Aus der Amazon.de-Redaktion
In der Argon Klinik in Haven City (Erdland) machen es die Wachen den Brill-Brüdern nicht besonders schwer, den Körper Opal Kobois gegen einen perfekten Klon auszutauchen. Die Polizisten vor der Tür des Krankenzimmers sind schon seit langem reduziert, denn die Gefahr, die früher von der Wichtelin ausging, scheint gebannt, seit Opal in ein ewiges Koma gefallen ist. Aber Opal ist gar nicht ins Koma gefallen, sie hat den Schlafzustand selbst erzeugt. Und ewig wird ihr Schlaf auch nicht sein: In früher Jugend war Opal Schülerin von Gola Schween, dem Guru des Reinigungskomas, der sie in der Kunst des Schlafens zum Zweck des Nachdenkens unterwies. Und so hat die Wichtelin bereits einen perfekten Racheplan im Gepäck, als die Brill-Brüder die Wachen betäuben, um ihre Herrin zu befreien ...
Zum Racheplan von Opal gehört es, ihre Gegenspielerin, Officer Captain Holly Short von der Zentralen Untergrund-Polizei (ZUP), für immer auszuschalten -- und zwar mit einem raffinierten Plan, der Short als Mordverdächtige ins Visier ihrer eigenen Mannen bringen soll (und schließlich bringt). Im Zentrum ihrer Intrige aber steht der menschliche Meisterdieb Artemis Fowl, der die gesamte ZUP zum Narren hielt, bevor es dem talentierten Zentaur Foaly mit unterirdischer Spitzentechnologie gelang, dem Verbrechergenie die Erinnerung an die Unterwelt aus dem Hirn zu löschen. Fowl ist gerade dabei, das am besten gesichertste Gemälde der Welt aus dem Hochsicherheitstrakt einer Bank zu stehlen, als Opal versucht, ihn mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Am Ende steht der Versuch, einen Krieg der Ober- und Unterwelt auszulösen, an dessen Ende sich die Wichtelin zur Herrscherin der Überlebenden aufschwingen könnte. Zur Rettung ihrer eigenen Haut und zur Rettung des Universums muss Captain Short nicht nur die Hilfe des selbstverliebten Zwergs Mulch in Anspruch nehmen. Sie muss auch das Gedächtnis Fowls ans die Unterirdischen wieder aktivieren. Aber das ist für alle Beteiligten gefährlicher als erwartet...
Die Rache ist Fowls viertes Abenteuer, und es ist vielleicht sein spannendstes. So oder so wirkt die Methode seines Erfinders Eoin Colfer, im geheimen Erdland mythische und phantastische Elemente mit solchen der Alltagwelt und der Science-Fiction zu verknüpfen, wieder einmal überaus fruchtbar für die zum Teil sehr versponnene Geschichte. Als Leser fühlt man sich gleich auf gespenstische Weise fremd und doch zuhause in der Unterwelt der Elfen, Zwerge und Wichtel. Und das erhöht den Grad der Spannung in Artemis Fowl. Die Rache ganz enorm. -- Stefan Kellerer
Artemis Fowl von Anfang an -- alle Bände auf einen Blick
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Hörbuch-Rezension
Die Produktion steht ganz im Zeichen von Rufus Beck. Sie ist in seiner eigenen Hamburger Hörbuchedition erschienen und wird von ihm in seiner charakteristischen Art gelesen. Wieder einmal zieht der Harry Potter-Interpret hier alle Register seiner virtuosen Sprecherkunst. Egal ob er Elfen, Zwerge, Wichteln, Centauren, Mulche, viele davon im Dienst der ZUP (Zentralen Untergrundpolizei), oder auf der anderen Seite Artemis Fowl und seinen hünenhafter Bodyguard zu Wort kommen lässt, Rufus Beck springt flink zwischen diesem ungeheuren Aufgebot an ungewöhnlichen Wesen hin und her und schenkt dabei jeder Figur ihre unverwechselbare Stimme. Daneben präsentiert er die überbordende Fülle an High-Tech-Spezialwaffen und -Instrumenten, die im Kampf des Guten gegen das Böse eingesetzt werden, und die sich jagenden Meisterstreiche derart schnell, dass einem manchmal die Ohren schwirren.
