Das hat mir bei Assassin's Creed: Revelations gefallen:
Filmreife Story
Der Twist zwischen spannender Hauptstory um Desmond und die Animus-Maschine sowie der Erinnerungs-Geschichte Anfang des 16. Jahrhunderts,
ist ungemein reizvoll. Zudem lassen die Entwickler in den erstklassig synchronisierten Cut-Scenes bei Erzählweise und Kameraperspektiven immer wieder Anleihen aus der Traumfabrik Hollywood einfließen.
Ihr verfolgt in Revelations zwei Handlungsstränge: Einerseits versucht Ezio in Konstantinopel die fünf Schlüssel zu Altairs Bibliothek in Masyaf zu finden und zapft dazu das Wissen der hübschen rothaarigen Buchhändlerin Sofia an -
daraus entsteht auch eine Romanze. Auf der anderen Seite hilft Ezio Herrscher-Sohn Prinz Suleiman eine Intrige aufzudecken,
unter der Konstantinopel zu leiden droht. Am Ende laufen die beiden Handlungsstränge zusammen und münden in einem Finale,
dass Emotionen weckt und wie immer durch neu aufgeworfene Fragen Spannung erzeugt.
Der Cliffhanger ist diesmal aber weit weniger schmerzhaft als noch bei Brotherhood.
Achtung Spoiler: Altair stirbt tatsächlich, mehr sei nicht verraten ...
Fesselnde Atmosphäre
Die Entwickler schaffen es einmal mehr die Spielwelt so lebendig wirken zu lassen,
wie in kaum einem anderen Spiel. Am Hafen von Konstantinopel werfen Angler ihren Köder aus,
auf dem Markt bieten in vielfältige Gewänder gehüllte Händler ihre Waren an.
Die extrem detaillierte Umgebung mit ihren fast fotorealistischen Mauern und Holzwänden nimmt einen in Kombination mit der brillanten Klangkulisse blitzschnell in einer Atmosphäre-Fessel gefangen,
aus der ich nicht die geringste Chance hatte zu entkommen.
Erstklassig inszenierte Missionen
Einige Missionen sind absolut filmreif inszeniert.
Als ich zum Beispiel im Galataturm nach einem der fünf Schlüssel suchte,
bricht alles unter uns weg und wir sausen in die Tiefe. Zwischen actionreichen Cut-Scenes müssen wir auch an einer Wand entlanggleiten
und Hindernissen ausweichen. In einer anderen Mission verkleidet sich Ezio als Barde und "beglückt" Partygäste mit seinem Singsang -
während im Hintergrund Bösewichter gemeuchelt werden. Auch zu Beginn und am Ende des Spiels erwartet einen einige besonders spektakuläre Passagen -
von denen ich mir aber noch mehr gewünscht hätten.
Nützliche Hakenklinge
Die verbesserte Unterarmklinge ist weit mehr als nur ein Werkzeug mit dem man an aufgespannten Seilen entlanggleiten kann -
leider gibt's von diesen Seilen zu wenige.
Nachdem man das praktische Teil - nach rund einer Spielstunde - ausgehändigt bekommen hat,
lassen sich auch Gebäude viel schneller erklimmen. Kletterfans dürfen sich zum Beispiel auf den Galataturm freuen,
von dessen Spitze aus man einen herrlichen Blick über Konstantinopel hat.
Aber auch in Kämpfen hilft die Hakenklinge und ermöglicht neue Konter-Moves.
So zieht ihr einem Gegner elegant die Beine weg oder legt ihn durch Einsatz beider Klingen im wahrsten Sinne aufs Kreuz.
Aufgewertete Assassinen-Gilde
Der Stellenwert der Assassinen-Kollegen steigt in Revelations.
Meister-Assassinen müssen bei Ezio persönlich eine Prüfung ablegen und können dann die neuen Festen verteidigen.
Die Rekrutierungsmissionen sind zudem deutlich vielfältiger als in Brotherhood. Auch besser:
Per Knopdruck lässt sich nun die ganze Assassinen-Riege auf einmal aufrüsten.
Bomben
Das Bauen von Bomben ist viel einfacher als befürchtet. Aus drei Zutaten bastelt man die gewünschte Rezeptur und braucht die Bomben dann nur noch zu klonen.
Zutaten findet man beim Plündern der erledigten Gegner. Es lassen sich beim Händler auch komplette Bomben kaufen,
samt Spezialsprengkörpern oder besonders effektiven Ablenkungsbeuteln. Dass ich die Bomben letztlich kaum eingesetzt haben,
liegt eher daran, dass mir der moderate Schwierigkeitsgrad nicht dazu gezwungen hat. So haben wir die Sprengkörper lieber aufgespart,
getreu dem Motto: "Man weiß ja nicht, was noch so kommt."
"Reise durch den Animus"
Durch das Sammeln von Datenfragmenten lassen sich fünf Minispiel-Missionen auf der Animus-Insel freischalten.
Darin bewegt sich Desmond aus der Ego-Porspektive durch den Animus-Kern. Da Desmond dabei Selbstgespräche führt,
erfährt man mehr über seine Vergangenheit. Außerdem werden Bilder an Wände projiziert, die zum Beispiel das Dorf zeigen,
in dem Desmond aufgewachsen ist. Um voran zu kommen, müsst ihr mit einem Spezialgerät Brücken bauen. Das klingt simpel,
ist es aber nicht, denn ab der zweiten Mission sorgen diverse Fallen für knifflige Momente. Die Sequenzen erinnern an Portal und haben
mir dank der psychedelischen Atmosphäre gut gefallen.
Verbesserter Multiplayer-Modus
Mehr Modi, mehr Features. Vor allem die neue Spielvariante Capture the Artifact hat mir gefallen.
Generell fällt es allerdings noch zu schwer Angriffe abzuwehren - da hoffen wir auf einen baldigen Patch.
Klar, der Multiplayer-Modus von ACR kann mit dem von MW3 oder Battlefield 3 in keinster Weise mithalten.
Wer aber auf ein gemächlicheres Spieltempo und Kills aus nächster Nähe steht, wird Gefallen am Multiplayer von Revelations finden.