Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gute Unterhaltung pur!, 24. September 2004
David Ball - Asha, Sohn Maltas - "Ironfire" Wieder einmal ist der aussagekräftigere Originaltitel der deutschen Marketingstrategie zum Opfer gefallen. Ball feierte mit "Ikufar, Sohn der Wüste" (Empires of Sand) seinen ersten Erfolg, also bekommt der Folgeroman ebenfalls einen Eigennamen als Titel. Doch "Asha", so merkt man bald, ist nur ein Teilaspekt des Romans. Auch der Klappentext wir dem Roman kaum gerecht, man erfährt aber immerhin, daß Maria und Christien de Vries weitere Schlüsselfiguren sind. „Die Liebe der jungen Maria zu dem französischen Adligen Christien de Vries, dem Chirurgen des Malteserordens, muss sich unter grausamen Bedingungen bewähren, als die Flotte der Osmanen in erdrückender Übermacht am Horizont erscheint." (weiterhin :"Die Belagerung der Felseninsel wird Tausende von Toten fordern. Und sie bringt einen Menschen in den größten Konflikt seines Lebens - Asha, einst Sohn Maltas, der nun Korsar auf Seiten des Sultans ist...") Da wird das gewaltige Spektrum des Romans auf eine simple Liebesgeschichte reduziert und führt auf die falsche Fährte. Ball verknüpft drei Schicksale so komplex miteinander, daß man über die Bandbreite der Handlung nur staunen kann: Drei Handlungsstränge, drei Schauplätze, drei Schicksale und drei verschiedene Welten laufen unaufhaltsam zu einem furiosen Höhepunkt zusammen. Jeder einzeln genommen wäre schon Stoff für einen faszinierenden Roman, alle drei aber vereinen sich zu einem umfangreichen, farbenprächtigen Bild einer turbulenten Epoche. Ball malt mit Worten ein Gemälde voller Leben, da verzeiht man ihm sogar den einen oder anderen kleinen Schnitzer in punkto historischer Korrektheit. Ungemein plastisch treten das Leben seiner Protagonisten und die spannungsreiche Handlung vor dem inneren Auge des Lesers hervor. "Ein monumentaler Roman, unterhaltsam und spannend wie ein großes Hollywood-Epos" verspricht der Klappentext desweiteren. Das trifft den Kern der Sache schon eher Man wird hineingesogen in den Strudel der Ereignisse und blättert mit klopfendem Herzen Seite für Seite um, um die einzelnen Schicksale bangend und ahnend, daß alles in einem gewaltigen Finale gipfeln wird, gipfeln muss und wird nicht enttäuscht. Geschickt verflicht Ball Überliefertes und Erfundenes in einem fließenden Übergang und ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen trockener Fakten, füllt sie mit Leben und macht sie zum persönlichen Erlebnis. Er schafft glaubhafte Charaktere, Protagonisten, die einem ans Herz wachsen und läßt den Leser mit ihnen mitfiebern und mitleiden und teilnehmen an einem längstvergangen Kapitel der Geschichte. Gute Unterhaltung pur.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Geschichte Maltas, vielseitig und spannend präsentiert., 16. Februar 2006
Das Jahr 1565 hätte ein Wendepunkt der abendländischen Geschichte, wenn nicht sogar der Weltgeschichte, werden können. Das osmanische Reich bedroht die Insel Malta, welche einen wichtigen Standort im mediterranen Raum darstellt. Doch wie auch die spätere Belagerung Wiens 1683 entscheidet das Schicksal anders. Die maltesischen Ordensritter, und damit die christliche Welt, triumphiert über das osmanische Reich. Die Schlacht um Malta, sowie deren Vorgeschichte, stellt David Ball in seinem Roman „Asha“ dar. Dabei verknüpft er die historischen Ereignisse mit spannenden Einzelschicksalen auf verschiedenen Seiten. Darunter fallen die Geschichte des maltesischen Jungen Nico, der von der Insel entführt wird und so einen Einstieg in die islamische Welt und Kultur findet, die Geschichte des französischen Ordensritter Christien, der gegen seinen Willen seinen Dienst im Orden verrichtet und dabei sein Gelübde bricht, sowie die Geschichte Marias, Nicos Schwester, durch welche das harte Leben der maltesischen Bevölkerung unter der Hand der Ordensritter und der Bedrohung durch die Osmanen repräsentiert wird. Das Schicksal verknüpft das Leben der drei Protagonisten und führt diese auf unterschiedlichen Wegen zusammen. Insgesamt ein spannendes und unterhaltsames Buch über die Geschichte des Mittelmeeres und besonders der Insel Malta, den Kampf der Religionen und Kulturen, sowie das alltägliche Leben der „normalen“ Bevölkerung auf der Insel Malta. Durch diese packende Kombination nicht nur ein Muss für Freunde des historischen Romans. Trotz seiner tausend Seiten wird dieses Buch nicht langatmig, sondern könnte sogar noch ausführlicher geschrieben sein. Der Tiefgang wird an manchen Stellen etwas eingeschränkt und man wünscht sich genauere Informationen und Darstellungen. Das soll aber keineswegs heißen, dass es insgesamt zu oberflächlich wäre. Ein weiter Kritikpunkt ist