Vor einigen Tagen habe ich beim Stöbern ein mir unbekanntes Lenormanddeck gefunden: die "Jugendstil-Orakelkarten", 2007 im Verlag Königsfurt erschienen. Als bekennende Anhängerin des Jugendstils bin ich begeistert von diesen Zeichnungen. Alle Farben sind eher pastellig angelegt mit viel Ornamentik in Jugendstil-Art. Jeweils mittig findet sich eine Art Bilderrahmen, in den das Bild der jeweiligen Kartensymbolik eingefügt ist, deutlich sichtbar auch die jeweilige Zahl der Karte am oberen Rand. Worüber ich hinwegsehen kann, ist die Darstellung der Karte 14 "Fuchs", denn er sieht meiner Meinung nach eher wie ein Wolf aus.
Was mir überhaupt nicht zusagt, sind die Kurzdeutungen in dem kleinen Begleitheft, die in Englisch, Italienisch, Spanisch, Französisch und Deutsch abgefaßt sind, allerdings in einem sehr deterministischen Stil à lá Jahrmarktsprognose. Die Autorin Emmanuela Signorini gibt dabei auch eine gesonderte Deutung für umgedrehte Karten. Das kann man natürlich machen, muss man aber auch nicht. Von der psychologischen Sichtweise ausgegangen, ist dieses Deutungsheftchen einzig und allein reif für den Papierkorb. Deshalb fließt es in meine Rezension mit einem Punktabzug ein.
Mit 10x6 cm sind diese Orakelkarten deutlich größer als die Karten der Blauen Eule (8,5x5,5 cm). Die Rückseite ist hübsch gestaltet mit einem die ganze Kartenfläche bedeckenden, bordürenartigen Jugendstil-Muster in leicht pastelligen Rot- und Grüntönen. Positiv fällt mir auch die Stärke und Griffigkeit der Karten auf, die sich leicht und angenehm auffächern lassen.
Wer den Jugendstil liebt und einmal andere als die bekannten Lenormands benutzen möchte, wird hier sicher fündig. Ein gutes Begleitbuch müsste dann allerdings selbst geschrieben werden. Wer sich mit den Karten noch nicht auskennt, sollte bis dahin auf andere Literatur zurückgreifen (z.B. Drabeck, Biwer, Fiechter u.ä.).