Nachdem der komplett in deutschen Landen produzierte ASTERIX IN AMERIKA den Charme früherer Zeichentrick-Adaptionen der Asterix-Comics weitgehend vermissen ließ und sich stilistisch allzu sehr den damals boomenden Disney-Filmen anbiederte, hoffte man als Fan des kleinen Galliers natürlich, dass es mit der französisch-dänischen Co-Produktion ASTERIX UND DIE WIKINGER wieder aufwärts gehen würde. Leider ist dem nicht so.
Die Story des neuen Films ist dünn, die Gags noch dünner. Richtige Brüller sucht man vergebens. Und richtiges Asterix-Feeling kommt angesichts dessen, dass man den Film krampfhaft mit New-Age-Unsinn vollgestopft hat, um ihn für die Computer-Kids-Generation kompatibel zu machen, auch nicht auf. Wenn Grautvornix den Galliern die "neuesten Moves von den Dancefloors in Lutetia" (sic!) zeigt, mit seiner Taube SMS-Botschaften verschickt (!) oder die Wikinger zur abendlichen Entspannung in die Disco gehen (in der natürlich Techno und Hip-Hop gespielt werden) kann der echte Asterix-Fan nur traurig mit dem Kopf schütteln.
Weiterhin ist der Film leider auch nicht gerade gut animiert. Dies betrifft vor allem die Colorierung. Das ganze sieht irgendwie billig aus. Zwar hat man in jeder Szene den Figuren aufwendige Glanzränder (nennt man die so?) verpasst, um Lichteinfall und damit Dreidimensionalität zu simulieren. Schade nur, dass man sich dabei keinerlei Gedanken über den Licheinfall gemacht hat. Kaum wechselt die Einstellung, kommt das Licht plötzlich aus einer völlig anderen Richtung. Und die Schattenwürfe von Figuren und Hintergründen passen auch nur sporadisch zueinander.
Ein weiteres Ärgernis ist die deutsche Synchro, die zwar den altbekannten Obelix-Sprecher Wolfgang Hess (SIEG ÜBER CÄSAR und ASTERIX BEI DEN BRITEN) in der Besetzungsliste führt, diesen aber statt auf Obelix auf den Anführer der Wikinger besetzt hat. Obelix darf dafür nun mit der Stimme von Tilo Schmitz (u. a. Stammsprecher von Ving Rhames) palavern, die so gar nicht zu ihm passen will. Miraculix wiederum hat man die Stimme von Thomas Reiner verpasst, der in ASTERIX IN AMERIKA noch Julius Cäsar sprach.
Apropos Cäsar: Eine Figur, die man im neuen Film schmerzlich vermisst. Eine Szene, in der die Gallier in gewohnter Manier über eines der umliegenden Römerlager herfallen, wirkt hier fast wie ein Fremdkörper mit Alibi-Funktion.
Insgesamt leider ein enttäuschend schwacher Asterix-Film.