Nun erschien endlich das vom WDR produzierte "Aschenputtel" aus der Märchenfilmreihe "Sechs auf einen Streich".
Es gibt schon ein paar Verfilmungen des "Märchens aller Märchen", jedoch habe ich an jeder etwas auszusetzen. Außerdem wundere ich mich sowieso, das sich die ARD erst jetzt an das berühmte Märchen der Brüder Grimm traut. Nun muss ich sagen, der Film ist richig gut geworden. Die Musik bleibt einem beim ersten Mal hören schon im Kopf. Aber auch die Drehorte wurden wunderbar ausgewählt. Aschenputtels Heim ist ein Gutshof mit etlichen Tieren, Knechten und Mägden und wurde im Freilichtmuseum Detmold gedreht. Aber auch ihre Küche wurde richtig gut in Szene gesetzt. Das Wasserschloss Anholt sieht richtig super aus, eben auch die wunderschönen Räume und der Ballsaal. Ein besseres Schloss hätte man nicht finden können. Die Kostüme, aus der Epoche der Biedermeierzeit, sind wunderschön. Wir sehen riesige Kleider in bunten Farben, aber auch Aschenputtels Arbeitsgewand sieht schön aus. Außerdem erleben wir einen lustigen König (Harald Krassnitzer), der den Prinzen "Florian Bartoholmäi" auch mal in den Schwitzkasten nimmt. Barbara Auer glänzt in ihrer Rolle als böse Stiefmutter und genau so böse ist ihre Filmtochter "Pheline Roggan", die Aschenputtel alles ersinnliche Leid zufügt. Perfekt besetzt ist Aylin Tezel als Aschenputtel. Sie ist ein freches Mädchen, dass sich nicht einfach so ihrem Schicksal hingibt. Unterstützt wird sie von einer Taube. Wo ich auch schon beim nächsten Punkt bin: der Handlung. Im Original stirbt Aschenputtels Mutter und sagt zu ihr: "Bleibe immer fromm und gut". Dann kommen die bösen Frauen. Der Film fängt etwas später an, nämlich 5 Jahre nach dem Tode des Vaters. Auch wenn man den Anfang mit der Mutter nicht sieht, hilft sie Aschenputtel als Taube immer und der Spruch "Bleibe immer fromm und gut" wurde zu einem, hier, besseren: "Du darfst nie den Mut verlieren", umgedichtet. Auch wenn der Anfang anders ist, hält sich der Film an Grimm, denn die wichtigsten Aspkete des Grimmschen Märchens wurden auch hier eingebracht. Das bedeutet Aschenputtel kann mit Hilfe des Baums der am Grabe der Mutter wächst zum Ball gehen, denn die tote Mutter hilft ihr. Das ist in der Grimmschen Version sehr wichtig. Eine zweite Änderung ist, dass es nur einen Ball gibt. Jedoch begegnet Aschenputtel dem Prinzen zweimal im Wald (als Jäger). So entwickelt sich ein Streit zwischen den beiden und die Farben schwarz und weiß haben eine wichtige Rolle, denn Aschenputtel gibt dem Prinzen ein Rätsel auf. Auf dem Ball kann er es lösen und die beiden wissen, dass sie sich schon lange kennen und der Prinz ist entschlossen Aschenputtel zu heiraten. Um diese Romantik, die nach und nach entsteht, wurde eine wunderbare Komik gesponnen, dass es nur Spaß macht zuzusschauen. Dieser Witz zieht sich durch den ganzen Film, bis schließlich am Ball, nach dem klassischen Hoftanz zu einer flotten Polka getanzt wird.
Aschenputtel ist ein rundum gelungener Märchenfilm, bei dem Kostüme, Drehorte, Musik und Schauspieler wunderbar ausgewählt wurden. Die Grundgeschichte und die Botschaft des Märchens werden hier deutlich und mit einer Mischung aus Romantik und Komik umrundet. Ganz klar das moderne Aschenputtel ist ein wunderschöner Film.