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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannend, dramatisch, luzid,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Arthur Koestler: Ein extremes Leben 1905 - 1983 (Gebundene Ausgabe)
Als Sartre in Nazi-Berlin studierte, kämpfte Koestler gegen den Faschismus. Als Sartre in Vichy-Frankreich in der inneren Emigration war, fuhr Koestler mit dem Ambulanzwagen durch das von den Deutschen terrorisierte London. Als Sartre nach dem Krieg im Pariser Café saß und Stalin lobte, befand sich Koestler im Fadenkreuz des KGB.Sartre ist heute weltberühmt, gilt als Klassiker. Vorbild für Gymnasiasten, Intellektuelle und Sofa-Rebellen. Und Koestler? Der Gefangene Francos, Autor des Klassikers „Sonnenfinsternis“? Lange, zu lange, war er vergessen. Umso erfreulicher ist die erste Koestler-Biographie in deutscher Sprache. Ein gutes Buch. Ein spannendes Buch. Ein längst überfälliges Buch. Vielleicht erlebt Arthur Koestler ja ein Comeback. Zu wünschen wäre es ihm. Und uns. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wunderbares Buch,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Arthur Koestler: Ein extremes Leben 1905 - 1983 (Gebundene Ausgabe)
Schön, dass es endlich eine Koestler-Biographie in deutscher Sprache gibt! Ich hatte zwar schon befürchtet, dass es sich bei dieser Bio vor allem um eine Nacherzählung der autobiographischen Bücher Koestlers handelt, doch wurde ich schnell eines Besseren belehrt: Der Autor hat viel unbekanntes Material aus Archiven geborgen, und er beschäftigt sich auch mit jenen Jahren, die Koestler in seinen Erinnerungen nicht beschrieben hat. So entsteht ein spannendes und faszinierendes Zeitpanorama, eine Zeitreise, auf der dem Leser der Zionist, der begeisterte Kommunist, dann der erbitterte Kommunistenhasser, der Parapsychologe, der Philosoph und der mutige Reporter Koestler begegnet. Verblüffend ist dabei auch, wie wenig sich doch geändert hat, wie viel sich wiederholt - etwa, was die Situation im Nahen Osten angeht. Dass der Wissenschaftler Koestler beiall dem ein wenig kurz kommt und man ruhig noch einen zusätzlichen Bildteil hätte riskieren können, ändert nichts an der Freude, die mir diese Biographie gemacht hat. Und: Jetzt habe ich wieder richtig Lust, meine alten Koestler-Bücher aus dem Regal zu nehmen und noch einmal zu lesen - diesmal mit anderen Augen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Extremes Leben ohne Extreme,
Von
Rezension bezieht sich auf: Arthur Koestler: Ein extremes Leben 1905 - 1983 (Gebundene Ausgabe)
Arthur Koestler war vielleicht nicht einer der besten, aber ganz sicher einer der umstrittensten Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine Abrechnung mit dem Kommunismus „Darkness at noon" (Sonnenfinsternis) wurde ebenso ein Bestseller wie „Thieves in the night", der Roman über Kibbuzim und Zionismus.Als Korrespondent berichtete er aus dem spanischen Bürgerkrieg, wagte sich hinter die Fronten in Francos Spanien, geriet in Malaga in Gefangenschaft und verbrachte drei Monate in einer Todeszelle, jeden Tag auf seine Erschießung wartend. Er war niemand, der sich nur am Schreibtisch einmischte, er wollte dabei sein. Als Sohn eines Ungarn mit russischen Vorfahren und einer Prager Jüdin lernte er früh antisemitische Vorurteile kennen. Die führten ihn in die zionistische schlagende Verbindung Unitas und später in Jabotinskys revolutionäre Liga der Zionisten, die ganz Palästina - inklusive des heutigen Jordaniens - als Judenstaat einforderte. So wird nicht nur der Weg des kämpferischen Koestlers nachgezeichnet, sondern auch die Beweggründe und Argumentationen des Zionismus, der sich aus dem Antisemitismus Europas entwickelte. Manches davon ist harter Tobak, etwas wenn Koestler von den Arabern verlangt, sie müssten sich assimilieren oder gehen oder wenn er später den bewaffneten Kampf von „Lechi" und „Irgun" publizistisch unterstützt, die auch vor Mord und Terroranschlägen nicht zurückschreckten. Deren prominentestes Opfer wurde der UNO Beauftragte Graf Bernadotte. Buckhard erzählt dies sachlich, enthält sich der Bewertung, kann aber die Beweggründe von Koestler und den Zionisten durchaus glaubwürdig darstellen. Das ist die Stärke des Buches. Doch Koestler war mehr als ein Zionist. Er war ein Gejagter und ein Mann voller Widersprüche, hasste Frauen und hatte doch unzählige Affairen, warb für den Staat Israel, aber lebte immer nur kurz dort. Intellektuell und von kleiner Statur stürzte er sich immer wieder in Streitereien, manchmal verbal, oft aber auch sehr handgreiflich. Obwohl Zionist, trat er der kommunistischen Partei bei. Anders als manch seiner Zeitgenossen sah er aber bald die Fratze von Hunger und Terror, die sich hinter der schönen Maske der klassenlosen Gesellschaft verbarg. Von all dem findet sich wenig bis nichts in der Biografie. Dass die KPF Koestler als „Psychopathen" beschimpft, findet sich im Buch kurz erwähnt, aber der Leser hätte doch gerne die Vorgeschichte dazu erfahren. Ebenso findet sich ein Foto Koestlers, der die Eröffnungsrede auf dem „Congress for Cultural Freedom" hält. Was er dort gesagt, getan hat, muss sich der Leser denken. In der Biografie steht es jedenfalls nicht. Selbst die Frage, wieweit Koestlers Depressionen - er nahm später offenbar regelmäßig Antidepressiva - mit zu seinem sprunghaften Leben und seinen oft auch für Freunde schwer zu verstehenden Kreuzzügen und Polemiken beitrugen, bleibt im Buch ausgespart. So entstand eine solide Biografie über den Zionisten Koestler, eine anspruchsvolle Lektüre, die zu lesen der Mühe wert ist, aber nichts, was den Untertitel „Ein extremes Leben" rechtfertigt. Denn nur den zionistischen Lebensfaden fand Christian Buckhad der Schilderung wert. Insofern ist Titel und Umschlagstext eigentlich eine Irreführung des Lesers und mehr als ärgerlich. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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