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In der Folge wird George Anwalt in Birmingham. Aber die Verleumdungen des braven, überaus harmlosen Mannes reißen nicht ab. Immerhin ist er indischer Herkunft. Und das ist im England des 19. Jahrhunderts ein Makel, der auch durch Intelligenz und Fleiß nicht auszugleichen ist. George wird Opfer eines rassistisch motivierten Justizirrtums. Da tritt glücklicherweise Sir Arthur Conan Doyle auf den Plan: Augenarzt und Erfinder des Meisterdetektivs Sherlock Holmes. Er hilft George, seine Ehre wiederherzustellen.
Im Schnitt-Gegenschnitt-Verfahren entwickelt der große englische Erzähler Julian Barnes in parallelen Handlungssträngen zwei englische Lebensläufe, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch ein umfassendes Bild der Zeit entwerfen. So ist Arthur & George auch ein historischer Roman. Vor allem aber ist er beste Unterhaltung auf höchstem Niveau. -- Stefan Kellerer, Literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Interessanter und spannender historischer Roman,
Von weisserstier (Wien, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Arthur & George (Gebundene Ausgabe)
Beeindruckend, spannend und sehr tiefgehend erzählt Julian Barnes den Lebensweg zweier interessanter englischen Männer im ausgehenden 19.Jahrhundert. Sir Arthur Canon Doyle ist als Autor der Sherlock Holmes Geschichten vielen bekannt, doch sein Leben erweist sich um vieles facettenreicher und ritterlicher. Sein Weg kreuzt jenen des Anwaltes George Edalji, der ebenso geradlinig seine Grundwerte hoch hält. Gerade diese Charaktereigenschaft stürzt beide in scheinbar hoffnungslose Tiefen und dort kreuzen sich ihre Wege und es soll der rettende Anker für beide werden.Dieses Buch ist ein gelungenes, spannendes und einfühlsames Werk - es verändert sich laufend - vom Entwicklungsroman, zur Beziehungsgeschichte, zum Kriminalfall, zur Biographie - immer die Werte des englischen Gentleman hochhaltend. Sehr empfehlenswertes Buch, vor allem nach der Lektüre von Sherlock Holmes Büchern, um die Zeit des Autors lebendig werden zu lassen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sir Arthur Conan Doyle ermittelt,
Von Mag Wolfgang Neubacher "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Arthur & George (Gebundene Ausgabe)
Julian Barnes, in London lebender Schriftsteller, ist auch im deutschsprachigen Raum inzwischen schon mehr als ein Geheimtipp. Seine Fangemeinde dürfte sich mit diesem Buch deutlich vermehren."Arthur & George" ist ein Roman, der Realität und Fiktion auf eine äußerst geschickte Art und Weise vermischt: Real ist (Sir) Arthur (Conan Doyle), der Erfinder von Sherlock Holmes (und Dr. Watson). Die zweite Hauptperson, George (Egalji), ebenfalls real, Sohn eines anglikanischen Pfarrers indischer Abstammung, lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester zurückgezogen in einem Pfarrhaus. Eines Tages beginnt gegen diese Familie ein regelrechter Psychoterror: anonyme Briefe treffen ein; in diversen Zeitungen erscheinen eigenartige Annoncen. George schafft es aber trotzdem, ein erfolgreicher "Solicitor" (eine Art niederer Rechtsanwalt) zu werden. Dies alles scheint vorbei zu sein, als in der Nähe seines Elternhauses Tiere (vor allem an den Genitalien) verstümmelt werden. George wird verhaftet, da Indizien gegen ihn sprechen, zu mehreren Jahren Haft verurteilt, aber vorzeitig entlassen, ohne dass er rehabilitiert wird. Nun tritt - der Leser ahnt es schon - Sir Arthur in sein Leben. Er, der Autor, schlüpft in die Rolle seiner bekanntesten Figur und beginnt zu ermitteln... Dieses Buch ist wahrscheinlich das bisherige Meisterwerk von Julian Barnes. Geschickt verbindet der Autor - wie schon erwähnt - Realität mit Fiktion, wobei die Fiktion bei Georges überwiegt, da über sein Leben relativ wenige Fakten bekannt sind. Hier arbeitet die Phantasie des Autors. Ganz anders ist dies beim Leben von Arthur, dessen Biografie jedem Interessierten zugänglich ist. Und: Bis auf wenige Ausnahmen sind alle zitierten Briefe, Zeitungsartikel etc. authentisch und damit noch beeindruckender. Je weiter man in diesem Buch vordringt, desto mehr zeigen sich Dumpfheit der Leute, Rassismus, Vorurteile, ein mehr als eigenartiges Rechtswesen usw. Und dass es in Frankreich den Fall "Dreyfus" - zeitlich nicht weit von diesem englischen Fall entfernt - gab, verwundert nicht weiter. Jedenfalls zeichnet Barnes ein faszinierendes Bild Englands und zweier Gesellschaftsschichten von der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Man wünscht "Arthur & George" viele Leser! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Justizirrtümer sind schlimm, noch schlimmer sind,
Von
Rezension bezieht sich auf: Arthur & George: Roman (Taschenbuch)
Fehlentscheidungen, die geradezu vorsätzlich aufgrund von Vorurteilen und vorgefasten Meinungen zustande kommen. Fast zur selben Zeit, in der Frankreich durch den Dreyfuss Skandal erchüttert wurde, hatte England einen ganz ähnlichen Fall - die durch nichts gerechtfertigte Verurteilung von George Edalji, eines Rechtsanwalt indischer Abstammung. Und wie in Frankreich Zola erhob auch in England ein bekannter Schriftsteller seine Stimme gegen dieses Unrecht: Sir Conan Doyle, der Schöpfer der Sherlock Holmes Geschichten. In England war die Folge dieses Fehlurteils die Einführung von Berufungsgerichten, die es zuvor nicht gab - dafür ist der Fall als solcher heute fast völlig vergessen. Barnes erzählt in diesem fulminant geschriebenen Roman aber weit mehr als eine wahre Justizgeschichte: Indem er die beiden Leben der beiden äußerst gegensätzlichen Hauptprotagonisten aufeinander zu und auch wieder auseinanderdriften lässt, gewinnt er Raum, um ein Bild des spät-viktorianischen Englands zu zeichnen - da geht es auch im Ehre, um Liebe um Spiritualismus, um Sexualmoral. Und es wird deutlich, dass es in dieser als sehr engstirnig angesehenen Zeit durchaus Raum gab für sehr kindlich abenteuerliche Burschen wie Sir Arthur, der einmal in seinem Leben wirklich zum Detektiv wird. Da Barnes ein wunderbarer Erzähler ist, ist der Roman ein klassicher page-turner, d.h. wenn man erst mal angefangen hat zu lesen, dann ist es sehr schwierig, das Buch zur Seite zu legen.P.S. Ein anderes schön geschriebenes Buch über einen Justizirrtum: Thomas Hettche, Der Fall Arbogast. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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