133 Künstler, deren Werke in den letzten drei Jahren für Gesprächsstoff gesorgt haben, sind in dieser Sammlung vertreten. Da findet man beispielsweise den Provokateur Jonathan Meese als deutschen Vertreter, die Engländerin Tracey Emin oder den Chinesen Ai Weiwei, der 2007 in aller Munde war, als der Regen seine Installation auf der documenta 12 zerstörte und der Künstler auf eine Rekonstruktion verzichtete.
Insbesondere durch die alphabetische Reihenfolge der Künstler entsteht der Eindruck eines Lexikons. Eines Lexikons, das einen momentanen Zustand der Kunstszene beschreibt, indem es 133 Künstler herauspickt. Nun schreibt der Herausgeber im Vorwort zwar, das dies keine Sammlung der 133 "besten" Künstler sei, aber immerhin doch eine der 133 "derzeit spannendsten" Künstler. "Spannung" oder "Diskussionsstoff" mag das Kriterium für die Aufnahme in das Buch gewesen sein, inwiefern die Künstler jedoch diesem Auswahlkriterium entsprechen, wird leider gar nicht thematisiert. Die mangelnde Transparenz in der Auswahl der Künstler ist insbesondere für Leser, die keine intimen Kenner der Kunstszene sind, sehr ärgerlich, müssen sie doch dem Verlag und den Mitwirkenden blind vertrauen. Man wundert sich, dass in der Kurzbeschreibung der Künstler und ihrer Werke nicht auch geschrieben steht, warum dieser Künstler es ins Buch "geschafft" hat. An dem Gefühl nur ungenügend informiert zu werden, kann auch die gute Idee, die Galerien der Künstler als auch die Preise ihrer Werke aufzulisten, nichts ändern. Und das ist auch der Grund, warum nur vier statt fünf Sterne vergeben werden, denn das Konzept der Reihe, nämlich dem Leser einen Überblick über derzeit "angesagte" zeitgenössische Künstler zu geben, ist nicht nur lobenswert, sondern auch gelungen. Man blättert im Buch herum, bleibt hängen, liest den kurzen Text oder das Zitat und wird neugierig. Mehr kann man sich als Leser eigentlich nicht wünschen - oder doch, kann man: mehr Transparenz bei der Auswahl.
Alles in allem ein buntes und interessantes Potpourri zeitgenössischer Künstler, dem jedoch gerade die für interessierte Laien besonders wichtige Transparenz bei der Auswahl der Künstler fehlt.