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Songs wie "Foolish", "Happy" und "Baby" sind so einfach und eingängig wie ihre aus einem einzigen Wort bestehenden Titel es andeuten. "Call", "Movies" und "Over" hingegen sind von eher urwüchsiger Art. Dieses Debüt präsentiert -- wie es bei einem Produkt aus dem Hause Murder Inc. zu erwarten war -- einen starken Einfluss von Hip-Hop, nicht zuletzt durch die Aufnahme von zwei Duetten mit Irv Gottis 'golden child' Ja Rule und dem Sampling (bei "Unfoolish") einer umstrittenen Notorious-B.I.G.-Komposition. Den Kids wird es gefallen. --Rebecca Levine
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01. Intro So stell ich mir ein Intro wirklich vor. Ein Rückblick auf alle ihre vorherigen Projekte u.a. mit Ja Rule und Fat Joe, damit das Publikum auch weiß mit wem sie es in den nächsten 61 Minuten zu tun haben werden.
02. Foolish Es wäre nicht übertrieben, wenn wir sagen würden, dass eigentlich das ganze Album von diesem Song lebt. Den momentanen Erfolg in den US SingleCharts hat der Song auf jeden Fall verdient. Die Hintergrundmelodie wird in 10 Jahren noch anhörbar sein.
03. Happy Ein GutelauneSong und Hitverdächtig. Nebenbei hat mich aber das dazugehörige Video nicht überzeugt. ;-) Trotzdem SpitzeSong!
04. Leaving(Always On Time Part II)(feat. Ja Rule) Ebenfalls Spitze, doch mit Part I natürlich nicht zu vegleichen. Doch wer nicht auf Rap(Part I) sondern mehr auf R&B Strophen von Ashanti steht, ist mit Part II besser bedient.
05. Narrative Call(Skit) So kurz, dass man es auch an "Call" selber anhängen könnte.
06. Call Nicht gerade der Knüller und meiner Meinung nach der schwächste Song, weil irgendwie keinen Stile hat.
07. Scared (feat. Irv Gotti) Es gibt nicht viel hierzu zu sagen. Insgesamt groovig auffallend und macht einfach Spaß zu hören.
08. Rescue Gehört zu meinen Favouriten, weil es einfach etwas anderes ist. Sehr zum Chillen geeignet und die übertriebene Dauer des Liedes hat es noch einzigartiger gemacht.
09. Baby Nach Foolish der nächste Hit auf dem Album. Es hat seinen eigenen Stile und man kann sehr dazu abtanzen. Auch wenn der Refrain nur aus "Baby, Baby, Baby, Baby ..." besteht.
10. Voodoo Ebenfalls Hitverdächtigt, nicht nur wegen der durchgängigen Melodie im Hintergrund. Ohrwurmalarm ("I don't know what's come over me ...")!
11. Movies Vor allem für die weiblichen Hörer ein Leckerbissen, daher trotz der geilen Produktion stört es einen Jungen immer wieder Zeilen wie "I wanna be like those girls in the movies, to have a man so in love... usw.") laut auszusingen.
12. Fight(Over Skit) Für eine kurze Zeit kommt man sich vor als hört ein eine Hörspielkassette. Hat Was!
13. Over Zur Frustabbau sehr geeignet, vor allem für alle Leute die Beziehungstress haben.
14. Unfoolish Diesen Song sollte man wirklich als Foolish Part II und als ein bonus Track auf dem Album betrachten, denn wirklich neues kommt nicht vor, außer dass der verstorbene Notorius B.I.G noch paar Zeilen von sich geben darf.
15. Shi Shi(Skit) Warum dieses wirklich drauf, weiß ich selber nicht...
16. Dreams Für alle Teenies, die auch Popstar werden wollen, denen wird "Dreams" gefallen. Letzendlich kann man dieses lied so betrachten, wie man möchte. Sehr schön.
17. Thank You Ich glaube, mit "Thank You" wollte Ashanti uns ihre Stimme, weil es im Album eigentlich nicht so wirklich zur Geltung kommt. Mich hat sie überzeugt.
