Ich gestehe, ich bin süchtig nach Milena Mosers Romanen-sie sind wie Schweizer Schokolade und genau so muß man sie auch genießen-nicht Stück für Stück, sondern gierig die ganze Tafel äh, das ganz Buch!Bei ihren früheren Werken durchaus ein Genuss ohne Reue. "Artischockenherz" ist, um bei der Schoki-Wertung zu bleiben, jedoch nur ein Milchschokoladenriegel; ihre Romanheldin Emma kämpft sich müde durch das zwar gewohnt bizarre Geschehen, der Grundton ist jedoch eher bemüht und etwas angestrengt, ein Lebensgefühl, das der Autorin scheinbar nicht fremd ist. Vielleich liegt es einfach an ihrer neuen Wahlheimat Amerika, daß sich der "zartbittere Schmelz" nicht so recht einstellen mag. Nur wenn die Romanheldin allzu menschlich über ihre Fehlschläge reflektiert, blitzt der bissig scharfe Moser-Charme auf, leider viel zu selten. Für mich bleibt sie trotzdem die Königin der Schlampen !