Das AsRock Z68 Extreme3 Gen3 - ist ein gutes Board für Leute, die mehr möchten als nur mal schnell einen Rechner zusammen stöpseln. Dennoch gibt es mit ihm einige nervige Dinge, die man vorher nicht beachten kann, weil man sie nicht weiß und auch nicht wirklich wissen kann. Ich werde hier einen 1:1 Erfahrungbericht erstellen, denn meine letzte Rechner-Aktion ist nun schon mehr als 3 Jahre her. Auf der Suche nach einem "BTX" Board kamen für mich eigentlich nur 2 Hersteller in Frage. 1. ASUS, ich mag deren relativ gute Qualität oder den als ASUS Billighersteller verrufenen Konzern AsRock. Letzteren Endes wurde es aus rein preislichen Gründen eben AsRock. Das es diesmal kein AMD Phenom wurde, (Mit dem ich echt ein saugeiles System auf die Beine gestellt hatte) war dem gutem Ruf des i5 2500K von Intel geschuldet. Vor allem dessen Speedstep Technology wollte ich unbedingt haben, da beim Phenom (der erste 4 Kerner) alles immer nur mit Vollspeed lief und 120 Watt Grad Abwärme erstmal aus dem Gehäuse transportiert werden muss.
Das Gehäuse, ein nicht zu unterschätzendes Merkmal eines Rechners. Dies sollte extrem leise sein und trotzdem genug Luft für CPU und Grafik sowie Mainboard in das Gehäuse bringen. Ich entschied mich für das Gehäuse
Fractal Design Define R3 PC Gehäuse schwarz. Alleine dieses Gehäuse bringt ohne Innenleben 13 Kilo auf die Waage. Es ist sehr gut verarbeitet und vor allem gegen Geräusche gedämmt. Die Lüfter sind verdammt leise, ohne an Leistung einzubüsen. Ein 600 Watt
OCZ 600MXSP ModXStream Pro Netzteil 600 Watt EU - "R" Netzteil, sollte das Ganze abrunden.
Der Einbau des Boards verlief anständig Reibungslos und flott. Als Grafik diente noch meine alte NVidia GTX 260. Die Festplatten schloß ich der selben Reihenfolge, wie mein altes System, an und steckte dazu noch eine 0815 Realtek Netzwerkkarte. Denn es können nur noch SATA Geräte installiert werden. Das ich einen IDE DVDRecorder besaß, hatte ich schlicht und ergreifend vergessen. :-) Was das jetzt mit der Netzwerkkarte zu tun hat, dazu gleich mehr.
Ich startete das System und schaute erst einmal ins Bios. Ich veränderte nichts und startete das noch aus dem alten System stammende Windows 7 Ultimate. Und was ich noch nie erlebt hatte, funktionierte. Windows 7 lief bis zum Anmeldebildschirm durch und ich konnte mich einloggen. Da aber kein DVD Laufwerk vorhanden war, musste ich irgendwie an die Treiber der beigelegten DVD kommen. Dies habe ich über meinen Laptop erledigt, in dem ich das DVD Laufwerk im Netzwerk freigab. Deswegen brauchte ich auch die 0815 Realtek Netzwerkkarte (Windows 7 hat hier einen Treiber bereits an Board). Nach der Installation der Treiber, konnte ich diese wieder aus dem System entfernen.
Ich war hellauf begeistert und widmete mich nun den Internas. Rechtsklick in die Taskleiste und den Taskmanager auf getan und erst einmal Bauglötze gestaunt. Im System werkelten 8 GB Kingston DDR3 Speicher und Windows lies vermelden. 8GB installiert, 2GB verfügbar. Klar es ist ein 32 Bit Betriebssystem da werden eh nur 4 GB addressiert, aber nur 2 GB frei??? Nun musste also doch das Handbuch zum Board heran. Im Board selbst ist die Grafik von Intel enthalten und diese wollte ich nun deaktivieren. Denn ich vermutete, dass diese sich Speicher abzweigt. Im Bios selber findet man dann soetwas wie "Low MMIO Align" und einen Eintrag "DVMT Memory", die im Handbuch vorhandenen Punkte "Onboard VGA Share Memory" und Intels "VT-d" vermisste ich dagegen komplett. Ich setzte also die Einträge "Low MMIO Align" und "DVMT Memory" auf die minimalsten Werte, die aber auch nicht gerade klein bemessen sind und zusätzlich deaktivierte ich "IGD Multi-Monitor" und "Render Standby". Ein Neustart brachte nun 3GB Arbeitsspeicher zu Tage. Auch das konnte eigentlich nicht stimmen. Also ins Internet und die Problemfragen gestellt. Zuwenig Arbeitsspeicher bei AsRock Z68 Extreme3 Gen3. Die Antworten der Fragesteller liefen immer auf die Speicherkompatibilitätsliste von AsRock hinaus. So schaute ich mir diese auch an und konnte keine Übereinstimmung mit meinen verbauten Riegeln erkennen. Schweren Mutes zog ich ins nächste Computergeschäft, mit dieser Liste in der Hand, gab den ursprünglich verbauten Kingstonspeicher ab und nahm teuere aber in der Liste befindliche Riegel mit nach Hause. Diese baute ich ein und konnte in Windows nicht den geringsten Unterschied feststellen. Also eine reine Luftnummer.
