Ich würde mal ganz dreist behaupten, dass wenn John Williams so schöne Musik zu einem
Film schreibt, dann kann dieser doch nur gut sein. Ich habe "Die Asche meiner Mutter" leider nicht gesehen, weil ich erstens nie was davon gehört habe und zweitens nie gesehen habe, dass dieser Film im Fernsehen läuft... Ich wurde eigentlich nur aufmerksam auf diesen Soundtrack, weil ich gelesen habe, dass diese einer von Williams Besten sei. Und da Johnny mein Lieblingskomponist ist, konnte ich natürlich nicht anders.
Beim ersten Hören erinnert die Musik stark an "Schindlers List", wirkt aber auf eine ganz andere Weise und ist nicht so melancholisch und traurig angelegt. "Angelas Ashes" ist zwar ein sehr schweres Stück, aber die Musik versprüht im Gegensatz zu Williams Oscarverdienst mehr Hoffnung und Fröhlichkeit. Getragen wird der Score von einem Thema, das genau diese Punkte vereint: Zum einen eine stetige Schwere und eine Art Bedauern durch das Klavier im Hintergrund, andererseits wirken die Streicher wie Hilferufe auf etwas Schönes. Beim Anhören wird einem klar, was ich hier meine, auch wenn jeder die Musik anders wahrnehmen dürfte.
Hauptsächlich benutzt er das Klavier, Harfe und die Streicher. Selbst bei so einem kreativen Genie, wie John Williams kann es sein, dass sich vereinzelte Stellen nach früheren Werken anhören: Das beste Beispiel ist "The Lanes of Limerick", in dem nur eine Harfe zu hören ist. Hier erklingen Stellen, die mich sehr an "E.T." erinnern. Das sind aber eher kleine Merkmale, die für mich auch weniger abgekupfert, als wie sein eigener Stil klingen.
Wie wir Williams kennen, verwendet er das Thema mehrere Male und variiert es immer wieder und lässt es mal trauriger und mal glücklicher erklingen. Auch wenn keine Kenntnisse zum Film da sind, so ruft der Score in mir Emotionen und Bilder hervor. Selbst die beiden Songs "The Dipsy Doodle" und "Pennies from Heaven" wirken nicht Fehl am Platze, auch wenn der atmosphärische Score natürlich die Oberhand hat.
Was mich persönlich fasziniert, ist, dass John Williams immer ein wundervolles Gespür für Klassik hat und dieses in alle seine Scores einfließen lässt. Für mich könnte jede Filmmusik von ihm, ohne Dialoge zu den Bildern laufen und würde trotzdem die Geschichte erzählen...
Für Interessenten: Macht nicht den Fehler und hört die CD nebenbei. Das hat mir beim ersten Hören die ganze Faszination genommen. Nehmt euch Zeit für dieses Werk, wie bei so vielen von Williams Soundtracks. Denn auch "Angelas Ashes" ist ein harmonisches, dynamisches und wunderschönes Stück Musik, dass keinem Filmmusikfan entgehen sollte. Und spätestens nach diesem Score ist klar, dass der berühmteste Scorekomponist mehr als nur Abenteuer und Science Fiction drauf hat... Wer ausgereifte und anspruchsvolle Kompositionen mag, der macht hier Nichts falsch.