Herr Fisseler propagiert einen Tagesplan, nach dem vormittags nur Obst gegessen werden soll, mittags Salat plus warme vegane Mahlzeit z.B. aus Hirse und Gemüse, nachmittags "ein paar Mandeln" u. ggf. ein Vollkornmüsli mit Banane und abends VK-Brot mit vegetarischem Aufstrich.
Soweit so gut.
Ich habe diese Ernährung zunächst von Juli bis Dezember 2007, d.h. 5 Monate und dann nochmal von März bis Juni 2008 angewendet.
Für mich ist sie aus drei Gründen nicht das Richtige gewesen:
1. Ist für mich (und ich will hier nur von mir sprechen) die Energieaufnahme zu gering gewesen. Trotzdem man laut Autor unbegrenzte Mengen essen darf, war das für mich als 33jährigen Menschen im Erwerbsleben (öffentliche Verwaltung) zu wenig. Ich hatte - auch nach Monaten - vormittags trotz riesiger Mengen Obst immer noch ein Energiedefizit und das Gefühl, dass mir etwas Getreideartiges fehlte. Dies vormittags zusammen mit dem Obst zu esen, ist aber laut Philosophie des Autors nicht erlaubt. Mittags ging es eingermaßen mit Salat und warmer Mahlzeit aber die Zeit bis zum Abend war definitv zu lang. Im Urlaub war es weniger ein Problem. Mag also sein, dass ältere Menschen mit geringerem Stoffwechselumsatz und in Rente (der Auto ist Pensionär u. viele der Berichte in dem Buch stammen ebenfalls von Pensionären) damit klar kommen.
2. In der 1. Woche ging es mir grandios besser aber danach war ich häufig müde. Ich nehme deshalb an, dass mir der Vitaminschub zunächst gut getan hat, dann aber das Fehlen anderer Stoffe ins Gewicht fiel. Entweder fehlten also Stoffe, die ich brauchte. Oder - gehen wir nach der Theorie der Entsäuerung - es wurde so stark entsäuert, dass nicht genug Mineralien zum Binden der Säuren da waren. Um Säuren zu lösen ist diese Ernährung ohne Zweifel gut. Aber es fehlen m.E. ausreichend Mineralstoffe zum Binden dieser Säuren, denn Müdigkeit ist ein Zeichen par excellence für eine saure Stoffwechsellage im Körper. Z.B. enthält diese Ernährung m.E. zu wenig Zink.
3. Mir war ständig kalt. Im Sommer eine grandiose Sache, da mir selbst Temperaturen von über 30 Grad nur ein müdes Lächeln abringen konnten, während meine Kollegen schweißgebadet waren :-) Im Winter haben selbst zusätzliche T-Shirts nichts genutzt, da die gefühlte Kälte von innen kam. Der Autor erwähnt auch, dass empfindliche Menschen bei Südfrüchten mit Kältegefühl reagieren können. Bei mir scheint dies - nicht nur bei Südfrüchten - der Fall zu sein. Auch den Salat konnte ich nicht anrühren. Er war mir einfach zu kalt. Von daher denke ich, dass die Ernährung vielleicht als Kur in der wärmeren Jahreszeit angewendet werden könnte. Für die kältere Jahreszeit scheinen wichtige Elemente zu fehlen, die für eine gesteigerte Wärmeproduktion sorgen.
Ein Wort noch zum Eiweiß: wenn davon die Rede ist, man habe das Gefühl, dass Eiweiß gefehlt hat, dann kann dies zwei Gründe haben.
A) es fehlt tatsächlich, was bei dieser Ernährung aber schwer möglich ist, da die Empfehlung der WHO von 35 gr. pro Tag bei weitem überschritten wird.
B) Die schon angesprochene Entsäuerung führt zu einem schlechten Körperempfinden. Es kursieren viele Säuren im Körper und man fühlt sich scheiße. Führe ich jetzt Nahrung zu, die sauer verstoffwechselt wird, wie tierisches Eiweiß, Kaffee o.ä., jage ich die gelösten Säuren in ihre Depots zurück (s. Peter Jentschura, Gesundheit durch Entschlackung). Der gefühlte Eiweißmangel muss also kein tatsächlicher sein, sondern kann sogar eine Fehlinterpretation des Körpergefühls sein. Führe ich z.B. tierisches Eiweiß zu, fühle ich mich kurzfristig besser, langfristig übersäuere ich mich jedoch noch stärker, als ich ohnehin schon bin. Denn Übersäuerung ist eine HAupt-Ursache der Arthrose.
Ich will die Erfolge dieser Diät - wie z.B. von Herrn Schmidt, der hier gepostet hat - nicht anzweifeln. Für ihn war es das Richtige. Für mich nicht.
Ich komme mit einer mineralreichen Mischkost mit sehr wenig tierischem Eiweiß u. Überwiegen von Getreide, Gemüse, Obst usw. - ohne diese Trennkostempfehlungen hier - am besten zurecht.
Im September 2008 kaufte ich im Urlaub in der sächsischen Schweiz zufällig das Buch "Gesundheit durch Entschlackung" von Peter Jentschura. Dies hat mir geholfen, mich u.a. von meiner nach drei Antibiotikakuren immer noch vorhandenen Borreliose zu heilen. Ganz wesentlich geholfen hat mir dabei die sog. basische Ableitung, d.h. basische Socken über NAcht, basische Fußbäder und Vollbäder.
Update 01.01.2011: mittlerweile habe ich für mich auch festgestellt, dass ich mehr Eiweiß brauchte. "Mehr" heißt, 1-2x am Tag eine kleine Menge von ca. 50 Gramm Rindfleisch z.B.. Damit geht es mir jetzt bedeutend besser, als vorher ohne. Ich habe mich etwas belesen und möglicherweise benötige ich das B12 aus dem Fleisch, weil es mit meinem Darm nicht zum Allerbesten steht und daher die körpereigene Synthese aus dem Darm nicht (ausreichend) funktioniert.