Das letzte Spiel des Jahres, "Dominion", ist ein Meilenstein der Spielegeschichte, ähnlich bedeutend für seine Zeit wie es einst Die Siedler von Catan war. Da hatte es der Nachfolger dieses Jahr natürlich sehr schwer da mitzuhalten.
Und so ist es sehr erfreulich, das die Jury vom Spiel des Jahres einen neuen Weg geht, und ein kommunikatives Partyspiel mit dem Pöpel auszeichnet, Dixit war von Anfang an mein persönlicher Favorit.
Doch was ist Dixit für ein Spiel?
Die meisten werden Nobody is Perfect kennen. Wer dies kennt weiß im Grunde wie Dixit funktioniert, nur dass es diesmal nicht um Begriffe oder Ereignisse geht, sondern um malerische, naiv-abstrakte Grafiken. Grundlegend gilt es kreativ zu sein und andere auf seine Fährte zu locken.
Jeder Spieler bekommt 5 großformatige Karten auf die Hand. Auf diesen Karten sind malerische, manchmal etwas naive Zeichnungen zu sehen. Das kann zum Beispiel ein Anker in einer Wüste sein, ein Rechenschieber auf dem statt Zahlen Planeten angebracht sind, eine Katze die wie eine Seherin vor einer Glaskugel steht in der ein Fisch schwimmt, eine Glühbirne in der ein kleines Mädchen mit einer glühenden Kerze steht, eine Apothekerin ein einem mittelalterlichen Labor, und so weiter und sofort. Insgesamt gibt es 84 von diesen Karten, mittlerweile gibt es auch schon die erste Erweiterung mit 84 neuen Motiven.
Nun fängt einfach irgendjemand an. Diese Person legt verdeckt eine Karte vor sich und gibt dazu einen Kommentar ab. Dies kann einfaches Wort sein, ein ganzer Satz, ein Filmzitat, ein Songtitel, oder auch einfach eine Lautmalerei wie etwa "Brrrrrr".
Nun wählen alle anderen Spieler eine von ihren Handkarten aus, die zu diesem Zitat passen könnte und von der er denkt, dass die anderen diese Karte für die Karte des Startspielers halten könnten.
Dann werden diese Karten verdeckt gemischt und offen ausgelegt und jeder Spieler muss verdeckt auf die tippen, die er für die des Startspielers hält.
Das spannende ist nun Punktesystem, denn hier glänzt Dixit. Hat der Startspieler eine zu offensichtliche Karte gewählt bzw. den Begriff zu offensichtlich ausgewählt so dass es nur seine Karte sein kann und wählen alle Spieler diese Karte, so bekommt jeder Spieler zwei Punkte, außer dem Startspieler. Das gleiche ist der Fall wenn niemand die Karte des Startspielers wählt. Ansonsten bekommt der Startspieler drei Punkte für jeden der auf seine Karte getippt hat, jeder der auf die richtige Karte tippt bekommt ebenfalls drei Punkte und wenn jemand anders auf eine Karte reingefallen ist, bekommt der von dem diese Karte stammt dafür einen Punkt. Anschließend zieht jeder wieder eine neue Karte und wer zuerst die nächste Idee hat, wird der neue Startspieler.
Das Spiel fängt oftmals ziemlich zäh an, gerade wenn man es mit Leuten spielt die es nicht kennen. Man weiß nicht so recht was man sagen soll, einem fällt nichts zu den Bildern ein und na ja irgendwann macht dann mal den Anfang. Allerdings kommt man sehr schnell rein ins Spiel und sehr bald streiten sich alle darum, wer die nächste Karte vorgeben darf. Gerade wenn sich die Spieler ein wenig untereinander kennen, kommen im Spielverlauf mehr und mehr Insider ins Spiel, die jeder Partie in jeder Runde ihren ganz eigenen indivduellen Charakter geben. Somit kann man dem Spiel trotz der Vorgaben durch die Karten eine sehr persönliche Note geben und relativ viel aus dem Spiel machen. Dabei wird die Phantasie so sehr angeregt dass es kein Problem ist, das das Spiel nur 84 Karten beinhaltet, weil einem sehr bald zu jeder Karte mehrere Sachen einfallen.
Dixit ist somit ein absolut empfehlenswertes Spiel für jedermann. ES ist als Familienspiel genau so geeignet wie als Partyspiel und auch Strategen und Vielspieler genießen immer wieder eine Runde Dixit zwischendurch. Das Spiel fördert und fordert Kreativität und selbst Leute die von sich sagen dass dieser Bereich nicht ihre stärke ist, werden sehr bald über sich selbst staunen. Ein würdiger Preisträger =)