Bis 1976 gab es auch im DDR-Fernsehen, beim Deutschen Fernsehfunk (DFF) in Ost-Berlin ein Werbefernsehen.
"Tausend Tele Tips" hieß die Sendung, die am Samstagabend um 19:00 Uhr ausgestrahlt wurde.
Ein fester Bestandteil war allwöchentlich das "Mini-Kino".
Ab und an hatte darin auch "Arthur der Engel" seinen großen Auftritt.
Diese in Ungarn ab 1959 produzierte und gesendete Serie, gelangte Anfang der 1960er Jahre zum Deutschen Fernsehfunk. In Auftrag des DFF erhielten zunächst 9 Folgen im DEFA Studio für Synchronisation ihre deutsche Bearbeitung.
Erst im Jahr 2003 wurde man im Archiv der "Hungarofilm" fündig und entdeckte drei im deutschen Sprachraum noch nie gezeigte Folgen. Der Initiative und dem Spürsinn einiger MDR Mitarbeiter ist übrigens dieser Fund zu verdanken. Sie waren der Meinung dass es außer den altbekannten, vielleicht noch ein paar hierzulande völlig unbekannte Folgen mit "Arthur" geben könnte. Und sie behielten recht.
Man konnte sogar Arthurs deutsche Original-Stimme, den am 16.06.1927 geborenen Theater-Schauspieler Fred Alexander für die Synchronisation dieser drei noch nie gezeigten Folgen gewinnen. Auch wenn zwischen der Synchronisation der ersten und der letzten Folgen, doch schon einige Jahre vergangen sind und seine Stimme hörbar reifer geworden ist, braucht man als Zuschauer auf Arthurs vertrauten Klang wenigstens nicht zu verzichten.
Vielleicht hätte man bei dieser Gelegenheit auch versuchen können, Arthurs Lied "Von Wolken schweb ich herab, mit dem Schirm und ich mach niemals schlapp...", wieder vollständig herzustellen. Im Laufe der Jahre ging leider im ehemaligen DFF-Archiv von dieser Titelsequenz die zweite Hälfte der Tonspur, in der es heißt: "Auch die Karre im Dreck, ich zieh sie weg. Auf mich ist verlass, glaubt mir das!" verloren. Stattdessen unterlegte man, den jetzt natürlich längeren Vorspann, einfach mit der Wiederholung der ersten Hälfte der Textpassage "Guten Rat hab ich stets nicht zu knapp. Geht was schief ruf nach mir, ich komm gleich, helfe Dir, Arthur der Engel!".
Im DFF wurden die ursprünglich in Farbe für den US-amerikanischen Markt produzierten Filme leider nur in schwarz/weiß gezeigt. Da in der DDR erst zum 07. Oktober 1969 das Farbfernsehen eingeführt wurde, befanden sich seit dem Zeitpunkt der Erstsendung von "Arthur der Engel" in den 60er Jahren, im DFF-Archiv auch keine Farbkopien sondern nur jene in schwarz/weiß.
Auf der vorliegenden DVD werden alle nun insgesamt 12 Folgen selbstverständlich in Farbe angeboten.
Inhalt:
Arthur, der Engel, kann sich im Himmel nicht ausruhen, da ihn Petrus ständig auf die Erde schickt, um den hilfsbedürftigen Menschen zu helfen.
Kaum angekommen, tut Arthur sein Bestes. Doch auch er gerät immer wieder in Schwierigkeiten.
01: "Wie im alten Rom"
02: "Bei Wasser und Brot"
03: "Die Wunderlampe"
04: "Das Geheimnis der Schatzinsel"
05: "Im wilden Westen"
06: "Die große Tigerjagd"
07: "Die Jagd des kleinen Bob"
08: "Der Roboter"
09: "Vom Pech verfolgt"
10: "Arthur und Frankenstein"
11: "Arthur und die Piraten"
12: "Arthur im Schnee"
Die Filme haben eine Gesamtlaufzeit von 103 Minuten.
Bildbewertung:
Das Bild im Format 4:3 zeichnet sich durch satte, klare Farben aus. Das Original Farbfilm-Material wurde Digital abgetastet. Keine Schäden, Bildrauschen, Verunreinigungen u.s.w. sichtbar.
Die Animierten Kapitel wurden nach Inhalten untergliedert eingeteilt.
Als Bonus gibt es Exklusiv einen "Besuch bei Arthurs Stimme Fred Alexander" zu sehen. Der Beitrag "Fred Alexander bei der Synchronisation" zeigt einen kurzen Blick hinter die Kulissen seiner Synchronarbeit zu "Arthur der Engel".
Tonbewertung:
Der Ton ist sauber und klar verständlich in Dolby Digital 2.0 vorhanden.
Fazit:
Die Firma Icestorm hat hier in Co-Produktion mit der OTTONIA und EUROTAPE ein Qualitätsprodukt auf den Markt gebracht. Für jeden Arthur-Fan, der im Osten Deutschlands aufgewachsen ist und heute wohl zu den Endvierzigern, fünfzigern und darüber hinaus gehören dürfte, stellt die DVD "Arthur der Engel" sicher eine absolute Kaufempfehlung dar und bringt gleichzeitig so ganz nebenbei, ein kleines Stück Kindheits TV-Erinnerung zurück.
Für jüngere werden die Abenteuer des kleinen Himmelsboten, möglicherweise wohl vielleicht eher nicht ganz so interessant sein.