächlich in diesem Film. Ich habe die Comics niemals gelesen, hatte aber ein paar Hörspiel Kasetten als Kind und habe gerne die Zeichtrickfilme gesehen. Und deswegen, weil ich wahrscheinlich niemals den Vergleich hatte, dass Realverfilumgen den 'Charm' des Comics nicht rüber bringen sollen, fand ich die ersten zwei Asterix Filme sehr gelungen. Ich fand sie voller Witz, Charme, Einfallsreichtum, mit viel Liebe zum Detail.
Und was hat man mir hier geliefert?
(Achtung, eventuelle Spoiler.)
Asterix und Obelix mutieren zu NEBENCHARAKTEREN! Ich fand die beiden Schauspieler eigentlich sehr gut, vor allem unseren 'Obelix', für den ich mir mittlerweile keine andere Besetzung als Gerad D. vorstellen kann. Auch mit der Neubesetzung des Asterix hätte ich mich gut anfreunden können. Hätte man ihm nur etwas mehr Raum zur Entfaltung, sprich, mehr Spielraum gelassen!
Denn die Szenen der beiden Helden sind verdammt kurz, beschränken sich auf wenige Säzte und albernen Slapstick. Vor allem Obelix wird hier, mehr noch als in den anderen Filmen, auf jemanden beschränkt, der die ganze Zeit an "Ich habe Hunger" und "Ich will Römer verhauen" denkt. Nicht, dass Obelix nicht so ein Charakter wäre, ABER hier hatte er selten etwas anderes zu sagen. Und Asterix? ich weiß nicht. Der Schauspieler konnte die Rolle gar nicht richtig zur Entfaltung bringen,weil er dafür gar keine Zeit hatte. Denn immer wieder schwenkten die Szenen zu einem (absolut schrecklichen!) selbstverliebten Cäsar, dessen Sohn verzweifelt versucht, ihn umzubringen und das mit allen Mitteln. Und dieses Schema widerholt sich. Und widerholt sich. Und widerholt sich. Bis zum Erbrechen. Brutus nimmt eine der Hauptrollen ein. Wo bleiben Asterix und Obelix dabei? Ich fand das Zusammenspiel der beiden alten Schauspielern in den letzten zwei Filmen herrlich, da hat alles gestimmt! Aber hier haben die beiden ja kaum etwas zu sagen...
Der Film hat eine so magere Handlung, dass es mich nicht wundert, dass man versucht hat, mit seelenlosem Slapstick etwas Witz hinein zu bekommen. Es sind VIEL ZU VIELE moderne Elemente eingebaut, VIEL ZU VIELE Promis und berühmte Sportler, mit denen man wahrscheinlich versucht hat, aus dem Film noch etwas rauszuholen, was nicht rauszuholen ist. Und auch die Olympischen Spiele an sich sind VIEL ZU LANG.
Jetzt zu der obligatorischen Liebesgeschichte zwischen Romantix und Irina. Und um ehrlich zu sein: Es gibt nicht einen Grund, warum die beiden so 'unsterblich' ineinander verliebt sein sollten. Romantix (der ürbigens keinen Deut Romantik in sich hat und sich die Gedichte, die er seiner Angebeteten schickt, von Obelix diktieren lässt!) hat offensichtlich ein Bild von ihr auf einer Münze. Und Irina verliebt sich in seine Worte, was sie noch selbst am Anfang sagt (Übrigens ist Irina eine der langweiligsten, durchsichtigsten Charaktere im Film und erscheint wie ein nettes Schmuchstück, das auf einem Tron sitzt, um die männlichen Zuschauer anzusprechen). Komischerweise scheint es sie hinterher gar nicht zu stören, dass Obelix hinter einem Busch steht und Romantix die Worte, die er zur Irina hinaus ruft, in den Mund legt. Also von wegen 'Ich bin nur in seine Worte verliebt', denn würde das stimmen, hätte sie ja beim Anblick von Obelix in Ohnmacht fallen müssen -.-
Der Kampf zwischen Brutus und Romantix gerät albern und unnötig, sowie langweilig.
Und dann hat man sich aus Elementen des ersten Films bedient. Die Druiden treffen sich wie im ersten Teil. Und Mirakulix wird entführt. -.-
Was mir an dem Film gefallen hat:
Bullys Auftauchen fand ich sehr gelungen, nur schade, dass er auf grund seiner nicht vorhandenen Französich Kentnisse nur eine Rolle bekommen hat, in der er gar nicht richtig sprechen muss.Denn das, was wir deutschen von unserem Bully normalerweile an Gags gewöhnt sind, geht da mehr oder weniger unter. Auch wenn seine Einlagen lustig waren, so kamen sie doch nicht an das heran, was wir aus seinen deutschen Filmen gewöhnt sind.
Auch bei Micheal Schuhmachers Auftritt musste ich sehr lachen, weil ich die Idee wirklich lustig fand.
Troubadix findet endlich einen Fan und Freund, der ein genauso mieser Musiker wie er selbst ist.
Ansonsten waren mir die Schauspieler unserer Helden wie immer sehr sympatisch, auch der neue Asterix, aber da der Film (leider) seinen Fokus auf Brutus und Cäsar richtet, konnten beide ihre Rollen nicht wirlich ausspielen und sie entfalten.
Zum Schluss taucht Numerobis auch noch auf (was eine große Überraschung war), zum abschließenden Fest, das diesmal in Griechenland stattfindet. (Jenes wird aber auf höchst alberne Art und Weise in die Länge gezogen. Wieder ist der Hauptblick nicht auf Asterix und Obelix gerichtet, sondern auf Numerobis selbst.)
Fazit:
Der Film ist ein Fall für die Tonne. Ich schaue mir Asterix und Obelix schließlich nicht an, um in 70 Prozent der Szenen dabei zu zu sehen, wie Brutus seinen Vater um die Ecke bringen will. Ein trauriger Abstieg von den humorvollen, meiner Meinung nach äußerst charmanten ersten beiden Teilen der Asterix Realverfilmungen.