Aber das sollte noch nicht das Ende der Probleme sein.
Ab dem deaktivieren der internen Grafik fiel mir folgendes auf. Windows 7 startete manchmal nicht. Dabei lässt sich folgendes reproduzieren.
1. der PC ist abgeschaltet
2. start des PC
3. es wird kein Bild angezeigt, nichts!!
4. manuelles stoppen des PC durch sekundenlanges Drücken des Schalters
5. neustarten, und es dauert ein kleine Ewigkeit bis die Biosmeldungen erscheinen.
6. es blinkt ein Cursor, aber Windows startet nicht
7. erneuter Neustart
8. Windows 7 fährt mit der Meldung, es konnte nicht gestartet werden, hoch. Die Tastatur, eine Sidewinder 4, ist dabei deaktiviert. Wird aber dann doch aktiviert und man kann das Windowspasswort eingeben.
9. Ab jetzt sind Neustarts von Windows 7 ohne Probleme immer wieder möglich
Sobald man den PC ausschaltet beginnt diese Prozedur von vorn. Es kann natürlich sein, das dies an meiner Hardware liegt. Dabei wurde aber folgendes auch noch getauscht. Speicher, Zotak NVidia GTX 260 gegen MSI NVidia GTX 570 und eine Installation von Windows 7 64 Bit.
Dies alles änderte nichts!
Nun habe ich nur noch die Vermutungen, das entweder mein Netzteil mit 600 Watt etwas zu schwach auf der Brust ist oder hier AsRock am Bios noch einiges verbessern muss. Das mit dem Netzteil wäre aber ein herber Rückschlag. Denn mein altes System, welches ich auch gerne als Heizung bezeichnete hatte nur ein 450 Watt Netzteil und lief absolut stabil und sauber.
Wenn aber Windows einmal läuft dann läuft es.
Performance Tests müssen natürlich auch sein. :-) Deswegen hier die Ergebnisse. In 3D Mark Vantage Advanced erreichte ich mit der GTX 260 (10.500) nicht die gleichen Werte wie mit dem 3 Jahre alten Phenom System (ca. 11.300), sondern sie lagen sogar darunter. Im PC Mark Vantage Advanced (11.000) dagegen verdoppelten sich die Punkte (23.000). Mit der GTX 570 von MSI verdoppelten sich aber auch die 3DMark Punkte (23.000). Weswegen ich hier eines sehr genau sagen muss. Wer einen schnelleren Spiele PC möchte, der kann auch seinen alten Prozessor benutzen, sofern PCI Express 2.0 schon vorhanden ist und es sich wenigstens um ein 4 Kern System handelt. Es reicht also völlig aus, die Grafikkarte auszutauschen. Wer aber Videoencoding und so weiter nutzen möchte, dem sei ein aktuelleres System angeraten.
Nice to Have: Hier kann das Overclockerherz ein wenig höher schlagen. Denn das Board ist auch an diese Personen, mal mehr oder weniger, gerichtet. Man kann so ziemlich alles einstellen. Aber Vorsicht, andere Hersteller lassen einem dann doch noch mehr Auswahl. Hier muss man echt auch den Preis im Auge haben. Aber für den OC Anfänger ist dieses Board sicherlich ein erster guter Einstieg. Zudem befinden sich kritische Elemente direkt auf dem Board. So brauch man kein Gehäuse oder externen Taster zum an- und ausschalten. Reset-, An/Austaster sind auch direkt im Board verbaut. Und bei den externen Anschlüssen befindet sich auch ganz bequem der CMOS-Reset Taster. Also brauch man nicht unbedingt, bei sensiblen OC Geschichten, in Panik geraten, jumpern war gestern. :-)
//Update 05.05.2012
Da nun Windows 7 64Bit installiert ist, können auch die vollen 8GB Arbeitsspeicher angesprochen werden. Nachdem mich dieses teilweise ewige nervige Neustarten des Systems aufgrund irgendwelcher Komplikationen richtig abgeturnt hatten. Setzte ich im Bios alles auf Default. Lediglich AHCI für die Festplatten schaltete ich ein, da dies im Bios als default auf IDE eingestellt ist. An den CPU- und Speichereinstellungen habe ich nichts geändert. Mein Windows 7 64Bit zeigt nun auch den vollen Speicher an. Auch wenn "Low MMIO Align" und "DVMT Memory" auf default und damit die maximalsten Werte eingestellt ist. Und die Startprobleme sind aktuell wie von Geisterhand verschwunden.
Virtu Lucid: Dieses Feature wird vom Board zu mindest in der Green Edition unterstützt. Schliesst man seinen Monitor an einer zusätzlichen Grafikkarte an, so ist dieses Feature aber nicht wirklich in Spielen sinnvoll. Hier werden nur sehr wenige Programme unterstützt. Dies entspricht dem "d-mode". Den "i-mode", Anschluss an der Intel-Grafik, habe ich noch nicht getestet und habe eigentlich auch nicht vor diesen zu testen.