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Die Deutschlandkarte sowie die Passagiere und Warensteine sind die neuen Elemente im Spiel.
Die Passagiere können auf ihrem Weg entlang der Zugstrecken bei jeder Station Warensteine unterschiedlicher Punktezahl einsammeln. Neben verschiedenen Städten auf der Karte liegen kleine Stapel mit unterschiedlich vielen Warensteinen von unterschiedlicher Punktezahl. Die Spieler können einen ihrer drei Passagier-Figuren auf eine Stadt ihrer Wahl stellen, an die eine Strecke anschließt, die sie gelegt haben. Wenn ein Spieler an der Reihe ist, kann er seinen Passagier ab dieser Stadt entlang seiner gelegten Zugstrecken bewegen und dabei die Warensteine bei jeder Stadt, die er durchzieht, einsammeln. Natürlich nimmt er immer den Warenstein mit der höchsten verbleibenden Punktewertzahl auf. Diese Punkte werden dann seinem Punktestand hinzugerechnet.
Aufgrund der eher vertikalen Ausrichtung der Deutschlandkarte gibt es nun die zehn Bonuspunkte am Ende des Spiels für den Spieler, der die meisten Zielkarten erfüllt hat, anstatt wie bisher für die längste Strecke.
Einige Brettspieler mögen vielleicht mit dem Namen Märklin wenig anfangen können, für Zugbegeisterte ist die Marke jedoch der Inbegriff schlechthin für Modelleisenbahnen von höchster Qualität. Seit über 140 Jahren ist diese deutsche Traditionsfirma am Markt und steht heute für die weltweit führende Premium-Marke in der Welt der Modelleisenbahnen. Jede Zugkarte im Spiel zeigt ein anderes Bild (118 insgesamt) eines Märklin Modellwaggons oder einer Märklin Lokomotive
1.)die Integration der Passagiere passt thematisch hervorragend und ist auch gut gelungen. Sie bringen erstaunlich viele Punkte - allerdings auch entscheidend viel mehr. Nehmen wir eine Strecke von 8 Städten. Derjenige, der zuerst fährt, erhält die jeweils höchsten Punkte-Chips, heißt also, er hat mindestens 8, meist noch mehr Punkte mehr als der nach ihm Fahrende, denn weiße Chips liegen nur einmal aus. Jemand, der als drittes die Strecke nutzen würde, würde noch größere Abweichungen zum ersten einfahren, denn nun sind auch die Städte mit zwei Chips leer.
Muss man natürlich nicht tun, da aber manchmal durchaus Zwänge entstehen, bestimmte Strecke abzusichern, fährt man halt erst eine Runde später als geplant und schon liegt man einfach mal so 15 Punkte hinten. Fährt man gar nicht, braucht es schon einen sehr guten Alternativzug, um die Punktedifferenz aufzufangen.
2.) die Deutschlandkarte ist für 3 Spieler fatal, wenn man gewohnt ist, zumindest seine Anfangszielkarten auch bauen zu können. Das Ruhrgebiet ist sehr eng mit sehr kurzen Strecken (was ideal ist für die Passagierbeförderung), der Norden und Osten bietet bei verbauten Idealstrecken nur sehr langwierige Streckenumgehungen an. Gerade das 3er- und 5er-Spiel bietet gegenüber den Vorgängern sehr harte Bandagen = starke Konkurrenz und verführt zu wesentlich härterem Spiel. Ob man das mag, muss jeder selbst entscheiden.
3.) auf jeden Fall sollte man sich von der Illusion verabschieden, alle seine Ziele zu erreichen.
4.) die Idee, diesmal die meisten erfüllten Aufträge zu belohnen, passt dazu sehr gut, wird aber auch ein wenig ad adsurdum geführt. Denn wenn ich auf viele Punkte durch Passassiere spiele, schließe ich sinnvoller Weise auch viele Städte an, was mir fast automatisch die Erfüllung einiger Aufträge sichert.
5.) all dies funktioniert natürlich nur, wenn ich überwiegend auf die kurzen Strecken spiele, die von Natur aus wenig Punkte bringen.
Es gibt noch diverse andere Aspekte, die ähnlich gut in einander greifen und viele Entscheidungen abverlangen und zahlreiche Strategien ermöglichen. Dennoch sind das reine Kopfargumentationen.
Unsere Runden waren vom Spielgefühl immer ein wenig enttäuscht. Die hohen Erwartungen an den Spielspaß wurden nicht erfüllt. Kopfmäßig alles wunderbar, dennoch kam der große Spaß, der sich beim ersten Zug um Zug Amerika einstellte, nicht so recht rüber und auch die Begeisterung über die Tunnel und Bahnhöfe und die sich daraus ergebenden neuen Möglichkeiten der Europa-Fassung stellten sich bei der neuen Märklin Editon nicht ein.
Was ähnlich gut abgeht wie die Vorgänger ist die 2-Personen-Variante, weil man hier wirklich taktieren und timen kann.
Wir werden dem Spiel noch einige Chancen geben, dazu warten auch noch zu viele Neugierige darauf, ebenfalls mitzuspielen, aber das erwartete "Au ja, unbedingt" wird ausbleiben. Schade.
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