Ashes of Time nimmt in Wong Kar-wais filmischen Werk eine Sonderstellung ein. Inhaltlich werden darin schon einzelne Themen seiner späteren Großstadtfilme vorweggenommen, Menschen finden nicht zueinander, sie möchten eine frühere Beziehung vergessen, haben sich selbst verloren, leiden, inmitten unter Menschen, an ihrer Einsamkeit. Formal gehört Ashes of Time am ehesten noch dem Wuxia Genre an, ist aber meiner Meinung nach kaum mit anderen Filmen des Genres, wie sie etwa Tiger and Dragon von Ang Lee oder Hero von Zhang Yimou darstellen, zu vergleichen.
Wong Kar-wai versteht es auf unvergleichliche Weise sein Thema in wunderschönen Bildern und in zum Teil traumhaft anmutenden Szenen einzufangen. Wort und Bild besitzen hier eine ganz eigene Sprache, die sich einander zu etwas neuem ergänzen und damit eine Wirklichkeit hinter den Worten und Bildern freilegen. Wer Wong Kar-wais spätere Filme kennt und liebt wird verstehen was ich meine.
Ashes of Time wendet sich trotz der gezeigten Schwertkämpfe nicht an die Freunde von Martial Arts oder Wuxia Filmen, diese werden hier in ihren Erwartungen wohl eher enttäuscht werden.
Wer sich aber auf einen ungewöhnlichen Film einlassen möchte und von seinen bisher gewohnten Sehgewohnheiten ablassen kann und wer auch etwas mit den Filmen Wong Kar-wais anzufangen weiß (obwohl dies keine Voraussetzung ist), wird mit Ashes of Time bestimmt nichts falsch machen.
Für mich persönlich war es ein Erlebnis!