Eine neue Autorin stellt uns ihr Debüt vor und es ist wirklich gelungen, ein Buch, was ich nicht mehr so schnell aus der Hand legen wollte und es zog mich mit - was nicht immer gelingt.
Wir erleben eine Kindesentführung, die dann letztendlich mit dem Tod des Mädchens endet und damit beginn der Wettlauf gegen die Zeit, denn bald gibt es die nächste Entführung, diesmal ein Baby aus dem Kinderwagen im Garten der Eltern und weiter möchte ich hier auf die Geschichte und ihre Auflösung nicht eingehen, das haben bereits viele Vor-Reszensenten bereits getan.
Besonders interessant fand ich die Darstellung der Ermittler, dagegen wirkten die betroffenen Eltern sehr blass und ein wenig farblos, was sicherlich gewollt war, denn die Serie geht weiter und so werden wir sicherlich auch noch mehr über den Chefermittler Alex Recht erfahren, der hier in diesem Debüt sehr widersprüchlich herüberkommt - dargestellt wird er als besonders erfahrenener und erfolgreicher Ermittler, was sich in den aktuellen Ermittlungen aber nicht so darstellt, hier setzt er erst auf den falsche Täter, lässt andere Spuren unberücksichtigt und scheint auch starke persönliche Befindlichkeiten gegenüber seinen anderen Kollegen zu haben - auf der einen Seite Peder, den wir auch als nicht unbedingt sympathisch erleben, er kommt mit dem Leben als Zwillingsvater und seiner an Kindbettsdepression erkrankten Frau nicht klar, reißt immer wieder aus diesem Privatleben aus, geht mit seinen Kumpels trinken und betrügt seine Frau - möchte man sich so einen erfahrenen Ermittler vorstellen - realistisch scheint es trotzdem. Auf der anderen Seite eine Neueinsteigerin, die den beiden erfahrenen Kriminalisten an die Seite gestellt wird - Frederika - eher der akademische Typ, der alles mehr aus der Außensicht und sehr sachlich darstellt - also nicht eher die typisch weibliche Rolle, die hier mit ihr besetzt wird. Insgesamt fügt sich das Ermittlertrio für mich zu einem harmonischen Ganzen, mit den ganzen täglichen Höhen und Tiefen, die man auch selbst im Arbeitsalltag erlebt - neben der wirklich spannenden Story punktet bei mir auch die detallierte Innensicht der Ermittler, es macht Spaß weiterzulesen und auch mitzuerleben, wie der Fall sich löst.
Für das Ende gibt es ein Sternchen Abzug, das kam mir dann plötzlich doch ein wenig zu rasch - ein wenig zu konstruiert auch die Ängste der Kollegin Ellen, die den Leser auf einen Nebenweg führen sollen - es ist jedoch ein Krimi, der sich aus der Masse der Schwedenkrimis heraushebt und ich freue mich schon auf die Fortsetzungen.
Ein empfehlenswertes Buch !!