Es dauert lange, bis das Millionärssöhnchen Arthur(Russel Brand), immerhin schon 30 Jahre alt, das kapiert. Aber besser spät als nie. Denn wer weiß: Vielleicht schafft sogar das verzogene Gör Arthur noch den Schritt ins richtigte Leben...
Jason Winer hat sich an die Neuverfilmung von -Arthur Kein Kind von Traurigkeit- herangewagt. Ein Film, der 1982 etliche Golden Globes und sogar einen Oscar abräumte. Damals mit der Top-Besetzung Dudley Moore, Liza Minelli und John Gielgud. 30 Jahre später versucht Winer den Kern der Story wieder einzufangen. Das gelingt ihm nicht so gut, wie im Original. Dazu ist die erste Hälfte des Films einfach ein Stück weit zu albern und verspielt geworden. Danach fängt Winer die Geschichte wieder ein und bringt sie souverän ans Ende. Zum Inhalt:
Arthur ist unglaublich reich. Seine Daseinsberechtigung ist, dass er der Sohn von Vivienne Bach(Geraldine James) ist, einer überaus erfolgreichen Geschäftsfrau. Arthur lebt wie in einem Spielzeugland. Sein Chaufeur Bitterman(Luis Guzman) ist dabei sein Lieblingsspielkamerad. Dann ist da noch Arthurs Nanny Hobson(Helen Mirren), die sich um den "Jungen" kümmert. Als Vivienne merkt, dass Arthurs Verhalten geschäftsschädigend wird, verordnet sie ihm die Hochzeit mit der ehrgeizigen Angestellten Susan(Jennifer Garner). Ansonsten dreht sie Arthur den Geldhahn zu. So willigt Arthur ein, obwohl er Susan nicht liebt. Das beruht allerdings auf Gegenseitigkeit, denn Susan will nur Arthurs Namen und das Geld der Firma. Als der Hochzeitstermin steht, lernt Arthur zufällig Naomi(Greta Gerwig) kennen. Von da an weiß er, was Liebe auf den ersten Blick ist. Arthur hockt damit in der Zwickmühle. Auf was soll er verzichten? Muttis Geld oder Naomis Liebe? Beides zusammen scheint jedenfalls nicht zu gehen. Wenn jetzt noch jemand helfen kann, dann vielleicht die Nanny Hobson. Aber die hat noch ganz andere Probleme...
Der Stoff hat noch immer seinen Charme. Daran haben dreißig Jahre Zeit nichts verändert. Das dicke Plus der neuen Arthur Verfilmung ist die Besetzung. Vor allem Helen Mirren trägt den Film zu einem großen Teil. Die Moral von der Geschicht kommt ebenfalls gut rüber, aber wie gesagt, ans Original reicht die Neuverfilmung nicht heran.
Nach zähem Beginn hat mich Arthur dann doch noch gut unerhalten. Ich hätte 3,5 Sterne vergeben. Da das nicht geht, wurden es vier zu Gunsten des Angeklagten. Eine Nicht-Kenntnis vom Original erhöht in jedem Fall den Genuß beim Anschauen von -Arthur 2011-. Ansonsten hat sich Jason Winer eine Menge getraut, sich an diesem Stoff zu versuchen. Herausgekommen ist ordentliche Unterhaltung, aber bei weitem kein Meisterwerk.