Kurzbeschreibung
Synopsis
Klappentext
In der B&D-Szene spricht man von dominierenden Charakteren als Oberseite und den Unterwürfigen als Unterseite. Daher meine ich, dass man in der Ausdrucksweise dieser sexuellen Vorlieben diese Frauen als Oberseite von unten herauf bezeichnen könnte: sie beteiligen sich nicht nur unwillkürlich, sondern beherrschen effektiv die Szene und damit auch das Bild, während sie demonstrativ alle Macht an jemanden anders abgeben.
Ich könnte es stattdessen als eine mitarbeitende Form der Körperkunst bezeichnen, in welcher der Künstler / Fotograf und das Modell / die Schauspielerin sich als Partner gemeinsam bemühen, ein überzeugendes Ikonenbild zu erzeugen, das das komplexe Verhältnis physischen und psychologischen Zwangs und Entspannung, Beschränkung gegenüber Freiheit, Kontrolle und Aufgabe behandelt, die dynamische Spannung zwischen weiblicher und männlicher Energie.
Alternativ könnte ich diese Arbeiten in Analogie zu der Butoh genannten experimentellen japanischen Tanzform setzen, in der Bewegung und Aktivität periodisch in plötzlich starren, dramatischen Konfigurationen endet. Oder ich könnte es als eine Variante des Sumi-e, der klassischen japanischen Tintenmalerei anbieten, in der die präzise Ausführung spontaner Gesten sich aus meditativen inneren Quellen ergibt, verbunden mit sorgfältiger, geduldiger Vorbereitung.
Aus einer anderen Perspektive her gesehen könnte ich anregen, dass dies sowohl für den Fotografen als auch für seine Modelle eine Art Spiel darstellt: ein Spiel miteinander, ein Spiel mit kulturellen Voraussetzungen, ein Spiel mit dem Körper, ein Spiel mit dem Medium Fotografie, ein Spiel mit dem Geist der Betrachter dieser Bilder.
Ich könnte herausstreichen, dass diese Bilder ein Beispiel für die traditionellen Werte der klassischen kreativen Studiofotografie sind - formale Erforschung, räumliches Drama, nuancierte Beleuchtung, Beachtung des Chiaroscuro, Aufmerksamkeit gegenüber strukturellen Details - während dieses kreative Gebiet erforscht wird, in dem der Erfindungsgeist des Künstlers und die imaginäre Funktion der Libido einen gemeinsamen Nenner finden.
Wie auch immer wir sie betrachten, diese Dualitäten und Widersprüche lösen sich auf und diese Partnerschaften haben Erfolg. Gemeinsam bauen Steven Speliotis und seine Komplizinnen einen Mikrokosmos auf, in dem sie sich durch Stereotypen hindurch und über sie hinaus in einen Bereich unerwarteter Freiheit und gegenseitiger Machtverleihung hineinbewegen. Indem sie diese Bilder unserer Betrachtungsweise anbieten, fordern sie uns auf, sich ihnen dort anzuschließen. _ A. D. Coleman©