Dieses Buch bezieht sich auf eine Ausstellung, die in Deutschland stattgefunden hat und den Inhalt gliedere ich in drei Teile. Zunächst wird sehr ausführlich erklärt, wie die Aserbaidschaner zu einer Nation wurden und warum sie das Recht auf einen eigenen Staat haben. Dazu meine Meinung: ich will ja das Recht auf Eigenstaatlichkeit gar nicht anzweifeln, doch dafür ist die Einleitung viel zu weitschweifig und die Verweise auf historische Fehler finde ich eher verwirrend. Lieber hätte ich gewußt, was für ein Staat das heute ist.
Es folgen die Beiträge, welche Deutsche für die wirtschaftliche Entwicklung in Aserbaidschan geleistet haben. Dazu meine Meinung: hier soll wohl das Image von deutscher Qualitätsarbeit aufpoliert werden. Manche Leistungen werden so ausführlich beschrieben, dass man an Schleichwerbung denken könnte.
Erst zu Schluss werden Bilder von der Ausstellung gezeigt. Das sind historische Fundstücke, doch die Beschreibung kommt zu kurz. Dabei werden nur die Umstände des Fundes beschrieben und nicht etwa die historische Bedeutung. Für einen geschichtlichen Überblick ist das wiederum zu wenig.
Dieses Buch kann ich nur bedingt empfehlen. Offensichtlich soll auf eine deutsch-aserbaidschanische Freundschaft hingearbeitet werden, doch die Vorgehensweise wirkt nicht unbedingt überzeugend. Oder ganz hart gesagt: viel zu viel überflüssiges Zeug und die Themen, die mich interessieren - Geschichte und Kultur des Landes - werden nur nebulös angedeutet. Vor allem ensteht der Eindruck, die aserbaidschanische Geschichte habe erst mit dem Nationalbewußtsein begonnen. Früher hatten andere Völker die Oberhand. Das mag ja sein, doch dann hätte ich gerne gewußt, wer diese Völker waren und welchen Einfluß sie hatten.