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Artenschutz für Männer. Die Wiederentdeckung des Männlichen.
  
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Artenschutz für Männer. Die Wiederentdeckung des Männlichen. [Taschenbuch]

Hanne Seemann
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Broschiert EUR 16,95  
Taschenbuch, 2009 --  


Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Klett-Cotta, Stuttgart (2009)
  • ASIN: B006C5VHG8
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Hanne Seemann
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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Recht informativ 11. September 2009
Von Lena Waider TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
Die Geschlechterforschung ist fest in weiblicher Hand. Anfangs waren nur Frauen das Thema, neuerdings zunehmend die Männer, speziell seitdem nicht mehr zu übersehen ist, dass es denen nicht sonderlich gut geht in unserer Gesellschaft. Wozu einige Männer allerdings selbst beigetragen haben (14): "Manche bekennen sich selbst zu feministischen Positionen, weil sie denken, Frauen seien doch die besseren Menschen." Ich persönlich glaube eher, dass Männer denken, sie könnten mit solchen Einstellungen und Bekenntnissen ihre Chancen bei Frauen erhöhen (gemäß sexueller Selektion), was aber bekanntlich ein Irrtum ist.

Auch Hanne Seemann ist eine Frau, die sich des Themas Mann angenommen hat. Und seien wir mal ehrlich: Würde auf dem Cover nicht "Hanne Seemann" sondern "Arne Hoffmann" stehen, würden sich höchstens noch halb so viele Exemplare verkaufen lassen, allein schon aufgrund des dann einsetzenden medialen Schweigens.

Hanne Seemann vertritt eine klare differenzgeschlechtliche Position und hebt sich damit wohlwollend vom alles beherrschenden Gleichheitsfeminismus ab. Sie ist nicht gegen gleiche Rechte und Chancen für Frauen und Männer, sondern gegen Gleichmacherei (47): "Nein, ich meine damit den Versuch, durch Erziehung und schulischen Unterricht die natürliche Variationsbreite unter den Kindern zu nivellieren, um größere 'Gleichheit' herzustellen." Eine Variationsbreite, die übrigens auf der männlichen Seite ganz besonders groß ist, und das auch noch aus gutem (biologischem) Grund (siehe z. B. Susan Pinker: Begabte Mädchen, schwierige Jungs: Der wahre Unterschied zwischen Männern und Frauen).

Dass eine Zwangsnivellierung der Geschlechterunterschiede mittels Gender-Mainstreaming und Co, wie sie z. B. Alice Schwarzer in Die Antwort anvisiert, auch für uns Frauen von größtem Nachteil wäre, sieht man allein schon beim Leistungssport: Ob Weitsprung, Tennis oder Schach, überall dort würden wir nur noch auf den hinteren Plätzen landen, wenn wir direkt gegen Männer anzutreten hätten. Vom Fußball einmal ganz zu schweigen. Und die negativen gesellschaftlichen Folgen wie zunehmende gesellschaftsweite Verdummung und Verarmung, die möglicherweise längst feststellbar sind, wären ebenfalls beträchtlich. Hanne Seemanns klare (und richtige) Forderung deshalb (48): "Sie [die Geschlechter] brauchen unterschiedliche Umgebungsbedingungen, um sich gut entwickeln zu können."

Im Buch erfährt man einiges über die unterschiedlichen Denk- und Vorgehensweisen von Frauen und Männern, die zwar nicht im Einzelfall vorhanden sein müssen, jedoch statistisch signifikant sind, und die mit Sicherheit nicht alle ein Produkt einer unterschiedlichen Sozialisation sind. Manches davon konnte man auch schon woanders lesen (z. B. in Louann Brizendine: Das weibliche Gehirn: Warum Frauen anders sind als Männer).

Interessant sind ihre Ausführungen zu den männlichen Sonderlingen, die ihr ganzes Leben einer selbstgestellten Aufgabe widmen, dabei oftmals kläglich scheitern, ohne die die Menschheit aber nicht dort wäre, wo sie aktuell steht. Deutlich macht sie dies etwa am Leben des Gummi-Erfinders Charles Goodyear.

Und damit komme ich zu einem wesentlichen Kritikpunkt: Hanne Seemann arbeitet zwar ziemlich gut heraus, dass und wie sich Frauen und Männer in ihren Wesensarten unterscheiden, nicht aber, wofür es überhaupt Männer gibt. Dabei war sie mit ihrem Goodyear-Beispiel der Lösung schon sehr nahe, die man etwa aus dem hervorragenden Buch von Susan Pinker herauslesen kann, welches aber Hanne Seemann erstaunlicherweise unerwähnt lässt: Es können zwar nur Frauen Kinder in die Welt setzen; Evolution geht jedoch nur mit Männern.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Broschiert
Dieses Buch haben ich mit großem Interesse gelesen. Hanne Seemann thematisiert hier die Wiederentdeckung des Männlichen, stellt rhetorische Fragen, wie etwa "Was ist los mit den Männern? und zeigt auf, wie es möglich war, dass sie so "heruntergekommen" sind, sprich in einer Identitätskrise stecken.

Die Autorin beantwortet zufriedenstellend die Frage, was ein Mann ist und auch worin Männer gut sind, oder was man von ihnen nicht verlangen sollte.

