Erst mal: Das Buch ist viel zu kurz. In weniger als 2 Tagen hatte ich es ausgelesen und war richtig enttäuscht, dass diese Geschichte so schnell zu Ende sein sollte. Ein Glück, dass die Nachfolge-Romane schon in den Startlöchern stehen. Also vielleicht einfach mal Teil 2 mitkaufen, wenn man sich schon den 1. zulegt.
Die vermeindliche Kürze des ersten Teils um das 12 jährige Verbrecher-Genie Artemis Fowle ist der erste und einzige Kritikpunkt, der mir zu diesem Buch einfällt. Zu Anfang war ich etwas skeptisch, weil in einigen Medien das Buch als "Der neue Harry Potter" bezeichnet wurde und so habe ich die erste Zeit doch etwas gezögert mir den Roman zuzulegen.
Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass das völlig unbegründet war, denn das einzige, was hier so recht an Harry Potter erinnern mag, ist das Alter des Hauptprotagoinisten Artemis Fowle.
Die ganze Geschichte lang weiß man sich so recht, was man von dem kleinen Ekel halten soll, denn er ist nicht nur überaus reich, intelligent und reif für sein Alter, sondern auch ziemlich fies und gemein. Alles in allem besitzt er trotzdem einen gewissen Charme und auch, wenn er nicht er nicht besonders liebenswert ist, muß man ihn doch irgendwie bewundern. Gerade zum Schluss und in den wenigen Passagen, in denen er Menschlichkeit zeigt, wirkt er beinahe bemitleidenswert und lässt eine gewisse Dramatik erahnen, die sich hinter seiner Verbrecherfassade verbirgt.
So fiel es mir auch ziemlich schwer, mich entweder auf die Seite der hochzivilisierten ( Elfen, Zwerge, Kobolde, Trolle usw. ), die Artemis um ihr Gold bringen will oder auf die des jugendlichen Verbrechergenie zu stellen. Das Tolle an diesem Buch ist, dass man sich guten Gewissens mit beiden Seiten identifizieren kann; bei jeder sich abwechselnden Sichtweise kann man mitfiebern, lachen und sich einfach gut unterhalten lassen.
An einigen Stellen ist das Buch für seine Brutalität kritisiert worden, was ich kaum nachvollziehen kann. Natürlich gibt es ein paar Gewaltdarstellungen ( schließlich sind die Elfen, Zwerge und Kobolde hier keine fröhlichen Märchenfiguren sondern hochentwickelte Wesen, die mit Einsatz hochmoderner Technik und Zauberei uns "Oberweltlern" gegenüber ihre Existenz vorenthalten müssen ), aber diese sind immer der jeweiligen Situation angepasst und auch nicht schlimmer, als die irgendeines anderen Abenteuerromans.
Besonders gefällt mir aber an diesem Buch die Ironie, die sich durchweg durch die Geschichte zieht. Von einigen wirklichen Brüllern, bis hin zu unterschwelliger Ironie und Gesellschaftskritik, das Buch wird nicht langweilig und schreit förmlich danach ausgelesen zu werden.
Nicht nur Fantasy-Liebhaber werden hier auf ihre Kosten kommen, denn man muß nicht Elfen und Zwergen-Freund sein, um hier gut unterhalten zu werden. Auch alle die, die ein Buch mit Witz, Spannung und einen irgendwie faszinierenden Hauptdarsteller suchen, werden es hier finden.