Eoin Colfer, der Kinderbuchautor, landetet 2003 mit seinem ersten Artemis-Fowl-Roman, einen solchen Treffer, dass ihm der internationale Durchbruch gelang. Seine Romane sind in 42 Sprachen übersetzt. Der Autor wurde mit dem Children Book Award, 2001, und dem Deutschen Bücherpreis in der Kategorie Kinder- und Hörbuch, 2004, ausgezeichnet. Eoin Colfer lebt mit Frau und Sohn in Wexford, Irland. Früher hat der Lehrer in Saudi-Arabien, Tunesien und Italien unterrichtet.
Fazit: Ein Abenteuer voller Action, Magie und Waffen, in dem Rufus Beck alles aufbietet, was ihm zur Verfügung steht. Für die nicht Artemis Fowl-Gemeinde manchmal vielleicht sogar etwas zu viel!
Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 374 Minuten, 5 CDs. Edition Rufus Beck. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Über den Autor
Auszug aus Artemis Fowl IV - Die Rache von Eoin Colfer. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Der Elfendieb
München, Deutschland. Gegenwart
Diebe haben ihre eigenen Legenden. Geschichten von genialen Beutezügen und todesmutigen Räubereien. Eine dieser Legenden handelt von der ägyptischen »Katze«, dem Einbrecher Faisal Mahmood, der in die Kuppel des Petersdoms geklettert war, um sich zu einem Bischof, der zu Besuch war, abzuseilen und ihm den Krummstab zu
stehlen.
Eine andere Geschichte erzählt von der Trickbetrügerin Red Mary Keneally, die sich als Herzogin verkleidet unter die Gäste der Krönungsfeier des englischen Königs geschmuggelt hatte. Der Buckingham-Palast dementierte den Zwischenfall, aber gelegentlich taucht bei Auktionen eine Krone auf, die der im Londoner Tower verblüffend ähnlich sieht.
Die vielleicht spannendste Legende ist die des verlorenen Meisterwerks von Hervé. Wie jeder Erstklässler weiß, war Pascal Hervé der französische Impressionist, der außergewöhnlich schöne Bilder vom Volk der Elfen gemalt hat. Und wie jeder Kunsthändler weiß, werden die Bilder von Pascal Hervé zu Preisen gehandelt, die nur noch von van Gogh übertroffen werden, und die gehen für gut fünfzig Millionen Euro über den Tisch.
Die Elfenserie von Pascal Hervé umfasst fünfzehn Bilder. Zehn hängen in französischen Museen, und fünf gehören Privatsammlern. Aber in den höheren Verbrecherkreisen kursieren Gerüchte, dass noch ein sechzehntes existiert, Der Elfendieb, das einen Elf dabei zeigt, wie er ein Menschenkind stiehlt. Überlieferungen zufolge soll Hervé das Bild einem schönen türkischen Mädchen geschenkt haben, dem er auf den Champs-Élysées begegnet war. Das Mädchen brach ihm prompt das Herz und verkaufte das Bild für zwanzig Francs an einen englischen Touristen. Wenige Wochen später wurde das Bild aus dem Haus des Engländers gestohlen.
Und danach wurde es aus Privatsammlungen auf der ganzen Welt immer wieder entwendet. Seit Hervé sein Meisterwerk gemalt hat, ist der Elfendieb vermutlich insgesamt fünfzehn Mal gestohlen worden.
Doch was diese Diebstähle unterscheidet von Millionen anderen, die während dieser Zeitspanne begangen wurden, ist, dass der erste Dieb beschloss, das Bild selbst zu behalten. Und das taten alle anderen auch.
Der Elfendieb ist zu einer Art Trophäe für die besten Diebe der Welt geworden. Nur ein Dutzend von ihnen wissen, dass es existiert, und davon wissen wiederum nur eine Hand voll, wo es sich befindet. Dieses Gemälde ist für Verbrecher das, was der Turner Prize für Künstler ist. Wem es gelingt, das verlorene Bild zu stehlen, der gilt als Meisterdieb seiner Generation. Nicht viele wissen von dieser Herausforderung, aber jene, die eingeweiht sind, gehören zur Elite.
Selbstverständlich wusste Artemis Fowl vom Elfendieb, und vor kurzem hatte er auch herausgefunden, wo sich das Bild befand. Es war ein unwiderstehlicher Test seiner Fähigkeiten. Wenn es ihm gelang, den verlorenen Meister zu stehlen, würde er der jüngste Dieb in der Geschichte dieses Werks sein.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .



