Vorweg muss ich sagen, dass ich das Buch gelesen habe, da ich vorhatte, es als Lektüre mit meiner 8. Klasse zu lesen. Schon nach der Hälfte war mir klar, dass ich das nicht tun werde.
Gründe dafür gibt es einige, an erster Stelle aber steht der Schreibstil.
Gezwungen wirkende Jugendsprache, übertrieben oft eingefügte Anglizismen und als ich dann noch auf einer Seite "in keinster Weise" lesen durfte, stand meine Entscheidung fest.
Ständig bekommt man zu hören, dass die Jugendlichen immer schlechteres Deutsch sprechen und schreiben und dass die Anglizismen langsam überhand nehmen, aber angesichts solcher Bücher wundert mich das dann nicht.
Nicht falsch verstehen, mir ist durchaus bewusst, dass eine Sprache nichts Feststehendes ist und ständig Einflüssen von innen und außen ausgesetzt wird, aber differenzieren sollte man dann doch trotzdem. Durch meinen Beruf bin ich der "Jugendsprache" tagtäglich ausgesetzt und habe auch schon oft die Erfahrung gemacht, dass nicht nur ich pseudojugendsprachliche Wendungen in Büchern als unpassend empfinde. Die wohl erhoffte Wirkung, authentisch 'rüberzukommen, wird verfehlt und nicht selten wird von den Schülern ein derartiger Stil als peinlich und zu bemüht angesehen.
Ich bin keine Lehrerin, die sich gegen moderne Jugendbücher ausspricht, ganz im Gegenteil, ich finde es wichtig, dass bei der ganzen klassischen Literatur die gegenwärtige nicht zu sehr in den Hintergrund rückt, aber ein gewisses Niveau sollte dann doch gehalten werden.
Auch die Geschichte an sich ist eher anspruchslos und an einigen Stellen nicht sehr logisch aufgebaut; die Reaktionen und Handlungen der Personen werden nicht recht begründet bzw. werden die Begründungen schnell abgehandelt und wirken zum Teil etwas an den Haaren herbeigezogen. Die Personenbeschreibungen haben kaum Tiefe und für jegliches Fehlverhalten werden traumatische Kindheitserlebnisse oder Vernachlässigung durch die Eltern aus dem Hut gezogen und diese auch nur in drei Sätzen erklärt, fertig.
Die Autorin hat nun schon einige Bücher in der Arena - Thriller - Reihe veröffentlicht und dieses wirkt eher wie ein Fließbandprodukt ohne viel Einfallsreichtum oder Herzblut, das ein Autor doch in seine Bücher stecken sollte, wenn diese nicht nur dem Zweck dienen sollen, Geld zu verdienen.