FAZIT: "Ashanti" wäre das beste DebutAlbum 2002 in der Sparte R&B, wäre da nicht Missys letzte Entdeckung Tweet. Die beiden müssen sich den Thron teilen. Doch wenn wir schon beim Thema "Ashanti vs. Tweet" sind, kann ich nur sagen, dass beide das Potenzial Princess of R&B zu werden. Lassen wir uns überraschen.
Ach je - ein Intro: Na ja, da werden noch mal einige der eingangs erwähnten älteren Hits kurz zitiert - überflüssig, immerhin wissen die Käufer aber so, dass es hier um die "richtige" Ashanti geht.
Doch dann das erste echte Stück des Albums: "Foolish". Lange Wochen Nr. 1 in den USA. Verdient? Um es deutlich zu sagen: Für mich ist diese Nummer bis heute noch ganz ohne Einschränkungen das Beste, was in Amerika überhaupt in diesem Jahr veröffentlicht worden ist. Geniales Piano (wenn auch ein Sample), unglaublicher Bass-Einsatz, perfekte Breaks, guter Text - und der Titel kommt im Text gar nicht vor! Mutig, intelligent, jung, erfahren, street, anrührend - viel besser kann schwarze Popmusik zu Beginn des 21. Jahrhunderts eigentlich nicht klingen. Doch, ich bin rückhaltlos begeistert - und selbst nach dem 100sten Hören nutzt sich diese Nummer nicht ab. Unverzichtbar.
Läßt sich so ein Niveau halten? Nun, "Happy" schafft es erst mal nicht. Durchschnittsware, ohne ein starkes Fundament gar nicht denkbar ("Outstanding" von der Gap-Band 1982, auch schon für Blackstreets "You Blow My Mind" die Hitbasis).
Bei der nächsten Nummer ("Leaving", als Fortsetzung von "Always On Time" bezeichnet) wird es ein wenig frischer. Auch Ja Rule darf noch mal ein wenig grunzen. Aber ach, im Gedächtnis bleibt das Teil trotzdem nicht. Nette Synthie-Zupfer, mit dem gleichen akustischen Gitarrenriff unterlegt wie der große Hit, das reicht einfach nicht.
Ein Skit übersprungen, und schon kommt der vierte Song (Track 6), "Call". Harfen-ähnliche Klänge unterlegen den Beginn der Geschichte, in einer für Ashanti eher tiefen Stimmlage gesungen, wohl kraftvoll gemeint und überaus vorhersehbar: "When you call, I come runnin' - baby". Ok produziert - aber doch nur Füllsel, das mich nicht eine Sekunde berührt. Hmm, allmählich beginnt meine anfängliche Begeisterung sich abzubauen.
Nein, "Scared" bin ich eigentlich nicht, und die von Murder Inc.-Mastermind Irving Lorenzo ("Irv Gotti") mitbesprochene Nummer kann mich kaum erschrecken. Aktuelle Produktion, kein Zweifel, aber unterdurchschnittlicher Text, keine Melodie, keine neuen Ideen - langweilig. Was ist denn da los?
Vielleicht kann "Rescue" ja ein wenig helfen. Rückwärts rutschende Synthie-Geigen, leicht zurückgenommener Hiphop-Bass, leichte Pizzicato Effekte: Milde Einfühlmusik für schwarze amerikanische Teenager. Angereichert wird die Gefühlssuppe mit ein wenig kalifornisch strandig leiernder E-Gitarre (Typ Chris Rea - Down on the beach). Dazu eine leidlich einprägsame Hookline: "All night long - take me away to another place, rescue me, save me, save me, save me". Nicht dass das irgendeinen Sinn machen würde (außer vielleicht "besorgs mir mal gut") - aber das läßt doch in Kombination mit der "atmosphärischen" Musik gleich sehnsuchtsvolle Assoziationen im Mall-geschädigten Teenage-Hirn aufleuchten. Mein Tipp: Kleiner Sommerhit in den USA (aber maximal Top 20).
