Ghost Stories ist ein wirklich schönes Spiel und ich bereue es nicht, es gekauft zu haben.
Worum es geht und wie gespielt wird wurde bereits erklärt und lässt sich auch überall im Internet nachlesen, deshalb werde ich eher auf das eingehen, was mir gefallen (viel) / nicht gefallen (wenig) hat.
Spielmaterial:
Robust und schön gestaltet, es wurde nicht gegeizt und die Figuren sind tatsächlich Figuren und nicht nur Spielsteine. Einen positiven Eindruck machten auch die doppelt bedruckten Geisterfelder, die dem Spiel noch etwas mehr Abwechslung beim Wiederspielen verschaffen (je nach ausgelegter Seite haben die Spieler unterschiedliche Fähigkeiten). Ein Blanko-Dorffeld und ein Blank-Schild waren ebenfalls dabei, leider jedoch keine Blanko-Geisterkarten, was ich ein wenig schade finde.
Anleitung:
Die Anleitung kommt mit wenigen gut beschriebenen Seiten aus und liegt in Deutsch, Englisch und Italienisch vor. Es entstehen nur selten Situationen, die die Anleitung nicht eindeutig klären kann, viele davon sind aber auch auf der Seite von Repos beantwortet. Wichtig ist nur, dass man genau liest.
Spiel:
Wie bereits nachzulesen war ist das Spiel verhältnismäßig schwer (und es wird noch schwerer, wenn man z.B. überliest, dass neutrale Spieltafeln keine Geister ins Spiel bringen ;) ). Allerdings ist es selbst beim ersten Mal spielen nicht unschaffbar, solange man die Regeln kennt und nicht einfach drauflos spielt um zu schauen was passiert. Es ist ein Strategiespiel, kein Zweifel.
Ich persönlich liebe dieses Spiel, es kommt beim spielen richtig Stimmung und sogar echte Spannung auf, wenn plötzlich überall Geister auftauchen, die eigentlich weg müssen. Die schönen Motive der Geister- und Spielekarten machen es einem nicht weiter schwer, sich noch mehr in das Spiel hineinzuversetzen. Der Haupt-Spaßfaktor liegt in diesem Spiel eindeutig in der Spannung und der Frage "Schaffen wir es noch?", die Stimmung tut dabei ihr übriges.
Fazit:
Ein sehr schönes Spiel, das ich jedem ans Herz legen würde, der etwas für Taktieren und Fantasy übrig hat. Für Knirpse ist es aber wahrscheinlich etwas zu anspruchsvoll. Was ich wirklich schade fand ist die Tatsache, dass das Spiel nur für maximal 4 Spieler gemacht ist, da es ein "Spieler vs. Spiel"-Spiel ist macht es leider nur wenig sinn, mehrere Spieler in ein Team zu stecken. Ein 6- oder 8-seitiges Dorf wäre mir lieber gewesen, aber das kann man mit etwas Bastelgeschick und ein paar guten Ideen bestimmt noch hinkriegen.
Insgesamt: 4,5 von 5 Sternen!
Tipp:
Das Spiel ist zwar eher im chinesischen Raum anzusiedeln, aber wer trotzdem noch etwas mehr Stimmung einbringen will kann ja noch "Hyakomonogatari Kaidankai" einbringen (die englische Wikipedia liefert genauere Informationen dazu, meine Idee war 100 Kerzen anzuzünden und bei jeder versuchten Austreibung (und evtl bei jedem neu erscheinenden Geist) eine Kerze auszupusten).