Wie jeder weiß, ist es um die Eastcoast nicht all zu gut bestellt. Da kommen die Gym Class Heroes mit ihrem frischen Alternative/Indie HipHop gerade recht, um NYC und Co. wieder ein bisschen besser da stehen zu lassen. Fast alle Songs wurden mit Hilfe von Instrumenten eingespielt und kommen daher ohne große Beats und andere elektrische Hilfen aus, was meistens auch sehr gelungen ist. Von lyrischer Seite wird auf das Alltagsleben der jungen Menschen des amerikanischen Mittelstandes gesetzt, wer also Gangsta-Rap erwartet, liegt mit diesem Album absolut falsch. Sehr cool finde ich die Idee, dass die Tracklist im Stile eines Schultages bzw. eines Stundenplans gehalten ist, was die Kreativität der vier Jungs noch mal unter Beweis stellt. Los geht "As Cruel As School Children" mit dem gute-Laune-Track "The Queen And I", bei dem Gitarren und ein Schlagzeug den hervorragenden MC Travis a.k.a. Schleprok unterstützen. Es wurde wirklich ein Wahnsinns-Song, der sofort ordentlich Lust auf die ganze Platte macht. Schon gleich der nächste Track, das chillige "Shoot Down The Stars", bestätigt dies in eindrucksvoller Weise, da die Instrumente wieder nicht zu kurz kommen, Travis ebenfalls sehr gut rappt und den Hook sehr gut singt. Überschattet wird "As Cruel As School Children" natürlich von der Hit-Single "Cupid's Chokehold", einem richtigen Ohrwurm bei dem der Refrain von Supertramp's "Breakfast In America" gesamplet wurde und der einfach wieder ordentlich gute Laune verbreitet. Leider gibt's zur Mitte des Albums mit "Viva La White Girl" und "7 Weeks" zwei Songs, die eher an Pop-Bands wie Maroon 5 als an HipHop erinnern und mir daher nicht besonders gefallen. Auch "On My Own Time" geht leider in diese Richtung. Ansonsten kann man jedoch nur Positives von der Platte berichten, da der Rest, bis auf die Skits, wieder sehr melodisch und daher sehr angenehm anzuhören ist. Im Falle von den etwas schnelleren "It's OK, But Just This Once" und "Clothes Off" und dem wieder chilligen "New Friend Request" sind sogar noch drei richtig geniale Songs mit dabei, die einem auf Grund der Instrumentals, der eingängigen Rhythmen und Melodien und der starken Performances von Travis gar nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen. Eigentlich ist dies eine perfekte Platte für sonnige Sommertage, die mit "Biters Block" und "Scandalous Scholastics" noch zwei weitere gute, jedoch nicht überragende Lieder beinhaltet. Wer also mal wieder ein künstlerisch sehr wertvolles Album sucht, das ohne übertriebenes Macho-Geproll auskommt, sondern mit geistreichen Lyrics überzeugt und dem es nichts ausmacht, dass richtige anstatt elektronische Instrumente verwendet wurden, der sollte eine Anschaffung von "As Cruel As School Children" eindeutig in Erwägung ziehen.