Nicht außer Acht lässt Seemann bei der Betrachtung des Mannes die Macht der Hormone. Je höher der Testosteronspiegel vor Geburt ist, desto "männlicher" wird das Kind.

Seemann beantwortet die Frage was Sozialisation unter der Voraussetzung biologischer Determination leisten kann. Was sind richtige Jungs? Benötigen Jungs Kämpfe? Gibt es geschlechtstypisches Verhalten von Anfang an?

So weit ich die Autorin begriffen habe, benötigen Männer viel Beachtung und Ermutigung, um ihre Eigenheiten, Vorzüge und speziellen Talente zu erkennen und zeigen zu können. Das sehe ich auch so.

Die Psychologin meint, dass die Zukunft des Mannes, vielmehr derer, die sich selbst als Mann verstehen oder als ein solcher angesehen werden, nicht darin liegt, dass für ihn ein neues verbindliches Männerbild von Lehrern, Frauen, Soziologen und Psychologen zurechtgezimmert wird, vielmehr sollen Männer selbst Räume entdecken, die ihnen zuvor verschlossen waren. Ihre Identitätskrise können sie nur überwinden, wenn man ihnen etwas Gutes zutraut und ihnen das Gefühl gibt, dass man sie liebt. Männer haben es seit der vollzogenen Emanzipation nicht einfach. Sie benötigen die Hilfe ihrer Frauen mehr denn je. Was spricht dagegen sie an die Hand zu nehmen? Nichts.:-))

Empfehlenswert.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Anstößiges mit Niveau 17. September 2009
Von Fuchs Werner Dr #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
Streitschriften mit deftigen Formulierungen und ultraknappen Verkürzungen haben es einfacher, Aufmerksamkeit zu erregen. Obwohl dies selbstverständlich auch die Diplom-Psychologin Hanne Seemann weiß, hat sie der Versuchung standgehalten, das ebenso heikle wie aktuelle Thema des orientierungslosen Mannes allzu populärwissenschaftlich zu behandeln. Sprachlich flüssig und auch immer wieder unterhaltsam geschrieben, werden Thesen durch Verweise auf neue Forschungsergebnisse belegt, ohne dem Leser auch nur ansatzweise das Gefühl zu geben, hier würden Wahrheiten vertreten.

Aus der Wissenschaftsgeschichte kennen wir das Pendel-Phänomen bestens. Um Bewegegung in die Gleichberechtigung der Frauen zu bringen, war es notwendig, argumentativ so weit auszuschwenken, dass es Abwehr und Fehler provozierte. Aber wenn die Zeit gekommen ist, der anderen Seite wieder mehr Gehör zu verschaffen, muss dem Pendel wieder ein starker Stoss in die andere Richtung gegeben werden. Und genau das macht Hanne Seemann in zehn Kapiteln, die ich als eine Art Inhaltsangabe im Folgenden aufführe: Was ist los mit den Männern? Oder: Wie es möglich war, dass sie so "heruntergekommen" sind. - Der "ethnologische" Blick vom Aussichtsturm, oder: Von wo aus schauen wir wohin? - Was ist ein Mann? Oder: Fangen wir bei den ganze Kleinen an. - Ein "richtiger" Junge, oder: Wie sind und was tun kleine Jungs? - Die Heranwachsenden, oder: Ist Verrücktsein in der Pubertät normal? - Adoleszenz, oder: Wer bin ich und wer will ich sein? - Männer als Väter, oder: Väter werden ist oft schwer, Vater sein nicht gar so sehr. - Worin sie gut sind, die Männer, oder: Was man von ihnen nicht verlangen sollte. - Über die Liebe, oder: Sind Sie mit einer funktionalen Beziehung zufrieden? - Schlusswort, oder: nachgeschobene Ermutigungen für Männer und Frauen.

Die Kapitelüberschriften weisen auf eine der Qualitäten dieses Buches hin. Obwohl vor anstößigen Thesen nicht zurückschreckend, differenziert die Autorin bei allen zentralen Fragen so gut, dass dem Leser Raum genug bleibt, seine eigene Position zu finden. Allerdings darf er auch immer damit rechnen, die persönliche Meinung der Autorin zu erfahren. Was genetisch festgelegt und was durch Sozialisation anerzogen ist, wurde in den letzten Jahren so gut untersucht, dass sich nicht mehr jede These aufrechterhalten lässt. Und dort, wo wir uns noch immer aus spekulativen Gebieten bewegen, wird das den Lesern auch mitgeteilt. Wer also ein Buch in der Art von Pease & Pease erwartet, wird enttäuscht werden. Ich meine auch, dass sich die Frage, wofür es überhaupt Männer gibt, nach gut 200 Seiten sehr wohl beantworten lässt. Zwar nicht definitiv, aber immerhin so, dass ein neuer Zugang möglich ist.

Mein Fazit: Wer Denkanstösse geben will, muss auch damit rechnen, dass etliche Behauptungen anstößig wirken. Wichtig ist nur, dass eine persönliche Meinungen nicht als Wissenschaft verkauft wird und Wissenschaft nicht als Wahrheit. Mir hat die Lektüre dieser verständlich geschriebenen Mischung aus Berichterstattung und Streitschrift alte Erkenntnisse bestätigt und neue gebracht. Mehr darf und soll man von einem Buch nicht erwarten.
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