Die französische Autorin Eliette Abecassis ist Philosophie-Dozentin an der Universität Caen. In ihrem Roman "Asche und Gold" nutzt sie eine Liebesgeschichte und einen Thriller als Rahmenhandlung für ihre theoretischen Überlegungen über "das Böse". Leider kann sie diese Kombination nicht überzeugend umsetzen. Über das ganze Buch hinweg versucht die Autorin sich dem "absolut Bösen" zu nähern und es begreiflich zu machen. Dabei scheitert sie an ihrer zu abstrakten Betrachtungsweise und gibt dem Buch damit den Charme einer Seminararbeit. Bei ihren Ausführungen findet sie immer neue Synonyme für "das Böse" ("Symbol des Bösen" Seite 253, "Urböse" Seite 255, "dominante Böse" Seite 261, "absolut Böse" S. 251, usw.) und zerrt damit an den Nerven des Lesers. Die einzelnen Ausführungen, wie z.B. Seite 312 "Das Böse entsteht nicht aus Unwissen, oder aus Dummheit oder Faulheit. Das Böse schleicht sich in schlichte Herzen wie in böse, in glückliche Seelen wie in traurige. Das Böse kommt, doch niemand weiß, woher.", tragen wenig zur Handlung bei und liefern auch keine neuen Einsichten oder Erkenntnisse. Wenigstens die Auflösung des Mordgeschehens am Ende des Romans ist originell und überraschend. Aber auch diese Auflösung wird als Metapher für die Unbegreiflichkeit des "absolut Bösen" benutzt. Beim Lesen erschweren plötzliche und überraschende Wechsel des Erzählers das Verständnis der Handlung. Im Ganzen kann man dieses Buch am Besten als misslungene und langweilige Abhandlung über "das Böse" beschreiben. Ich hoffe das war nicht "zu böse".