die Ausstattung. Im Vergleich zu anderen sehr guten historischen Romanen gibt es hier keine Übersicht über die realen und fiktiven Charaktere des Buches. Das ist zwar kein Muss für ein gutes Buch, bietet aber immer gute Ansatzpunkte für eine intensivere Beschäftigung mit der Thematik und den realen Personen. Im Anhang finden sich zwei Karten, eine stellt Europa um 1560 dar und eine den maltesischen Hafen im Jahre 1563. M. E. sind diese Karten nicht besonders gelungen um dem Leser eine bessere Übersicht über die Belagerung zu geben und hätten besser aufbereitet sein können, um im Schlachtengetümmel nicht den Überblick über die strategischen Schritte zu verliert. Trotz dieser Kritikpunkte ein gelungenes Buch, welches man, einmal angefangen, gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sturm aus Feuer und Eisen - Historischer Spitzenroman, 23. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Asha, Sohn von Malta (Gebundene Ausgabe)
Acht Jahre nach ihrer Vertreibung von der Insel Rhodos durch Sultan Suleiman II. wurde den Rittern des Johanniterordens von Kaiser Karl V. im Jahre 1530 ein felsiges Archipel als neue Heimat im Mittelmeer überlassen. Die Inseln Malta, Gozo und Comino wurden zum neuen Staatsgebiet des nur dem Papst gegenüber verantwortlichen Ritterordens. Von ihrem neuen Ordenssitz aus brachen diese christlichen Korsaren mit ihren Galeeren zu Raubzügen auf und machten dadurch im Wechsel mit ihren moslemischen Kontrahenten aus Nordafrika das Mittelmeer, unsicher, bzw. sicher - je nach Standpunkt gesehen.... ........bis Suleiman II., dessen Osmanisches Reich auf seinem Höhepunkt angelangt war den Befehl erteilte, dass dieser erneute "Stachel in seinem Meer" entfernt werden soll. Die Ritter hatten ihren dem Sultan gegenüber abgelegten Eid, mit dem sie sich beim ehrenvollen Abzug von Rhodos verpflichtet hatten nie mehr gegen das osmanische Reich die Waffen zu erheben, unzählige Male gebrochen. Im Jahre 1565 rückte eine gewaltige osmanische Flotte, unterstützt von ihren nordafrikanischen Verbündeten, mit insgesamt mehr als 40.000 Kämpfern an, um die nunmehr Malteser genannten eidbrüchigen Ordensritter zu vernichten und die Inseln zu erobern. Dieser gewaltigen Übermacht standen der vom christlichen Europa alleingelassene Großmeister Jean de la Valette-Parisot mit 9000 Kämpfern, einschließlich einiger Hundert Ordensbrüdern gegenüber. Der vor dieser gewaltigen Kulisse der Weltgeschichte spielende 1000-seitige Roman "Asha- Sohn von Malta" ist in 6 Bücher gegliedert. Buch 1 "Nico" erzählt die Geschichte des 10-jährigen maltesischen Jungen Nicolo Borg, der im Jahre 1552 von maghrebinischen Korsaren geraubt und in Algier als Sklave verkauft wird. Das zweite Buch "Christien" beginnt bereits 1230 und erzählt die Geschichte des französischen Adligen de Vries, der bereits als Kind dem Johanniterorden versprochen wurde. Christien will jedoch lieber den damals ungeachteten Beruf eines Chirurgen ergreifen. Seine Praktika führen ihn auf die Schlachtfelder des französischen Königs und schließlich doch nach Malta. "Maria", das dritte Buch befasst sich mit den Schicksal von Nico's Schwester, die in ärmlichen Verhältnissen auf Malta vom Auswandern nach Frankreich träumt. Teil vier "Asha" ist die Fortsetzung der Geschichte Nico's, der mittlerweile als Konvertit und Palastpage in Instanbul von einer eigenen Galeere und seiner Geliebten Alisa träumt. Während "Malta" (Buch 5.) die Wege von Chrestien und Maria zusammenführt, kommt es im sechsten Teil "Die Belagerung"(1565) zum stürmischen Finale aus Feuer, Eisen und Blut, in dem Chrestien zwischen Liebe und Gelübde und Nico/Asha zwischen seinem alten und neuen Glauben hin und hergerissen werden..... Trotz ein paar kleiner Schönheitsfehler, denn 1565 gab es weder das Wort "Okay", noch das Getränk "Cognac", der Doge von Venedig war kein Lehnsherr und der osmanische Halbmond war nicht rot (sondern weiß, auf grünem, ab 1876 auf rotem Grund), muss "Asha-Sohn von Malta" nicht nur als episches Highlight 2003, sondern auch als einer der besten historischen Romane der letzten Jahre bezeichnet werden. Die emotional ergreifende und spannende Handlung wird durch eingefügte und in gotischer Schrift gehaltene Anmerkungen des Hofhistorikers Darius zur osmanischen und europäischen Geschichte bereichert. Zum Schluss gibt es hinsichtlich dieses Darius, der 1610 am Hofe Sultan Ahmeds tätigt ist noch eine kleine Überraschung. Das überragende Buch, das im Original den treffenderen Titel "Ironfire" trägt kann jedem historisch interessierten Leser uneingeschränkt empfohlen werden. Es ist auch als Urlaubslektüre vor Ort bestens geeignet und lässt nur die Höchstwertung mit 5 Amazonsternen zu.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|