Die Reihe "Assassin's Creed" - Einige Hintergrundinformationen
Bevor Plagiatsvorwürfe aufkommen: Ich beziehe mich auf Informationen aus dem Internetlexikon wikipedia.de, das sich sehr häufig als vertrauenswürdig herausgestellt hat. Und natürlich auf meine eigene Erfahrung, die ich bisher mit dieser Videospielreihe gemacht habe...
"Assassin's Creed" ist ein am 10. April 2008 veröffentlichtes Action-Adventure des Studios Ubisoft Montreal. Produzentin ist mit Jade Raymond eine 1975 geborene studierte Informatikerin, die auch am 2012 erscheinenden "Tom Clancy's Splinter Cell: Retribution" mitwirkt. Mit 9,8 Millionen plattformübergreifend verkauften Exemplaren ist der erste Teil nach wie vor der erfolgreichste der berühmten "Assassin's Creed"-Reihe, die inzwischen auch Comic-, Roman- und Kurzfilmableger aufweisen kann (die Bücher zu AC II und AC Brotherhood von Oliver Bowden gehören meines Erachtens zu den besten Videospielromanen), genaue Informationen zu allen Veröffentlichungen rund um Assassin's Creed findet man im "Assassin's Creed Universe Trailer".
Assassin's Creed - Zwei Geschichten unter einem Hut
Den Autoren von "Assassin's Creed" ist es gelungen, zwei packende Geschichten parallel zueinander zu erzählen: Auf der einen Seite wird Desmond Miles, ein Barkeeper, im Jahre 2012 von einer mysteriösen Organisation namens Abstergo gefangen gehalten. Doch der sogenannte Animus hat es in sich: Mit ihm kann man die in den Genen eines Menschen gespeicherten Erinnerungen seiner Vorfahren enthüllen.
So wird Desmond als Assassine Altair in das Israel des 12. Jahrhunderts geschickt, um dem Konzern Abstergo einige wichtige Informationen zu beschaffen. Die Charaktere bleiben zwar etwas blass, die Geschichte an sich ist aber das tragende Element dieses Spiels.
Freunde gepflegter Verschwörungstheorien kommen also auf jeden Fall auf ihre Kosten.
Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.
Durchdacht?
Die Grafik ist für ein Spiel aus dem Jahr 2008 durchaus gelungen, Setting und Story sind meiner Meinung nach grandios und auch die Steuerung kann nach kurzer Eingewöhnungszeit überzeugen.
Was hat Ubisoft Montreal also falsch gemacht? Leider sehr viel, angefangen bei der Welt. Die Städte sind zwar gigantisch (und übrigens auch schön) und laden zum fröhlichen Entdecken ein. Problem nur, dass es nichts zu entdecken gibt.
Die Struktur des Spiels ist ebenfalls nicht durchdacht: Man reist in eine Stadt nach der anderen und bereitet sich in Form von Minispielen auf das anstehende Attentat vor. Das wiederholt man neun mal, bis sich das Spiel dann zum Ende hin von seiner Struktur löst und dem Spieler somit ein spannendes Finale bietet (außerdem werden hier auch die oben genannten Verschwörungstheoretiker ihre Freude haben).
Der Sound ist okay, für den Soundtrack war der unkonventionelle Jesper Kyd (Hitman, Unreal Tournament 3, Splinter Cell Chaos Theory, Borderlands und die komplette AC-Reihe) verantwortlich. Doch leider haben einige Klon-NPCs neben dem gleichen Aussehen auch die gleiche Stimme und zumindest bei mir wurden manche Textzeilen frühzeitig abgebrochen (Bug!).
Der letzte Kritikpunkt ist für mich das Kampfsystem: Nach einiger Zeit hat man den Dreh raus und weiß, dass man sich als Assassine in jedes Getümmel stürzen kann - man muss nur richtig blocken und im geeigneten Moment kontern. Mit dieser simplen Taktik besiegt man jede noch so große Gruppe, was nicht so ganz zu der Vorstellung eines hinterhältigen Meuchelmörders passt. Und hier sei auch noch ein kurzer Verweis auf die KI angebracht: Ein weiß gekleideter Mann mit Kapuze (sehr unauffällig aber es sieht nun mal cool aus) steht auf einem Platz, um ihn herum ein Leichenfeld. Statt panisch wegzulaufen, greift mich ein einzelner Soldat an...
Was sagen Fachpresse und Community zu "Assassin's Creed"?
Aus 40 Tests (darunter Rezensionen von Looki, Gamezone.de und 4Players) wurde ein "World-Score" von 80% ermittelt. 33 User des Portals "spieleradar.de" gaben im Schnitt 86 Prozent.
Fazit: Ein Assassine rennt und klettert durch eine israelische frühmittelalterliche Stadt des 12. Jahrhunderts (darunter Damaskus, Akkon und Jerusalem), beschafft sich Informationen über sein zukünftiges Opfer und schlägt dann zu. Dabei geht der Spieler sowohl als Altair als auch als Desmond Miles einem wahren Komplott aus Verschwörungen auf den Grund...
Wem diese Vorstellung gefällt, wer mit den Strukturschwächen und mit einem für manche schon veralteten Spiel klarkommt, sollte sich "Assassin's Creed" nicht entgehen lassen. Es hat definitiv Videospielgeschichte geschrieben...
mfG Martin Ge
PS: Ich habe eine echte "Hassliebe" zu "Assassin's Creed" aufgebaut. Einerseits liebe ich die Ideen, andererseits musste ich mich echt überwinden, das Spiel bis zum Ende durchzuhalten (Struktuschwächen!). Doch es hat sich gelohnt ;)
PPS: Einen besonderen Onlinezwang gibt es übrigens nicht. Soweit ich weiß muss man sich auch nirgendwo anmelden.
PPPS: Die bei der Software-Pyramide übliche Pappbox enthält übrigens eine DVD-Hülle mit dem Spiel.
PPPPS: Ich habe das Spiel mit dem Razer Onza (dem xbox360-Gamepad nachempfunden) gespielt und hatte anfangs Schwierigkeiten, mich mit der Steuerung "anzufreunden", zumal die Tasten nicht korrekt eingeblendet wurden. Ein Freund spielte mit Maus und Tastatur und hatte keine Probleme, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit hatte ich die aber auch nicht und wollte nicht auf mein Gamepad verzichten.