Eigentlich kommt das Wort Askese in unserem Sprachgebrauch, wenn man nicht gerade in einem Kloster lebt, gar nicht mehr vor. Finde ich jedenfalls. Der Titel des Buches hat mich trotzdem angesprochen, weil ich oft denke, dass wir für unser alltägliches Leben, eine Form von Askese immer wieder brauchen. Nicht, damit wir eingeschränkt werden, sondern um zur Fülle des Lebens zu finden. Das Buch von Corona Bamberg hat das Thema Askese von unterschiedlichsten Seiten beleuchtet. Die Überschriften der einzelnen Kapitel sind dabei sehr vielversprechend: Gestaltete Zeit, der bereitete Leib, Lieben als Kunst... und der Inhalt der Kapitel ist gut und verständlich zu lesen. Manchmal hätte ich mir gewünscht das Wort Askese würde durch andere Worte ersetzt. Worte die aus meinem Alltag kommen und zu meinem Leben mehr passen. Aber gut, Frau Bamberg ist eine Ordensfrau für sie ist das sicherlich ganz normal. Am besten hat mir gefallen, dass das letzte Kapitel mit Jesus der Asket überschrieben ist. Und dass hier versucht wird Jesus selber zu Wort kommen zu lassen. Denn eigentlich kann richtig verstandene Askese nichts anderes bedeuten als Jesus im eigenen Leben ähnlich zu werden. Im letzten Satz faßt Corina Bamberg noch einmal christliche Askese zusammen. Sie schreibt: 'Christliche Askese: Lassen, um zu erlangen, sterben um zu leben, Maß finden im Überschwang der Liebe.' Für mich selbst sagt dies auch ein Gedicht von Martin Buber: Wo ich gehe, Du, wo ich stehe Du, Du Du, wieder Du, immer Du, Du, Du, Du. Ergeht's mir gut, Du, wenn's weh mir tut, Du. Nur Du, wieder Du immer Du, Du, Du, Du. Himmel: Du, Erde: Du, oben: Du: unten: Du. Wohin ich mich wende, an jedem Ende: Nur Du, wieder Du, immer Du, Du, Du, Du.