Obelix ist verliebt -- zu dumm, dass die schöne Falbala schon vergeben ist. Aber als ihr Verlobter Tragicomix ("der Schönling") in die römische Armee eingezogen wird und am Bürgerkrieg zwischen Caesar und Scipio Afranius teilnehmen soll, kennt Obelix nichts: Zusammen mit Asterix meldet er sich freiwillig, um das schöne Paar wieder zusammenzubringen.
Asterix und Obelix in der römischen Armee -- ob d a s das Imperium verkraftet? Mit knapper Not. Denn was die beiden in ihrem zehnten Abenteuer so anstellen, macht "Asterix als Legionär" zu einem der allerallerbesten Asterix-Hefte, und was das bedeutet, weiß jeder Asterix-Leser.
Natürlich wird nicht nur der historische Hintergrund feste durch den Kakao gezogen, sondern auch die Gegenwart; die Anspielungen auf die Fremdenlegion sind nicht zu übersehen, und die diversen nationalen Spleens der ach so einigen Europäer bieten Raum für Gags der Extraklasse. Herrlich immer wieder die Bredouillen des Dolmetschers ("Was sagt der Zenturio?" -- "Was sagt der Gote?"), der getreulich jeden Fluch übersetzt. Oder die wunderschön verqueren Kommentare des Ägypters Tennisplatzis, der sich auf Urlaubsreise wähnt und rätselt, ob Caesar nun der Alleinunterhalter oder der Turnlehrer des Feriendorfes sei. Oder der running gag "Ist er verliebt?"...
Sodann die ultimative Darstellung der Mühlen der Bürokratie -- jeder hat sowas irgendwie irgendwann schonmal erlebt, aber so schön auf den Punkt gebracht wie Goscinny und Uderzo im Hauptquartier der römischen Armee in Condate hat das noch niemand. "Tragicomix mit einem 't' wie in 'timeo Danaos et dona ferentes'" -- dieses Zitat werd ich noch im tiefsten Delirium zusammenbringen.
Jaja, "mit Liebenswürdigkeit erreicht man alles"... -- das bekommen auch die beiden bemitleidenswerten römischen Kommandeure Hotelterminus und Nichtsalsverdrus am eigenen Leib zu spüren.
Und dann natürlich noch all die kleinen feinen Gags, die man unmöglich alle aufzählen kann, und die man erst nach und nach aufspürt -- nur ein Beispiel: Géricaults "Untergang der Medusa" etwa, als Tableau der Piraten.
Und ganz nebenbei bringt Obelix auf den Punkt, was die Welt der Gallier im Innersten zusammenhält: "Du denkst und ich bin". So lob ich mir meinen Descartes.
Das Heft birst vor Frontalangriffen auf des Lesers Zwerchfell, das diesen Attacken bald nicht mehr standhält, und wieder feuern Goscinny und Uderzo aus allen Rohren: Wortwitz und zeichnerische Anspielung, running gags en masse -- keine Heilige Kuh der höheren Bildung ist dagegen gefeit, ein wenig angepiekst zu werden.