Nachdem das Doppelalbum "The Garden" (die zweite reguläre Veröffentlichung der Band) schon mit schönem und phantasievollem Prog-Rock aufwarten konnte, ist nun mit dem dritten Werk "Artificial" nochmals ein deutlicher Sprung in Punkto Melodik, effizienteres Songwriting und Dynamik gelungen. Die Australier haben sich dieses Mal im Bereich der totalen Verspieltheit ein wenig zurückgehalten, ohne jedoch ihre epischen Songstrukturen oder die breit angelegte Instrumentierung aufzugeben. War "The Garden" an einigen Stellen noch etwas zu langatmig und kompressionsarm, so ist "Artificial" nun ein rundes und spannendes Album geworden, dass durch seine starken Melodien und gelungenen Spannungsbögen endloses Hörvergnügen verspricht.
Auch auf "Artificial" lassen die alten Genesis aus der Gabriel-Ära freundlich grüßen, ebenso sind wieder Sounds und Trademarks der Seventies-Titanen YES an Bord, ohne jedoch den Eindruck eines stumpfen Plagiates zu vermitteln, wie es ja immer wieder im Prog-Bereich vorkommt. Die Band bleibt zu jeder Zeit individuell und selbstbewusst, der Reifegrad ist nach der relativ kurzen Historie der Band erstaunlich, die Aufmachung des Albums ist liebevoll und gelungen - für Freunde klassischen Progs eine Wundertüte voll schöner Musik, die definitiv dauerhaft hängen bleiben wird und lange Freude macht!