Pressestimmen
»Die in den siebziger Jahren erfolgte Ausgabe war bald vergriffen. So ist diese Neuausgabe willkommen. Sie zeigt eine Schriftstellerin, die zwar kein eigenständiges Werk schuf, jedoch die vielfältigen Anregungen aus ihrem weiten Bekanntenkreis in Zürich und dann in Paris - James Joyce, Stefan Zweig, André Malraux, Louis Aragon - talentiert aufzugreifen verstand.« ((Joseph Hanimann, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.3.2006))
Kurzbeschreibung
Mit ihrer Sympathie für die großen Menschheitsträume wie mit dem ihr eigenen Hang zur unerbittlichen Desillusionierung menschlicher Schicksale erzählt Claire Goll in den Romanen »Arsenik« (1932) und »Eine Deutsche in Paris« (1925) von Liebe, Verlust, Eifersucht, Erniedrigung und von Mord als Verzweiflungstat. Claire Goll führt in ihrer Prosa der nachexpressionistischen Zeit das Emanzipationsthema aus der Frühzeit des 20. Jahrhunderts im Stil der Neuen Sachlichkeit fort und wird damit zur Weggenossin Marieluise Fleißers. Für beide Romane fand Thomas Mann äußerst lobende Worte. So schrieb er 1933 in einem Brief an Claire Goll über »Arsenik«: »Diese Geschichte eines Verbrechens ist eine psychologisch und medizinisch sehr fein und sorgfältig fundierte Arbeit, und sie erschüttert durch den menschlichen Aufstieg, den sie aus kleinbürgerlicher Verstrickung und trüber Schuld in die religiöse Sphäre der Läuterung und Erlösung nimmt.« Und 1928 urteilte er über »Eine Deutsche in Paris«: »Es ist eine sehr schöne, klare und echte Geschichte, die mich in ihrer naiven und zarten Tragik sehr ergriffen hat. Gewiss wird sie ein dankbares Publikum finden.« Die Autorin Claire Goll, 1890 in Nürnberg geboren und in München aufgewachsen, heiratet 1911 den Schweizer Verleger Heinrich Studer. Nach der Trennung von Studer siedelt sie 1917 in die Schweiz über, wo sie im Kreis der Züricher Dadaisten verkehrt und Yvan Goll kennenlernt, mit dem sie 1919 nach Paris geht. In Paris hat Claire Kontakt mit der künstlerischen Avantgarde um Malraux, Breton, Dalí, Cocteau, Joyce, Chagall und Valéry. 1939 flieht sie mit Yvan Goll nach Kuba und in die USA, beide kehren 1947 nach Paris zurück, wo Claire Goll 1977 stirbt.