Alles beginnt damit, dass der Präfekt von Gallien ein originelles Geschenk für Caesar braucht -- und was wäre origineller als einer der unbesiegbaren Gallier? Gesagt, getan. Troubadix als der vermeintlich Harmloseste des Dorfes wird von den Römern entführt und nach Rom gebracht. Im Dorf ist man zunächst erfreut, dass der Barde weg ist, aber als der Grund bekannt wird, ist Schluss mit lustig: DAS brauchen sie sich nicht gefallen lassen! Asterix und Obelix fahren also nach Rom. Inzwischen haben die Römer mitbekommen, welch ein Danaergeschenk der sangesfreudige gallische Barde ist... Nach einer längeren Suche, die sie quer durch Rom führt, erfahren Asterix und Obelix, dass Troubadix dazu ausersehen wurde, im Circus Maximus von den Löwen gefressen zu werden. Aber, wie das so ist: Caesar denkt, und Asterix lenkt...
"Asterix als Gladiator", der 4. Band der Asterix-Reihe nach "Asterix der Gallier", "Die goldene Sichel" und "Asterix bei den Goten" (die abweichende deutsche Bandzählung beruht auf den deutschen Erstveröffentlichungen), ist einer der allerbesten der ganzen Serie! Und das nicht nur, weil hier zum ersten Mal die Piraten auftreten und gleich nach Strich und Faden versenkt werden -- sogar der mit lateinischen Zitaten um sich werfende "Dreibein" ist bereits dabei; nur der Ausguck mit der 'r'-Schwäche kommt erst später hinzu -- oder weil hier zum ersten Mal das ganze Dorf ein Römerlager überfällt und die Legionäre detailreich das Fürchten lehrt (Obelix erfindet hier außerdem das Helmspiel).
"Asterix als Gladiator" glänzt vor allem mit unglaublich vielen witzigen Einfällen seiner beiden Autoren. Ganz nebenbei lernt man mit Asterix und Obelix das antike Rom näher kennen: Man erfährt z.B. etwas über die Gepflogenheiten in römischen öffentlichen Bädern (die Obelix natürlich sofort ein wenig aufmischt) und über die verschiedenen Arten der Gladiatorenkämpfe, oder man erlebt ein römisches Mietshaus samt Treppenhaus-Gezänk. Das Ganze ist natürlich gespickt mit witzigen Details, etwa wenn Gaius Obtus, der neureiche Organisator von Gladiatorenkämpfen, seinen Gästen mit erlesener Küche imponieren will ("Krabbenzahnfleisch aus der Mongolei"), oder wenn am Ende das Circus-Publikum deswegen für Asterix den Daumen hochhält (das Symbol für Begnadigung), weil er Troubadix drastisch zum Schweigen gebracht hat, oder wenn ein ägyptischer Tourist seinen Namen auf antike Säulen kritzelt, oder wenn das Wagenrennen von "Ben Hur" herrlich veräppelt wird. Und dann ist da natürlich noch der phönizische Kaufmann Epidemais mit seinen Gesellschafter-Ruderern...
Als ob das nicht schon genug fürs Zwerchfell wäre, wird obendrein noch alles begleitet von Troubadix' leidenschaftlichem, kaum zu bändigendem Sangeswillen. Wie gut, dass es Petersilie gibt...