Nach dem zweifelsohne grandiosen Spiel "Assassin's Creed Brotherhood" stellt Oliver Browden nun mit "Die Bruderschaft" seinen zweiten Assassin's Creed-Roman vor. Dabei orientiert sich die Geschichte mit all ihren Wendungen und Geschehnissen streng am Spielverlauf und knüpft somit fast nathlos an Assassin's Creed 2 bzw. den Roman "Renaissance" an. Ezio verschlägt es ins heruntergekommeme Rom, was von den Borgia regiert, terrorisiert und korrumpiert wird, die zuvor das idyllische Montereggioni angergiffen haben. Doch schnell stellt Ezio fest, dass er diesmal alleine nicht viel ausrichten kann und stärker auf seine Assassinen-Brüder angewiesen ist denn je. Doch kann er ihnen wirklich trauen und schafft es die Bruderschaft, Rom von den Borgia zu befreien...
Das Buch ist (wie schon Browdens erstes AC-Werk) sehr gut und detailliert geschrieben, alle Ereignisse aus ACB finden wir auch hier wieder. Doch das ist nicht alles, denn einige Aspekte, die im Spiel etwas zu kurz kamen, greift Browden hier auf und schildert sie detaillierter und ausführlicher: So bekommt beispielsweise Ezio, der im Spiel stehts als Frauenschwarm dargestellt wird, eine ganz neue verletzliche Seite im Hinblick auf seine unerfüllte Liebe Caterina Sforza. Browden neigt hier keinesfalls zu Gefühlsduselei oder gar Kitsch, die zusätzlichen Infos und Dialoge fügen sich hervorragend ins Gesamtbild ein und bereichern die ohnehin schon fantastische Geschichte.
Des Weiteren gibt es wieder einige Ausflüge in die italienische Sprache mit vielen Redewendungen, Flüchen und sonstigen Anmerkungen. Diesmal beschränkt man sich jedoch nicht ausschließlich auf italienisch, sondern auch französisch und spanisch wird hie und da gesprochen. Dank eines Mini-Wörterbuches am Ende des Romans stellt dies allerdings kaum ein Problem dar; einzig kritisieren darf man hier, dass es erstens unvollständig und zweitens dezent nervig ist, stets zum Ende zu blättern - Fußnoten wären hier wohl die bessere Alternative.
Mein Fazit: Als großer Assassin's Creed-Fan hat mir das Buch natürlich sehr viel Spaß bereitet, aber es besitzt auch ohne seinen AC-Bonus immer noch genug, um bei Laune zu halten: Sei es die spannende Story, die tolle Erzählweise, die vielen Charaktere oder die Beschreibung der unterschiedlichen Schauplätze. Ein absolutes Muss ist es natürlich nicht (da man mit Brotherhood eigentlich alles wichtige erfährt), wen ACB allerdings nicht mehr loslässt und gerne liest, der bekommt mit Browdens Roman einen überdurchschnittlich guten Videospiel-Roman!