WOW, kann ich da nur sagen!
In "The Time Paradox" zeigt sich Eoin Colfer endlich wieder in der Bestform, die er meiner Meinung nach zuletzt im 3. Artemis Fowl-Band gezeigt hat. Dieser Band rückt sogar an den Spitzenplatz meiner Rangliste.
Das neue Abenteuer hat nicht nur eine spannende, gut ausgeklügelte Story - wenn auch teilweise etwas schwer nachzuvollziehen, wie immer, wenn es um Zeitreisen geht - sondern greift auch alte Fäden auf und lässt den Leser die bisherigen Geschichten aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachten.
Was mich an diesem Buch aber am meisten beeindruckt und fasziniert hat, war die emotionale Tiefe.
Es wird etwas Licht darauf geworfen, wie Artemis zu dem 11jährigen Criminal Mastermind wurde, der er im ersten Band war. Zusätzlich kämpft Artemis mit seinen widerstreitenden Gefühlen - nicht nur bezüglich seiner eigenen Taten und ob und wie er diese vor seinen Eltern rechtfertigen kann, sondern auch widerstreitenden Gefühlen bezüglich eines gewissen weiblichen LEP-Captains...
Artemis ist reifer geworden, und wo ich in den vorangegangenen Büchern noch enttäuscht war von dem "guten", aber dadurch eher langweiligen Artemis, werden seine Gedanken und Gefühle, seine ganze Wandlung Richtung Gutmensch, nun glaubwürdig und nachvollziehbar dargestellt. Man kann Colfer hier vielleicht vorwerfen, dass Artemis in diesem Buch zu sehr in Selbstzweifeln schwelgt, und seine üblichen schneidenden Kommentare vermissen lässt. Artemis ist also nur interessant, wenn er böse ist. Das habe ich zumindest bisher gedacht, aber dieser langsam erwachsen werdende Artemis, der immer noch nicht genau weiß, welche Richtung sein Leben nehmen wird und was er überhaupt will, entpuppt sich als ebenso interessant.
Ich habe bis zur letzten Seite mitgelitten und mitgefiebert, und bin froh, dass sich direkt am Schluss ein weiteres Buch ankündigt. Ich kann es kaum erwarten!
Nur eine Frage bleibt noch offen: Was ist denn mit Minerva???