Ryan Adams ist dafür bekannt, dass er gerne musikalisch überrascht. Man weiss im Voraus nie, ob eine neue Platte Rock oder Folk oder, wie jetzt, Americana Einschläge offenbart. Nun denn, diesmal ist er tief beim "American Way" angekommen. Und das ist in diesen politisch unruhigen Zeiten keineswegs abwertig gemeint.
The Cardinals spielen nicht mit....dafür aber exquisite Musiker wie Benmont Tench an den Keys, Norah Jones am Piano, Guy Seiffert an Bass/Gitarre sowie Jeremy Stacey an den Drums, welcher das Ganze exzellent zusammenhält. Wenn man dann der Platte irgend etwas vorwerfen möchte (deshalb auch nur 4 Sterne von mir)dann höchstens, dass es manchmal fast zu still ist. Aber das mögen andere Hörer besser beurteilen. Es gibt auch Menschen, die das sicherlich anders sehen (hören).....So, damit ist meine negative Kritik erledigt.
Nun zum positiven: bereits der erste Song ist sehr, sehr stark. "Dirty rain", genialer Bass, wunderbares Songwriting. Gefolgt vom Titelsong, der mir vielleicht noch am wenigsten gefällt auf dem Album. "Come home" spricht die Senhsüchte eines jeden Menschen an nach Heim, Geborgenheit und Schutz. Weiter geht es Schlag auf Schlag mit exzellenten Songs, z. Bsp. finde ich "Invisible Riverside" unwahrscheinlich gut gelungen. Dann zum Schluss noch der Höhepunkt mit "I love you, but I don't know what to say".
Zusammenfassend kann man nicht meckern. Adams hat nach 3 Jahren Pause wieder in die Spur gefunden. Dass dabei ein ruhiges und melancholisches Album entstand wundert eigentlich niemanden. LA ist nicht NY, keine Hektik und das schlägt sich bei Adams Songwriting nieder. Wer sich also eine relaxte und entspannende Scheibe gönnen will, der greife zu. Es gibt im Moment wenige Künstler, die schöner komponieren können.