"Baby" ist da schon von anderem Kaliber - nicht dass da etwas überraschen würde: Aber zumindest ist hier bei aller Vorhersehbarkeit weibliche Energie drin. Eine gute Pause kurz vor Schluss kommt dazu ("Break" wäre zu viel der Ehre) und das Resultat ist erträglich. Wie auch immer, dies ist erst die zweite Nummer auf diesem Album die mir wirklich gefällt, trotz des dämlichen Refrains "Baby Baby Baby Baby Babe".
"VooDoo" bleibt vorrangig akustische Tapete - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Den Text kann ich mir nicht merken, eine Songstruktur nicht erkennen, und doch mag ich den Sound - und das unablässig wiederholte "what's come over me?" Schöne Hintergrundmusik für spezielle Momente zu zweit (vielleicht noch ein wenig zu schnell dafür..?).
Zu zweit kann man natürlich auch in die "Movies", und hier begegnet mir der erste echte Song des Albums nach "Foolish". Eine Botschaft, ein kohärenter Text, langsamer Groove, Produktion mit vielen 80er-Anleihen (klingt wie Zapp ohne Vocoder - und mit Mädels am Mikrophon), aber brillianter. Nett, sicher einer der Aktivposten des Albums.
Den nächsten Skit will ich gleich mal wieder weglassen. "Over" ist das nächste Songangebot, und wieder beschleicht mich das Gefühl, einer Mogelpackung aufgesessen zu sein. Klar, das Zeug ist essbar, genießbar ist deswegen noch lange nicht. Nein, der Song ist keine Katastrophe - aber gut ist er eben auch nicht. Skip that.
Vielleicht werde ich mit "Unfoolish" ja noch versöhnt. Och nööö, das ist ja nur eine Neuaufnahme des großartigen "Foolish", durchbrochen mit einigen Vokalfetzen des seit über 5 (fünf) Jahren toten Christopher Wallace ("The Notorious B.I.G."). Was der Müll hier soll - keine Ahnung. Und so ertappe ich mich dabei, das Album einfach nicht mehr weiter hören zu wollen. Was, noch zwei Nummern? Um es kurz zu machen: Beide lohnen das verlängerte Zuhören nicht. Allerlei Kinder erzählen von ihren Träumen, und dann noch ein wenig Erbauungslyrik, pur vorgetragen. Danke Ashanti, Du kannst schon halbwegs ordentlich singen, es reicht.
Und damit zum Urteil:
Was mich an "Ashanti" wirklich erstaunt, ist der unglaubliche Verkaufserfolg in den USA. Die Ware ist höchst durchschnittlich, in jedem Moment vorhersehbar und weitgehend uninspiriert. Die einzige Ausnahme bleibt "Foolish" - zutiefst begeisternd, und damit für mich ein ordentliches Goldnugget in einer großen Schaufel Sand. Damit läßt sich eigentlich eine ganz einfache Empfehlung aussprechen: Single kaufen, Album im Laden lassen. Vielleicht haben das ja auch etliche Leute in den USA getan, und so den Riesenhit erst ermöglicht.
Und die Zukunft?
Vergesst Ashanti - so schnell wie Ihr Euch für sie begeistert haben mögt. Wenn auf einem Album mit immerhin 61 Minuten Spieldauer nicht ein einziger Track zu finden ist, der der perfekten Single-Perle auch nur kurz nahekommen könnte, dann ist die Künstlerin nichts als eine schnell verflackernde Sternschnuppe - auch wenn sie an jeder Nummer mitgeschrieben haben mag.
Und da sie beispielsweise einer Janet Jackson weder in Familiendingen noch in der Produktions-Substanz das Wasser reichen kann (ich rede bewußt nicht von musikalischen oder gar sängerischen Qualitäten, die machen einen Popstar nicht aus), so bleibt sie wohl nur ein "Three-Hit-Wonder". Da hilft auch keine weitere Zusammenarbeit.
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